Nachhaltigkeit in Unternehmen 25 Tipps, die Ihr Unternehmen grüner machen
Nicht nur Grünfärberei: Mit diesen Ideen wird Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen bald groß geschrieben.

Nicht nur Grünfärberei: Mit diesen Ideen wird Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen bald groß geschrieben.© Marie Maerz / photocase.de

In jedem Unternehmen gibt es Stellschrauben, mit denen man die Umwelt schützen und Ressourcen schonen kann. 25 Anregungen, wie Sie den ökologischen Fußabdruck Ihres Unternehmens verringern können.

Firmen, die nachhaltiger wirtschaften, können damit nicht nur Geld sparen. Vor allem punkten sie bei Kunden und Mitarbeitern. Doch was kann jeder Einzelne tun, um Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, Energie zu sparen oder Müll zu vermeiden? 25 kleine und größere Ideen für Arbeitgeber, die an die Zukunft denken.

Unterwegs

Aufs Fliegen verzichten: Fliegen ist die klimaschädlichste Art zu reisen. Und viele Kurzstreckenflüge sind vermeidbar. Es lohnt sich, vorm Buchen kurz inne zu halten: Kann ich auch mit dem Zug fahren? Oft lässt sich die längere Fahrtzeit dort ja sogar produktiver nutzen als im Flugzeug. Mit den Erfahrungen in der Corona-Pandemie weiß man inzwischen auch, dass oft eine Videokonferenz ausreicht. Tipp: Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts können Sie unter dem Punkt „Mobilität“ Ihre persönliche CO2-Bilanz ausrechnen.

CO2-Emissionen kompensieren: Wenn sich ein Flug nicht vermeiden lässt, können Sie über Anbieter wie Atmosfair Ihre CO2-Emissionen kompensieren. Die Treibhausgase, die Sie ausstoßen, werden dann an anderer Stelle eingespart – weil Ihr Geld in Projekte fließt, die das Klima schützen.

Dienstfahrräder anschaffen: Kommen Ihre Mitarbeiter mit dem Dienstfahrrad zur Arbeit, sind sie nicht nur erwiesenermaßen seltener krank. Sie tun auch etwas für die Umwelt.

Anders Auto fahren: Wenn Autos fürs Geschäft unabdingbar sind, dann lohnt es sich, bei Neuanschaffungen auf einen möglichsten geringen Kraftstoffverbrauch zu achten (detaillierte Tipps dazu gibt das Umweltbundesamt). In größeren Städten ist Carsharing eine Option. Und wenn viele Ihrer Mitarbeiter mit dem Auto zur Arbeit pendeln, können Sie Fahrgemeinschaften fördern.

Im Büro / im Betrieb

Am richtigen Ort einkaufen gehen: Es ist genau wie im persönlichen Alltag – allein schon die Frage, wo man einkaufen geht, macht einen riesigen Unterschied. Wer als Gastronom Lebensmittel zum Beispiel im Naturgroßhandel statt im konventionellen Großhandel kauft, bekommt in aller Regel automatisch auch Ware, die weniger verpackt ist. Und wenn, dann eher in Glas als in Plastik. Für nachhaltige Büromaterialien eignen sich Anbieter wie memo.de oder greenpicks.de. Dort bekommt man Post-its und Briefumschläge aus Recyclingpapier oder Klebeband aus recycelten Kunststoffen.

Auf Recycling-Papier drucken: Achten Sie auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Das garantiert, dass die Papierfasern zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen wurden.

Papier sparen: Nur noch ausdrucken, was wirklich nötig ist (wer Papierkram dauerhaft abschaffen will, findet hier Tipps für das digitale Büro). Und: Bei Drucker und Kopierer „beidseitig drucken“ als Standard-Einstellung festlegen.

Büromaterialien und Werkzeuge gut pflegen: Es klingt wie eine Binsenweisheit – und ist doch nicht selbstverständlich: Wer beim Einkauf von Werkzeugen oder Büromaterial immer das Billigste nimmt, spart zwar kurzfristig Geld, kauft aber im Zweifelsfall doppelt. Wer Müll vermeiden will, sollte also schon beim ersten Kauf weniger auf den Preis, sondern vor allem auf die Qualität achten und dann sein Material immer gut pflegen

Zum Ökostrom-Anbieter wechseln: Laut Umweltbundesamt verursacht die Stromerzeugung in Deutschland am meisten Treibhausgas-Emissionen. Unternehmen können Ihren CO2-Abdruck deutlich senken, indem Sie auf Strom aus erneuerbaren Energien setzen. Achten Sie bei der Auswahl des Anbieters auf die Label Grüner Strom oder OK Power.

Post klimaneutral verschicken: Viele Versanddienste bieten für den Transport von Briefen und Paketen „grüne“ Optionen an. Beim Transport wird darauf geachtet, CO2-Emissionen zu vermeiden. Die Emissionen, die noch anfallen, werden durch die Investition in Klimaschutzprojekte neutralisiert.

