Trigema-Chef 9 verblüffende Fakten über Wolfgang Grupp
Trigema-Chef Wolfgang Grupp und seine Frau Elisabeth. Sie entscheidet, welches Kind die Firma übernimmt.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp und seine Frau Elisabeth. Sie entscheidet, welches Kind die Firma übernimmt.© Krafft Angerer / Getty Images

Eines ist Trigema-Chef Wolfgang Grupp sicher nicht: langweilig. Ständig sorgt er für Schlagzeilen - zuletzt mit Äußerungen zu seiner Nachfolge. Wie er die regelt und sonst so tickt. 9 verblüffende Fakten.

1. Grupps Nachfolge? Regelt die Ehefrau

Trigema ist ein Familienunternehmen – und so soll es nach Grupps Willen auch bleiben. „Ich werde nie einen Manager einstellen“, sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Wer soll also seine Nachfolge antreten?

Grupp hat zwei Kinder: Tochter Bonita ist 29 Jahre alt und leitet bei Trigema die Bereiche E-Commerce und Personal. Der 28-jährige Wolfgang ist für Verkauf und IT zuständig. Eine Doppelspitze schließt der Patriarch aus: „Das Modell steht fest. Es kann nur ein Kind die Firma kriegen.“ Ob Bonita oder Wolfgang junior – das müsse seine Frau Elisabeth entscheiden, die 24 Jahre jünger ist als er.

2. Grupps Schreibtisch? Steht im Großraumbüro.

1200 Mitarbeiter hat Grupps Unternehmen Trigema, Hersteller von T-Shirts und Sportkleidung in Burladingen auf der Schwäbischen Alb. 2018 machte das Unternehmen 101,6 Millionen Euro Umsatz. Da sollte man doch meinen, der Trigema-Chef könne sich ein eigenes Büro erlauben. Könnte er auch – doch Wolfgang Grupp will das gar nicht: Er sitzt lieber im Großraumbüro bei seinen Mitarbeitern.

Übrigens immer noch täglich, denn in den Ruhestand will der 75-Jährige nicht gehen: „Stellen Sie sich mal vor, ich müsste die ganze Zeit auf die Jagd gehen oder spazieren gehen!“, sagt er.

3. Grupps Grab? Schon vorbereitet.

45 Meter lang und 15 Meter breit ist die Familiengrabstätte der Grupps, die Wolfgang Grupp 2009 nahe des alten Burladinger Friedhofs anlegen ließ. Auf dem 600 Quadratmeter großen Gelände liegen sechs Gräber, eins davon hat Wolfgang Grupp für sich selbst reserviert – und die Grabplatte bereits mit seinem Namen und seinem Geburtsdatum beschriften lassen.

„Manche finden es ungewöhnlich, aber für mich ist es schön zu wissen, wo ich mal liegen werde“, sagte er in einem Interview dazu. „Außerdem sollen meine Nachkommen später so wenig Arbeit wie möglich mit mir haben.“

4. Die Kinder von Grupps Mitarbeitern? Erhalten eine Arbeitsplatzgarantie.

Dass Wolfgang Grupp in seinem Unternehmen Wert legt auf familiäre Atmosphäre, beweist nicht nur sein Schreibtisch im Großraumbüro. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet schon mindestens in zweiter Generation für Trigema.

Zufall ist das nicht – denn Grupp garantiert jedem Kind eines Mitarbeiters einen Job. Mit Nettigkeit habe das nichts zu tun, erklärt er: „Mitarbeiterkinder waren immer sehr gut. Denn die Eltern sorgen stets dafür, dass die Kinder gut sind.“

5. Grupps Lieblingsessen? Müsli.

Bei einem Exzentriker wie Grupp wären Hummer und Kaviar als Lieblingsessen nahe liegend. Doch weit gefehlt: Der Trigema-Chef isst am liebsten Müsli. So gern, dass er es sich sogar zum Frühstück UND zum Mittagessen servieren lässt – von seinem englischem Butler und mit goldenem Besteck. So viel Exzentrik muss dann doch sein.

