WOOP-Methode Wie Sie in 4 Schritten jedes Ziel erreichen
Bei der WOOP-Methode beschäftigt man sich mit den Hürden, die einem Ziel im Wege stehen.

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Die WOOP-Methode hilft, Prioritäten zu setzen und Ziele zu erreichen - mithilfe der simplen Erfolgsformel: positiv denken + innere Hürden visualisieren. So funktioniert's.

Wer positiv denkt, der hat mehr Erfolg – das haben Ratgeber und Lebenshilfe-Autoren über Jahrzehnte hinweg gepredigt. Die Psychologieprofessorin Gabriele Oettingen hat dieses Credo 25 Jahre lang wissenschaftlich untersucht und kommt zu dem verblüffenden Ergebnis: Purer Optimismus hindert Menschen daran, ihre Ziele zu erreichen. Die Professorin, die an der New York University und an der Universität Hamburg lehrt und forscht, hat daraufhin die WOOP-Methode entwickelt: eine Technik, die dabei helfen soll, Ziele wirklich zu erreichen.

Was ist die WOOP-Methode?

Die vier Buchstaben der Abkürzung WOOP stehen für:

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  • Wish (Wunsch)
  • Outcome (Ergebnis)
  • Obstacle (Hindernis)
  • Plan

Wie beim positiven Denken stellt man sich die Erfüllung eines Wunsches vor, fragt sich aber auch: Was steht mir im Weg, um diesen Wunsch tatsächlich umzusetzen? Was in mir hält mich auf? Was stoppt mich? Diese Hindernisse können Emotionen wie Angst oder Ärger sein, irrationale Überzeugungen oder auch schlechte Angewohnheiten.

Die Kombination aus positivem Träumen und dem Visualisieren von in einem selbst liegenden Hindernissen bezeichnet Oettingen als „mentales Kontrastieren“. Die WOOP-Methode ergänzt das mentale Kontrastieren um das Wenn-dann-Planen, eine Technik, die Peter M. Gollwitzer von der Universität Konstanz entwickelt hat. Der Plan hilft dabei, die besonders kniffeligen inneren Hindernisse wirklich aus dem Weg zu räumen.

Was kann die WOOP-Methode erreichen?

„WOOP ist wie ein Schweizer Taschenmesser“, sagt Gabriele Oettingen. Die Methode sei vielseitig verwendbar und habe viele Funktionen. So könne sie helfen, Wünsche zu erkennen und zu erfüllen: Die positiven Zukunftsgedanken geben dem Handeln die Richtung; die Hindernisse in einem selbst spornen an, diese zu überwinden.

Die WOOP-Methode hilft außerdem, Prioritäten zu setzen und sich klarzumachen, was man wirklich will und welche Ziele man hat. Wer sich intensiv mit einem Wunsch beschäftigt, stellt vielleicht fest, dass er einem doch nicht so wichtig ist.

Die WOOP-Methode macht manchmal aber auch bewusst, dass das Hindernis zu groß ist. Dann hilft sie, Wünsche loszulassen. 

Warum die Methode funktioniert, erklärt übrigens Gabriele Oettingen so: „Ohne dass wir es merken, wird die Zukunft mit dem Hindernis verbunden und das Hindernis mit dem Verhalten zur Überwindung des Hindernisses.“ Diese Prozesse sind nicht bewusst und steuern dann das Verhalten. Die WOOP-Methode helfe auch, im eigenen Umfeld Hindernisse zu erkennen, wiederum ohne dass wir das merken. Sie funktioniere am besten mit Wünschen, die einem wirklich am Herzen liegen, für die man brennt.

Für wen ist die WOOP-Methode geeignet?

Generell ist die WOOP-Methode für alle Menschen geeignet, die vor einer Herausforderung stehen oder mit schwierigen Veränderungen klar kommen müssen, aber auch für diejenigen, denen es gerade gut geht, die aber ihr Leben noch weiter verbessern wollen.

Was sind die Vorteile der WOOP-Methode?

Die Methode ist wissenschaftlich geprüft, in kurzer Zeit zu erlernen, gut auf kurzfristige und langfristige Wünsche anzuwenden und soll bewirken, dass man energetischer und zielgerichteter handelt. Sie hilft zudem bei der Selbstmotivation.

