Viessmann vs. Tado
Das Heizungsduell

Viessmann erwirtschaftet mit Energie- und Kühlsystemen Milliardenumsätze. Das Thermostate-Start-up Tado will genau diesen Markt angreifen. Wer setzt sich durch?

5. September 2017, 08:39 Uhr ,

Viessmann vs. Tado
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Aus unserem Zuhause wird das digitale Smart Home: Mit dem Smartphone regeln wir Licht, Klimaanlage – und Heizung. Das Münchner Start-up Tado prescht voran und mischt mit seinen per App gesteuerten Thermostaten eine ganze Branche auf.

Wird der hundert Jahre alte (aber megaerfolgreiche) Heizungsbauer Viessmann im Wettstreit um Daten, Algorithmen und Plattformen bestehen können?

Es treten an: Maximilian Viessmann gegen Tado-Chef Christian Deilmann.

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Diese Männer streiten um den Heizungsmarkt.

Maximilian Viessmann – der Platzhirsch

  • 28 Jahre alt, Juniorchef bei Viessmann.
  • Steuert die Digitalisierung des Traditionsunternehmens, das seit vier Generationen für warme Wohnzimmer sorgt.
  • Team: 12 000 Mitarbeiter weltweit
  • Umsatz: rund 2,2 Milliarden Euro Umsatz
  • Die Produkte: Viessmann ist vor allem für seine Heizkessel bekannt, gehört aber auch bei Kühl- und Energiesystemen zu den Technologieführern. Die Fabrik am hessischen Stammsitz gehört zu den effizientesten Deutschlands.

Christian Deilmann – der Herausforderer

  • 34 Jahre alt, hat mit Tado aus dem Nichts den europäischen Marktführer für intelligente Heizungssteuerung geschaffen.
  • Gegründet 2011 expandiert das Start-up rasant: 100 Prozent jährliches Wachstum sind normal.
  • Team: 150 Mitarbeiter
  • Finanzierung: 50 Millionen Euro Risikokapital, Aktivitäten in Europa, Asien, Amerika.
  • Das Produkt: Mit Tado steuern Nutzer sensorgesteuerte Thermostate: die App fährt die Heizung automatisch runter, wenn morgens alle Bewohner das Haus verlassen und regelt sie wieder hoch, wenn sie sich wieder nähern. Und sie berücksichtigt den Wetterbericht. Mit der Tado-App haben die Nutzer täglich Kontakt – hat Viessmann gegen diese Kundennähe eine Chance?

Um was streiten die sich eigentlich?

Der Markt für Heiz- und Kühlsysteme ist ein Milliardenmarkt im Umbruch. Schon im Januar 2014 ahnten sie bei Viessmann, was auf den Mittelständler aus der hessischen Provinz zurollt: Google kaufte das Start up Nest, das genau wie Tado sensorgesteuerte, selbstlernende Thermostate entwickelt. Die Digitalisierung, sie hatte Viessmanns Kerngeschäft erreicht. Die Frage ist: Endet der Heizungsbauer als Zulieferer von Google und Co? Oder eröffnet das Internet der Dinge neue Geschäftsfelder für die nächsten hundert Jahre?

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