Neue Mitarbeiter finden 5 unterschätzte Alternativen zur Stellenanzeige

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Sie bekommen auf Ihre Stellenanzeigen kaum Bewerbungen? Dann probieren Sie es doch mal mit diesen Wegen.

Die Suche nach neuen Mitarbeitern entwickelt sich für viele mittelständische Unternehmen zu einem immer größeren Problem. Abnehmende Geburtenraten, längere Ausbildungs- und Studienzeiten, steigende Ansprüche der Bewerber an den zukünftigen Arbeitgeber – das sind nur einige der Herausforderungen. Der „Kunde Kandidat“ hat sich in vielen Branchen zu einem knappen Gut entwickelt.

Was tun? Mit diesen Alternativen zur klassischen Stellenanzeige können Sie Kandidaten ansprechen, die Sie auf traditionellem Wege eher nicht erreichen.

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Tipp 1: Active Sourcing über Xing und LinkedIn

Auf Plattformen wie Xing und LinkedIn können Sie mit einem Schlag auf ca. 30 Millionen Bewerberprofile im deutschsprachigen Raum zugreifen – und zwar vom einfachen Sachbearbeiter bis hin zur Top-Führungskraft der ersten und zweiten Führungsebene.

Vorteil: Sie müssen nicht eine Vielzahl von externen Bewerbungseingängen prüfen und bearbeiten, die nicht zu Ihren Anforderungen passen, sondern sprechen nur Kandidaten mit Potenzial an. Auch wenn Active Sourcing natürlich Arbeitszeit in Anspruch nimmt, so fällt der Bearbeitungsaufwand hinterher deutlich niedriger aus, da Sie mit Hilfe von Filterfunktionen genau die Profile angezeigt bekommen, die zu Ihrer Suche passen.

Übrigens: Sie können auf Xing und LinkedIn auch Stellenanzeigen schalten. Diese haben den großen Vorteil, dass Sie vorab genau definieren können, welcher Zielgruppe (Alter, Geschlecht, Vorbildung, aktuelle Position, Region etc.) Ihre Anzeige angezeigt werden soll. So minimieren Sie Streuverluste und reduzieren Werbekosten.

Tipp 2: Mobile-Recruiting-Lösungen wie Truffls

Sowohl für Jobsuchende als auch für Unternehmen sind Matchingportale wie Truffls oder Jobilla eine gute Option, den passenden Job beziehungsweise Kandidaten zu finden. Hierbei geben Sie Ihre Anforderungen an und werden dann in einer Liste mit vielen weiteren Arbeitgebern geführt.

Der Bewerber macht daraufhin einen Test, in dem Qualifikationen und weitere wichtige Daten von seiner Seite angegeben werden müssen. Auch Aspekte wie die Motivation oder die bisherigen Erfahrungen spielen eine Rolle.

Vorteil: Mit Hilfe solcher oder ähnlicher mobile Recruiting-Lösungen können Unternehmen deutlich schneller vor allem Spezialisten präsentiert bekommen. Der Recruitingaufwand ist minimal, da Ihnen passende Profile zugespielt werden. Außerdem können Sie zügig in Kontakt mit dem Bewerber treten, ohne dass Sie auf eine eigene Recruitingsoftware angewiesen sind. Gleichzeitig bekommt der Bewerber geeignete Jobangebote vermittelt und kann auch selbst weitere Schritte unternehmen.

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Tipp 3: Lebenslaufdatenbank der Bundesagentur für Arbeit

Die Lebenslaufdatenbank der Bundesagentur für Arbeit ist eine weitere Möglichkeit, über die Sie auf eine Vielzahl interessanter Bewerberprofile zugreifen können. Sie legen vorab in einer Suchmaske fest, welche Voraussetzungen ein Bewerber mitbringen soll, etwa einen konkreten Schulabschluss, ein Studium oder sonstige Fähigkeiten und Kenntnisse. Menschen, die diese Anforderungen erfüllen, werden Ihnen aufgelistet. Sie können diese dann direkt kontaktieren.

