Zielscham 3 Psychotricks, mit denen Sie vermeintlich unrealistische Ziele erreichen
Zielscham kann den großen Zielen im Weg stehen

© the_burtons / Moment / Getty Images

Oft setzen wir uns nur bescheidene Ziele - die großen Träume überlassen wir anderen. Warum eigentlich? US-Bestsellerautor Michael Hyatt hat drei Tipps, wie man scheinbar Unmögliches schaffen kann.

Bloß nicht zu groß zu denken, haben viele von uns schon als Kind gelernt: Wer als Achtjähriger davon träumt, Rockstar, Fußballprofi oder Nobelpreisgewinner zu werden, muss damit rechnen, eher belächelt als in seinem Ziel bestärkt zu werden.

Die Folge: Viele Menschen scheuen davor zurück, sich Ziele zu setzen, die nicht in direkter Reichweite liegen. Sie schämen sich, wenn sie vermeintlich zu ambitioniert denken. Der amerikanische Bestsellerautor, Unternehmer und Coach Michael Hyatt nennt das Phänomen in seinem Blog „goal shame“ – „Zielscham“.

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Statt voller Energie seine Träume zu verfolgen, machen sich im Kopf zweifelnde Gedanken breit: Wer bin ich denn, so etwas Großes zu versuchen? Denken die anderen dann womöglich, man leide an maßloser Selbstüberschätzung? Das Problem an diesem Verhalten: Wer Großes erreichen möchte, muss sich auch Großes vornehmen. Erfolg passiert in der Regel nicht von allein.

Hyatt hat drei typische Verhaltensweisen identifiziert, die dazu führen, dass man sich zu bescheidene Ziele setzt – und drei Ideen, wie es gelingt, endlich größer zu denken.

1. Sich selbst der größte Kritiker sein

„Selbstkritik und Selbstverurteilung halten viele Führungskräfte davon hab, Großes zu erreichen“, schreibt Hyatt. Eine extreme Form der Selbstkritik ist das Hochstapler-Syndrom: Man denkt, den Erfolg nicht zu verdienen – und dass eines Tages auffliegt, dass man in Wahrheit gar keine Ahnung hat von dem, was man tut.

Das Problem an zu viel Selbstkritik: Man fokussiert sich nicht auf das, was man kann, sondern darauf, dass zwischen dem Jetzt und dem Ziel eine große Lücke klafft. Wer sich so auf seine eigenen Schwächen konzentriert, so Hyatt, der verwirft seine Ziele schon, bevor er überhaupt angefangen hat, daran zu arbeiten.

Die Lösung: eigene Erfolge anerkennen

Um wirklich voranzukommen, empfiehlt Hyatt, sich darauf zu konzentrieren, wie weit man schon gekommen ist. Hyatt beschreibt, dass er selbst sehr davon profitiert habe, den Fokus auf die eigenen Erfolge zu lenken. Früher sei bei ihm, der oft vor Hunderten Menschen auftritt, vor jeder Präsentation das Gedankenkarussell gestartet: „Sie werden mich nicht mögen. Sie werden mich nicht lustig finden. Was, wenn sie mich hassen?“

Um dieser ständigen Selbstkritik zu entkommen, änderte er sein Mindset. Statt sich selbst kleinzureden, habe er seinen Blick darauf gerichtet, wie weit er schon gekommen war. Er habe zu sich selbst gesagt: „Dass ich vor einem großen Publikum stehen und sprechen darf, ist ein Privileg. Keine Bürde.“

Bei vielen Menschen sei es ein Automatismus, zunächst den inneren Kritiker anzustellen, so Hyatt. Deshalb müsse man sich bewusst entscheiden, diesen inneren Dialog zu ändern: weg von der Selbstzerfleischung, hin zu Selbstbewusstsein und Optimismus.

Mehr zum Thema: Innerer Kritiker: Die kluge Art, mit Selbstzweifeln umzugehen

2. Zynikern zu viel Raum geben

Kritik von Außenstehenden kann hilfreich sein, um den eigenen Zielen näher zu kommen und sich weiterzuentwickeln. Doch ist es laut Hyatt entscheidend, zwischen konstruktiver Kritik und persönlichen Attacken zu unterscheiden. Letztere seien ein beliebtes Mittel von Zynikern, die mit ihren Äußerungen eine Idee nicht verbessern wollen, sondern andere davon abhalten, Ziele weiter zu verfolgen. „Weil sie von ihrem eigenen Leben enttäuscht sind, machen sie die Träume anderer nieder.“

Da diese Kritik nicht weiterhelfe, wenn man seine Ziele erreichen wolle, solle man nicht auf sie hören, schreibt Hyatt. Das gelte besonders dann, wenn die Kritik von anonymen Trollen im Internet stammt.

Die Lösung: Unterstützer finden

Um den eigenen großen Zielen näher zu kommen, braucht es vor allem ein unterstützendes Netzwerk. Wer Erfolg haben möchte, braucht Menschen, die einem wohlgesonnen sind, die einen unterstützen und beraten. Das können ausgebildete Coaches sein, aber auch Mentoren oder Freunde, die schon in der Vergangenheit hilfreich waren, rät Hyatt.

Entscheidend sei, dass diese Unterstützer konstruktiv sind, denn „wenn man seine Träume mit anderen teilt, gibt man diesen Menschen Macht“. Seine Vertrauten sorgfältig auszuwählen, sei daher ein wichtiger Schritt, um mehr zu erreichen.

3. Sich klein machen

Statt etwas Großes anzustreben, machen sich viele Führungskräfte lieber klein und bleiben bei den gewohnten Zielen. Hyatt sieht dafür zwei Gründe:

  1. Angst zu Scheitern: Für große Ziele muss man gewohnte Muster verlassen und meist ein gewisses Risiko eingehen. Die Gefahr, es nicht zu schaffen, wirkt einschüchternd. Deswegen fühlt es sich sicherer an, es gar nicht erst zu versuchen.
  2. Angst vor Erfolg: „Tief im Innern glauben viele, sie hätten es nicht verdient, große Ziele zu erreichen“, schreibt Hyatt. Das könne sogar zur Selbstsabotage führen, nach dem Motto: Ich hatte jetzt mehr Glück und Erfolg, als mir zusteht. Ich habe mein Limit erreicht, jetzt muss ich mal den Fuß vom Gas nehmen.

Die Lösung: Ziele offen eingestehen

Das Kleinmachen verschwindet nicht von selbst. Will man ein großes Ziel erreichen, muss man sich bewusst dafür entscheiden. Dabei reicht es nicht aus, etwas einfach nur zu wollen. Man müsse sich dem Ziel komplett verschreiben, schreibt Hyatt, es im tiefen Innern annehmen.

Und wichtig: Man muss sich von Beginn an zugestehen, Fehler zu machen. Wer denke, er dürfe auf dem Weg keine Fehler machen, der habe schon verloren, so Hyatt. Fehler seien notwendig, um voranzukommen.

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