Alternativ googeln: Die Suchmaschine Ecosia verwendet ihre Gewinne, um weltweit Bäume zu pflanzen. Und ihre Server werden zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien betrieben.

Rechner ausschalten: Nach Feierabend den PC komplett vom Netz trennen. Computer verbrauchen in der Regel auch im ausgeschalteten Zustand Strom. Das Umweltbundesamt empfiehlt dafür Steckdosenleisten mit Schalter.

Bildschirmschoner ausschalten: Die Fotos vom Sonnenuntergang oder der Meeresbrandung sind zwar hübsch, verbrauchen aber mehr Strom, als wenn der Bildschirm nach einiger Zeit einfach abgeblendet wird.

Hygieneartikel aus Recyclingpapier kaufen: Auch Klopapier, Taschentücher und Küchenrolle gibt es mit dem Umweltzeichen Blauen Engel.

Auf pflanzliche Kosmetik und Putzmittel umsteigen: Handseife oder Putzmittel aus pflanzlichen und biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen nutzen. Mit der App ToxFox des BUND können Sie prüfen, welche Kosmetikprodukte als gefährlich eingestufte Schadstoffe enthalten und welche bedenkenlos sind.

Berufsbekleidung aus Bio-Baumwolle kaufen: Für die Produktion von einem Kilo konventioneller Baumwolle werden in Indien bis zu 23.000 Liter Wasser verbraucht, so die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz. Besser: Beim Kauf von Team-Shirts, Kitteln und Arbeitskleidung auf Bio-Baumwolle oder recycelte Materialien setzen. Weit verbreitet und vertrauenswürdig ist das GOTS-Siegel für Textilien.

Müll trennen: Papier, Plastik, Hausmüll, Glas und vor allem Batterien und Elektroartikel sollten richtig getrennt und entsorgt werden. Wenn das Recycling schleppend läuft, können Sie einen Mülltrenn-Paten bestimmen, der die Kollegen aufklärt und antreibt.

Secondhand-Möbel kaufen: Wer gebrauchte Büromöbel kauft, muss für die Suche nach passenden Stücken etwas mehr Zeit investieren. Dafür tut man aber nicht nur Gutes für die Umwelt, sondern spart auch Geld. Spezialisiert auf Secondhand-Möbel sind zum Beispiel die Anbieter used-office.de und gruenebueromoebel.de. Bei der Suche im Internet stößt man aber auch oft auf weitere, regionale Anbieter. Manche Händler bieten zum Beispiel sowohl neue als auch gebrauchte Ware zum Kauf an, sodass man vor Ort sogar den direkten Vergleich hat.

Weniger wegschmeißen: Ausrangierte Büro-Möbel nicht gleich verschrotten. Sozial- und Wohlfahrtsverbände wie Caritas oder AWO nehmen häufig Möbelspenden entgegen. Und Reste aus der Werkstatt oder Produktion sind für Kindergärten oder Jugendclubs vielleicht noch wertvolles Bastelmaterial. Eine andere Möglichkeit, wenn eine Charge falsch produziert wird oder übrig bleibt: Man kann diese sogenannte B-Ware auch an Händler abgeben, die sich genau darauf spezialisiert haben. Dazu zählen zum Beispiel die Portale MitEckenundKanten.com und Retourenking.de.

In der Kaffeeküche

Bio-Produkte kaufen: „Biolebensmittel helfen, die mit der konventionellen Landwirtschaft verknüpften Umweltbelastungen zu reduzieren“, heißt es auf der Seite des Umweltbundesamts. Denn bei ihrer Produktion wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche mineralische Düngemittel verzichtet und eine möglichst artgerechte Tierhaltung angestrebt. Ob Bio-Produkte auch fürs Klima besser sind, ist allerdings umstritten.

Leitungswasser trinken: Pur oder aufgesprudelt ist Wasser aus dem Wasserhahn das umweltfreundlichste Getränk. Ansonsten gilt bei Getränken: Mehrwegflaschen (egal ob aus Glas oder PET) aus der Region sind aus Umweltsicht die erste Wahl.

Mehrwegbecher anschaffen: 2,8 Milliarden Einwegbecher nutzen die Deutschen laut Umweltbundesamt im Jahr für Kaffee, Tee oder Kakao. Viel unnötiger Müll wird gespart, wenn Sie Ihre Mitarbeiter mit Mehrwegbechern für ihren Coffee to go ausstatten. Je öfter der Becher genutzt wird, desto besser für die Öko-Bilanz.

Draußen

Nicht mehr mähen: Falter und Bienen freuen sich über jeden Quadratmeter Wiese, der verwildern durfte. Überlegen Sie, ob auf Ihrem Firmengeländer der Rasen wie ein perfekter Golfrasen aussehen muss.

Insektenhotel aufstellen: Anleitungen zum Selberbauen von fachgerechten Insektenquartieren und Nisthilfen gibt es zum Beispiel beim Nabu. Wer nicht handwerkern will, kann dort auch ein fertiges Insektenhotel kaufen.

