Braindump Diese simple Methode hilft, Chaos im Kopf zu entwirren
Heilloses Durcheinander: Ein Braindump hilft, wenn man nicht weiß, wie man seine Gedanken sortieren soll.

Heilloses Durcheinander: Ein Braindump hilft, wenn man nicht weiß, wie man seine Gedanken sortieren soll.© Andrii Zastrozhnov / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

To-dos, Deadlines, private Probleme: Mitunter schwirren Chefs so viele Gedanken im Kopf herum, dass sie sich kaum konzentrieren oder abschalten können. Die Braindump-Methode verschafft Soforthilfe.

Manchmal wird einem alles zu viel: Das Gedankenkarussell stoppt nie, selbst beim Abendessen mit der Familie spuken dringende Termine oder To-dos im Kopf herum. Eigentlich kleine Aufgaben wie das Einkaufen lösen plötzlich Stress aus, weil es im Betrieb doch viel Wichtigeres zu tun gäbe. Und vor lauter Baustellen wissen Unternehmer nicht, wo sie anfangen sollen – an konzentriertes Arbeiten ist kaum zu denken. Klar, dass auch das Abschalten nach Feierabend nicht gelingt.

Höchste Zeit für einen sogenannten „Braindump“, was übersetzt so viel bedeutet wie „das Gehirn entleeren“ oder „das Gehirn auf den Müll werfen“. Die Methode hilft, Stress abzubauen, den Kopf wieder freizubekommen und seine Gedanken zu sortieren. Der US-Erfolgsautor, Unternehmer und Coach Michael Hyatt schwört auf Braindumping, um in turbulenten Zeiten den Überblick zu behalten. Und die österreichische Ordnungsconsulterin Julia Neubauer setzt auf die Methode, wenn sie sich überwältigt fühlt: „Ein sicheres Zeichen, dass ich einen Braindump machen sollte, ist für mich, wenn ich abends im Bett liege und darüber nachdenke, was ich noch alles erledigen müsste“, sagt Neubauer.

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Warum? Weil ein Braindump Unternehmern dabei hilft, einen Plan zu entwickeln, welche Aufgaben sie wann angehen und welche sie delegieren oder streichen können. Das Beste daran: Die Methode ist wirklich simpel.

So funktioniert Braindump

Alles, was Unternehmer für einen Braindump brauchen, sind ein paar Minuten Zeit, einen ruhigen Ort, Stift und Zettel. Alternativ können sie auch auf dem Computer schreiben, doch Neubauer empfiehlt die altmodische Variante: „Am Computer poppt dann doch eine Mail auf – und sofort ist man abgelenkt.“

1. Schritt: Gedanken aufschreiben

Unternehmer sollten laut der Ordnungsconsulterin zunächst alles aufschreiben, was ihnen durch den Kopf geht: berufliche und private Aufgaben, Ängste, Sorgen, Wünsche, Ideen. Dabei sind keine Grenzen gesetzt: Wer sich beispielsweise besonders über einen Kunden oder einen Verwandten ärgert, kann auch das festhalten.

Solch eine Liste könnte dann etwa so aussehen:

Aufgaben Firma:

  • Kunde Meier anrufen und ihm ein neues Angebot unterbreiten
  • Mitarbeitergespräch vorbereiten
  • Strategie fürs nächste Jahr entwickeln – wo anfangen?
  • Vortrag vorbereiten

Private To-dos:

  • Friseurtermin vereinbaren
  • Essengehen mit meiner Frau
  • Schaffe ich es zum Fußballspiel meiner Tochter?

Sorgen:

  • Gehe ich genug auf die Bedürfnisse meiner Mitarbeiter ein?
  • Kann ich die Kredite rechtzeitig zurückzahlen?
  • Räume ich meiner Familie zu wenig Zeit ein?

Ärgernisse:

  • Kunde XY hat sich völlig zu Unrecht beschwert
  • Mitarbeiter XY arbeitet in letzter Zeit total schludrig

Die Liste kann natürlich auch länger ausfallen. Das Entscheidende daran: „Wenn man ständig überlegt, woran man denken muss, wird der Arbeitsspeicher im Kopf knapp“, sagt Ordnungsconsulterin Neubauer. „Diese Gedanken auf Papier festzuhalten, bringt sie aus dem Kopf, das erleichtert.“

2. Schritt: Gedanken sortieren

Um konzentrierter arbeiten zu können, genügt es manchmal schon, seine Gedanken einfach nur aufzuschreiben und den Braindump-Zettel danach zu ignorieren. Wer aber das Chaos im Kopf wirklich sortieren und seine Aufgaben strukturiert angehen will, sollte im zweiten Schritt einen Plan entwickeln.

Neubauer empfiehlt Chefs, nach dem Aufschreiben eine Nacht darüber zu schlafen, ihre Aufgaben am nächsten Morgen mit etwas Abstand zu betrachten und  dann zu entscheiden, was sie delegieren, streichen oder später erledigen können.

Und wenn der Anblick der vielen To-dos auf der Braindump-Liste überfordert, statt zu erleichtern? „Dann sollte man sich einfach eingestehen, dass man viel zu tun hat und dass man sich überfordert fühlt“, empfiehlt Neubauer. Chefs, denen es schwerfällt, ihre Aufgabenliste zu entwirren, können etwa einen vertrauten Mitarbeiter um Hilfe dabei bitten. Um gemeinsam  zu entscheiden, welche Aufgaben wirklich wichtig sind und welche man als Chef abgeben kann.

Keine Zeit für einen Braindump? Darum lohnt er sich trotzdem

Eine neue Methode auszuprobieren, wenn man ohnehin schon überlastet ist, kann zusätzlichen Stress auslösen – und wichtige Zeit kosten, die Unternehmer für andere Aufgaben nutzten könnten. Wenn es das ist, was sie davon abhält, Braindumping zu testen, sollten Sie sich eines klarmachen: „Ein Braindump ist keine verlorene Zeit“, sagt Neubauer. „Wer sich auf diese Weise selbst organisiert, spart mit den paar Minuten langfristig sehr viel Zeit: weil man es endlich schafft, einen Plan zu entwickeln, Aufgaben zu streichen oder zu oder delegieren.“

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