Feiertagszuschlag Müssen Arbeitgeber für Arbeit an Feiertagen Geld drauflegen?

Nicht nur in der Gastronomie ist es üblich, dass Mitarbeiter an Feiertagen arbeiten. Einen Feiertagszuschlag bekommen längst nicht alle - er ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.

Nicht nur in der Gastronomie ist es üblich, dass Mitarbeiter an Feiertagen arbeiten. Einen Feiertagszuschlag bekommen längst nicht alle - er ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.© Dangubic / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

An Weihnachten wollen wohl die wenigsten Mitarbeiter gern arbeiten – doch in manchen Firmen muss auch an den Feiertagen jemand ran. Bei Ihnen auch? Dann sollten Sie die Rechtslage zum Feiertagszuschlag kennen.

Unter welchen Umständen darf der Arbeitgeber überhaupt verlangen, dass seine Leute an Sonntagen und Feiertagen arbeiten? Muss der Chef in diesen Fällen einen Feiertagszuschlag bezahlen? Und muss er für den Zuschlag Steuern und Sozialabgaben abführen? Die Rechtslage im Überblick.

Unter welchen Bedingungen darf in Unternehmen an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden?

Sonntage und gesetzliche Feiertage sind grundsätzlich arbeitsfrei. Das ist im Arbeitszeitgesetz geregelt (§ 9 ArbZG).

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Ausnahmen vom Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen sind in Paragraf 10 ArbZG geregelt und betreffen unter anderem Pflegedienste, Gastronomie, Verkehrsbetriebe und die Landwirtschaft. Es kann also nicht jeder Arbeitgeber ohne Weiteres von seinen Angestellten verlangen, dass diese an einem Sonntag oder Feiertag zur Arbeit erscheinen.

Welchen Ausgleich müssen Arbeitgeber für Arbeit an Sonn- und Feiertagen gewähren?

Arbeitnehmer haben Anspruch auf einen Ersatzruhetag binnen zwei Wochen, wenn sie an einem Sonntag arbeiten. Arbeitet der Mitarbeiter an einem Feiertag, muss er binnen acht Wochen einen Ausgleichstag bekommen. Übrigens muss jeder Arbeitnehmer an mindestens 15 Sonntagen im Jahr frei haben.

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Wie sind Sonn- und Feiertagszuschläge gesetzlich geregelt?

Arbeitnehmer haben keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Sonn- oder Feiertagszuschlag. Das hat das Bundesarbeitsgericht 2006 entschieden (Az.: 5 AZR 97/06).

Ein Anspruch auf einen Sonn- und Feiertagszuschlag kann für einen Arbeitnehmer jedoch auch auf anderem Wege entstehen:

  • durch eine Regelung im Tarifvertrag (z. B. IG Metall)
  • durch eine Betriebsvereinbarung
  • durch eine Regelung im Arbeitsvertrag
  • durch betriebliche Übung, also wenn der Arbeitgeber wiederholt Zuschläge gezahlt hat und der Arbeitnehmer daher davon ausgehen muss, dass er diese Leistung auch in Zukunft erhält

In diesem Fall ist der Zuschlag bei tatsächlich geleisteter Feiertagsarbeit zu zahlen.

Hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf Nachtzuschläge und auf Feiertagszuschläge, muss der Arbeitgeber bei Nachtarbeit an Feiertagen beide Zuschläge zahlen.

Was gilt an Ostersonntag und Pfingstsonntag?

Ostersonntag und Pfingstsonntag sind 15 von 16 Bundesländern keine gesetzlichen Feiertage (einzige Ausnahme: in Brandenburg). Daher haben Arbeitnehmer an diesen Tagen keinen Anspruch auf Feiertagszuschlag, sondern erhalten nur den niedrigen Sonntagszuschlag. Das hat das Bundesarbeitsgericht 2010 in einem Urteil klargestellt (Az.: 5 AZR 317/09).

Unter welchen Bedingungen ist der Sonn- und Feiertagszuschlag für den Arbeitnehmer steuerfrei?

Ebenso wie für den Arbeitslohn müssen Arbeitgeber auch für die Sonn- und Feiertagszuschläge ihrer Mitarbeiter die Einkommensteuer berechnen und ans Finanzamt abführen. Unter bestimmten Bedingungen sind die Zuschläge für die Arbeitnehmer jedoch steuerfrei:

  • Sonntagszuschlag: steuerfrei, wenn der Zuschlag 50 Prozent des Grundlohns nicht übersteigt (gilt auch für Arbeitszeit montags von 0 bis 4 Uhr, wenn der Dienst sonntags begonnen hat).
  • Feiertagszuschlag an gesetzlichen Feiertagen: steuerfrei, wenn der Feiertagszuschlag 125 Prozent des Grundlohns nicht übersteigt (gilt auch für Arbeitszeit am Folgetag von 0 bis 4 Uhr, wenn der Dienst am Feiertag begonnen hat).
  • Feiertagszuschlag an Heiligabend (24. Dezember) ab 14 Uhr, an Weihnachten (25. und 26. Dezember) und am 1. Mai: steuerfrei, wenn der Zuschlag 150 Prozent des Grundlohns nicht übersteigt.
  • Feiertagszuschlag am 31. Dezember (Silvester) ab 14 Uhr: steuerfrei, wenn der Zuschlag 125 Prozent des Grundlohns nicht übersteigt.

Die Steuerfreiheit ist im Einkommensteuergesetz (EStG, § 3b) geregelt – übrigens obwohl Heiligabend und Silvester keine gesetzlichen Feiertage sind.

Zum Stundengrundlohn zählt steuerlich nicht nur das Grundgehalt, sondern auch geldwerte Vorteile wie ein Firmenwagen oder Fahrtkostenzuschüsse, vermögenswirksame Leistungen sowie Zulagen wie Schichtzulagen. Er darf mit höchstens 50 Euro pro Stunde angesetzt werden.

Müssen Arbeitgeber für den Sonn- und Feiertagszuschlag Sozialabgaben abführen?

Laut Sozialversicherungsentgeltverordnung (§ 1 SvEV) müssen Arbeitgeber keine Sozialabgaben auf Sonntags- und Feiertagszuschlag abführen, solange der Grundlohn 25 Euro pro Stunde nicht übersteigt. Es handelt sich hierbei um einen Freibetrag, das heißt: Liegt das Arbeitsentgelt darüber, ist nur der Teil des Grundlohns sozialabgabenpflichtig, der die 25 Euro übersteigt.

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