Müll sammeln: Mit Handschuhen und Müllbeuteln bewaffnet durch die Natur joggen und alles aufsammeln, was andere weggeworfen haben – die Schweden nennen das „Plogging“. Eine originelle Idee für den nächsten Betriebsausflug im Sommer.

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5 Kommentare
  • Marian Hadjiev 22. Juni 2021 00:18

    Auf der Suche nach Input für die nächste Schulung meiner Mitarbeiter habe ich mich von Ihrem Beitrag inspirieren lassen. Da ich mich um meine liebe Reinigungskräfte fürsorglich kümmere, achte ich darauf, dass alle Reinigungsprozesse umweltfreundlich erfolgen. Aus diesem Grund habe ich sogar sofort bei der ersten Reinigungskraft ISO 14001 und EMAS im Betrieb implementiert. Sowohl das Umweltbundesamt in Österreich als auch die TÜV Austria Cert GmbH haben mich gefragt, ob bei mir alles in Ordnung ist. Erst nach einigen Wochen Diskussion, haben sie es mir erlaubt beide Managementsysteme einzuführen. Ihr Argument war nämlich, dass ich keinen Vergleichszeitraum habe. Explizit wird aber sowohl in den Anforderungen der ISO 14001 als auch EMAS kein Vergleichszeitraum erwähnt. Da meine Damen der Sprache nicht mächtig sind, habe ich mir was überlegt. Viele Ihrer Punkte / Umweltaspekte habe ich dieses Wochenende verbildlicht. Ich habe auch in meiner Umwelterklärung alles mit Bildern erklärt, da die meisten der deutschen Sprache nicht mächtig sind. All diese Visualisierungen habe ich nun auf meiner Homepage in einem QM-Ordner verpackt , dass die Information auch für jede Reinigungskraft zugänglich ist. Danke für die Tipps und die Bilder sind in den kommenden Tagen auch bearbeitet und online. Falls Sie oder jemand kostenloses Schulungsmaterial haben möchte, findet er es bald auf [Link entfernt, bitte beachten Sie unsere Netikette – die Redaktion] . Bis dahin, ist auch vieles in der Umwelterklärung enthalten. Nachhaltige Grüße aus Wien.

  • Fatima und Qudsia 21. Januar 2021 11:22

    was kann ein nachhaltige Druckerei machen ?

  • Florian Kohler 8. Januar 2021 15:17

    Hallo Frau Basel

    Als ‚grüner‘ Papierunternehmer und IMPULSE Mitglied habe ich mich sehr über die “25 Tipps, die Ihr Unternehmen grüner machen“ gefreut.
    Als Papiermacher bin ich allerdings dann erschrocken über die populitische Papieraufklärung. Recyklingpapier und der blaue Engel seien die einzig richtige Wahl.

    Es ist eben nicht so daß automatisch und außschließlich Papiere mit dem blauen Engel umweltfreundlich sind.
    Der blaue Engel zertifiziert für teuer Geld die Unternehmen, und macht dabei teilweise zweifelhafte Vorgaben. Bei Papier bedeutet dies er ‚erlaubt‘ nur eine ganz bestimmte Art des Recyclingpapiers (und nur dieses). Jeder Fachmann weiß allerdings, daß man insgesamt verschiedene Frischfaserpapiere und andersartige Recyclingmaterialien benötigt um das Kreislaufsystem nicht kippen zu lassen.

    Biobasiertes Frischfaser Naturpapier wird vom blauen Engel nicht anerkannt – Gleichzeitig vergibt er aber an die neuen noch schwereren Plastiktüten der Discounter sein Label.

    Bei dieser Etikettierung wird es einem schwindelig.

    Wenn Sie das Thema journalistisch präzise aufarbeiten möchten, stehe ich gerne zur Verfügung.

    Herzliche Grüße

    Florian Kohler
    GMUND PAPIER

    PS.: Zum beliebten Papier Branchenbashing: Die Papierindustrie hat seit vielen Jahren eine Recyclingquote von über 70%; die so begehrte Bekleidungsindustrie unter 1%

  • Nicht mehr mähen 20. November 2019 08:24

    „Nicht mehr mähen: Falter und Bienen freuen sich über jeden Quadratmeter Wiese, der verwildern durfte“. Das hat sich spätestens im zweiten Jahr erledigt. Auch eine Wildwiese braucht mindestens eine jährlichMmaht, damit sie nicht in den Arten verarmt. Wenn ökologisch, dann bitte auch nachhaltig und nicht nur plakativ.

    Das papierlose Bürö ist übrigens auch etwas nachhaltiger, allerdings sollte man die Daten auch regelmässig sichern und eine entsprechende Firewall gegen Angriffe von aussen haben. Ach ja, und in der Cloud ist gleich geklaut.

  • Ingo Ullrich 4. Juni 2019 09:48

    Anmerkung, was noch fehlt: Smartphone und tablet nicht ständig aufladen
    rechnerisch wird für das Laden aller dieser Teile nur in Deurtschland die Energieerzeugung von 3 Kohlekraftwerken benötigt

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