Welche Schritte sind bei der WOOP-Methode auszuführen?

WOOP, das ist eigentlich eine Übung in vier Schritten. „Man braucht dafür lediglich fünf Minuten ununterbrochene Zeit“, sagt Gabriele Oettingen. Also schalten Sie das Telefon stumm, schließen Sie das Mail-Postfach und versetzen Sie sich in eine ruhige, entspannte Stimmung. Und dann kann es schon losgehen mit dem Woopen – befolgen Sie einfach die folgende Anleitung in vier Schritten.

Schritt 1: Einen Wunsch identifizieren

Am Anfang überlegen Sie sich, welcher Wunsch oder welches Anliegen Ihnen gerade am wichtigsten ist. Am besten für die WOOP-Methode eignen sich Wünsche, die herausfordernd sind, die man sich aber erfüllen kann.

Den Wunsch können Sie mit ein paar Worten auf einen Zettel schreiben. Es ist aber auch möglich, die gesamte Übung nur gedanklich ablaufen zu lassen.

Schritt 2: Überlegen, was wäre, wenn der Wunsch in Erfüllung ginge

Haben Sie einen Wunsch identifiziert, folgt der Imaginations-Teil. Fragen Sie sich:

  • Was wäre das Allerbeste, wenn ich mir meinen Wunsch erfüllen würde? 
  • Wie würden ich mich fühlen?

Das bestmögliche Ergebnis halten Sie in wenige Worten vor dem geistigen Auge fest oder schreiben es sich auf. Und dann nehmen Sie sich einen Moment Zeit und malen sich vor dem inneren Auge aus, wie toll Ihr Leben wäre, wenn der Wunsch Realität würde.

Schritt 3: Klären, welches innere Hindernis dem Wunsch entgegensteht

Nun überlegen Sie, was Sie davon abhält, sich Ihren Wunsch zu erfüllen. Fragen Sie sich:

  • Was ist das wichtigste innere Hindernis, das mir im Weg steht?

Wichtig ist, dass Sie stets Hindernisse in sich selbst suchen – denn diese Hindernisse können Sie überwinden. Hindernisse, die außerhalb der eigenen Person liegen, lassen sich meist sehr viel schwieriger aus dem Weg räumen.

Auch hier ist es wieder wichtig, dass Sie sich Ihr inneres Hindernis vor Augen rufen oder aufschreiben: Stellen Sie es sich plastisch vor und malen Sie es sich lebhaft aus.

Schritt 4: Einen Wenn-Dann-Plan machen

Fragen Sie sich nun:

  • Was kann ich tun, um mein Hindernis zu überwinden?

Nennen Sie eine Handlung, die Sie ausführen können, oder einen Gedanken, den Sie sich sagen können, um Ihr Hindernis zu überwinden. Und zwar nach folgendem Schema:

  • Wenn … (Ihr Hindernis), dann werde ich … (Ihre Handlung, um das Hindernis zu überwinden).

Diesen Wenn-dann-Satz können Sie sich als Gedankenstütze ebenfalls notieren, das ist aber nicht unbedingt notwendig.

Unter welchen Voraussetzungen funktioniert die WOOP-Methode?

Laut Gabriele Oettingen ist es wichtig, die Reihenfolge der Schritte einzuhalten: „Wenn man sich zuerst das Hindernis vorstellt und dann das Ergebnis, dann funktioniert die Methode schon nicht mehr.“

Um WOOP erfolgreich anzuwenden, sollte man die Technik außerdem mit verschiedenen Wünschen üben – das können private oder berufliche Wünsche sein. Zum Beispiel der Wunsch, sich gesünder zu ernähren, wichtige Telefonate nicht immer aufzuschieben oder mehr Aufgaben an Mitarbeiter zu delegieren.

Wo gibt es weitere Informationen zur WOOP-Methode?

Weitere Informationen zu WOOP finden Sie auf der Website WOOP my Life. Es gibt auch eine kostenlose WOOP-App zum Download, die dabei hilft, eine tägliche Routine zu entwickeln. Und wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, für den hat Gabriele Oettingen das Buch „Die Psychologie des Gelingens“ geschrieben.

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