6. Den berühmten Affen-Spot? Kaufte er aus zweiter Hand.

Fast jeder kennt die Trigema-Werbung mit dem sprechenden Schimpansen. Doch wussten Sie, dass der Affenspot ursprünglich für ein anderes Unternehmen gedreht worden war? Der Kunde machte jedoch einen Rückzieher. Grupp kaufte – schwäbisch-sparsam – die Nutzungsrechte an dem Spot, ließ eine passende Tonspur drüberlegen – und fertig war die Werbung mit dem Affen.

Der Schimpanse wurde zum Markenzeichen des Unternehmens und ist bis heute das erste, was vielen Menschen zu Trigema einfällt. Grupps Kinder nahmen das vor fünf Jahren zum Anlass für ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: Zur glamourösen Party am 70. Geburtstag ihres Vaters brachten sie einen lebendigen Schimpansen mit.

7. Grupps Sport? Schwimmen.

„Selbst wenn es im Winter schneit, schwimme ich meine 720 Meter am Morgen“, erzählt Grupp im firmeneigenen Blog. Um auf diese Strecke zu kommen, muss der Unternehmer nur achtmal in seinem Pool hin und her schwimmen – denn der misst 45 Meter und hat damit beinahe eine olympische Länge. Nach der morgendlichen Runde im Pool betet der Unternehmer. Natürlich in der eigenen Hauskapelle.

8. Das Foyer in Grupps Firma? Leer.

Wer in anderen Unternehmen den Chef sprechen will, muss erst an seiner Empfangsdame vorbei. Bei Trigema ist das deutlich einfacher – denn im Foyer begrüßt nur ein Stoffaffe die Besucher. Das Empfangspersonal hat Grupp schon vor Jahren abgeschafft. „Neben dem Affen steht ein Telefon, mit dem jeder oben in den Büros anrufen kann“, sagte der Trigema-Chef mal in einem Interview. „Das reicht.“

9. Grupps Hobby? Die Jagd.

Seit seiner Jugend ist die Jagd das größte Hobby des 75-Jährigen. Deshalb besitzt er im Allgäu ein 400 Hektar großes Jagdrevier. Auch seine 24 Jahre jüngere Frau hat er durch die Jagd kennengelernt: Sie ist die Tochter eines Jagdkumpels.

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2 Kommentare
  • Bärbel Werner 20. Juli 2021 16:29

    Ich habe Herrn Grupp für seine Geradlinigkeit immer bewundert. Ein Unternehmer, der weiß was es heißt in Deutschland zu produzieren. Sicher hat er auch im im Ausland Wirkungsstätten. Als Deutscher verpflichtet er sich in Deutschland seine Steuern zu entrichten und das Hauptgeschäft in Deutschland zu lassen. Ich kaufe seit der Wiedervereinigung überwiegend Unterwäsche für unsere 4köpfige Familie bei Trigema. Könnten doch mehrere Unternehmen so denken, wie Herr Grupp, würde der
    wirtschaftliche Aufschwung für Deutschland besser dastehen, wie der Markt heute angibt.
    Herr Grupp zeigt deutlich, dass sich Kapitalismus und soziale Marktwirtschaft mit einander verstehen und nicht gegeneinander arbeiten. Deutschland braucht mehr solchen Unternehmergeist wie den von Herrn Wolfgang Grupp.

  • Bernd Maczey, Berlin 4. April 2020 06:38

    Ein sehr interessanter Firmeninhaber und erfolgreicher Chef.
    Selten findet man so geballten, gesunden Menschenverstand und gut nachvollziehbare Regeln für ein erfolgreiches Privat- und Geschäftsleben.
    Deutschland braucht mehr solche verantwortungsvolle, geistig flexible Entscheider.

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