Vorteil: Wie auch beim Active Sourcing auf Xing oder LinkedIn gilt hier: Sie müssen sich nicht länger mit ungeeigneten Bewerbungen beschäftigen, da Sie nur Kandidaten ansprechen, die zumindest die formalen Voraussetzungen mitbringen.

Vorteil: Wird Personal in anderen Unternehmen freigesetzt, so ist der freigesetzte Mitarbeiter verpflichtet, sich frühzeitig (in der Regel mehrere Wochen vor Ablauf der alten Beschäftigung) bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend zu melden. Gerade in Krisenzeiten bekommen Sie so über die Lebenslaufdatenbank der Bundesagentur für Arbeit Top-Kandidaten präsentiert.

Vorteil: Anders als bei Xing oder LinkedIn, wo für die Bewerbersuche gegebenenfalls kostenpflichtige Mitgliedschaften oder Anzeigen notwendig sind, können Sie auf die Lebenslaufdatenbank der Bundesagentur für Arbeit kostenlos zugreifen.

Tipp 4: Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Sie haben bereits viele zufriedene Mitarbeiter in Ihren Reihen? Prima, dann verfügen Sie über eine der besten Schnittstellen zu neuem Personal. Auch Ihre Mitarbeiter sind privat in Netzwerken unterwegs und haben in der Regel Kontakt zu Menschen mit ähnlicher Ausbildung.

Vorteil: Mit einem Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm bekommen Sie Kandidaten, bei denen von Anfang an ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht. Denn wenn Ihre Mitarbeiter Sie als Arbeitgeber im Bekanntenkreis empfehlen, hat dies bei Bewerben häufig ein hohes Gewicht.

Vorteil: Gut gemachte Stellenanzeigen generieren häufig zwar quantitativ viele Bewerbungseingänge – diese sind in vielen Fällen jedoch nicht optimal für die ausgeschriebene Stelle geeignet. Ihre Mitarbeiter aber wissen, wen Sie suchen. Vorgeschlagene Kandidaten passen häufig gut ins Team. Das reduziert den Recruitingaufwand und die Recruitingkosten.

Tipp 5: Facebook-Werbeanzeigen

Auf Facebook können Sie sogenannte Facebook Job Ads erstellen. Diese Anzeigen werden nur Nutzern angezeigt, die dem Profil entsprechen, das Sie zuvor angegeben haben. Sie legen ein Budget fest, die Anzeige endet automatisch, wenn das Budget verbraucht ist. Kosten entstehen nur, wenn jemand auf Ihre Anzeige klickt.

Der Erfolg einer solchen Kampagne ist in den meisten Fällen von der Aufmachung abhängig. Aus diesem Grund sollten Sie für eine möglichst interessante Darstellung sorgen, um den Nutzer auf Facebook zum Klicken zu animieren. Anschließend erhalten die Interessenten Informationen, welche Anforderungen Sie stellen und wie sie sich bewerben können.

Vorteil: Facebook-Werbeanzeigen sind – gerade jetzt in der Corona-Krise – deutlich preiswerter als Online-Stellenanzeigen bei Jobbörsen. Außerdem lassen sich Facebook-Anzeigen anders als Anzeigen bei Jobbörsen sehr gut planen und bis ins letzte Detail auf bestimmte Nutzer fokussieren (Geschlecht, Alter, Bildungsgrad, Region, Interessen der Zielbewerber etc.). So stellen Sie sicher, dass Sie von Beginn an die richtige Zielgruppe ansprechen.

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1 Kommentar
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    Anonymous 10. Oktober 2020 23:14

    Es gibt noch einen 6. Weg: eine spezialisierte Personalberatung einschalten.

    Das ist zwar nicht ganz billig, aber wenn der Chef die Zeit zusammenrechnet, die er und seine Mitarbeiter für die Rekrutierung brauchen und die entsprechenden Kosten dagegenhält, ist der Berater möglicherweise sogar günstiger. Außerdem sind viele kleine und mittlere Unternehmen und ebenso viele Abteilungen großer Unternehmen nicht gerade sehr erfahren darin, hochqualifizierte Experten zu beurteilen. Daher ist hier die Wahrscheinlichkeit groß, den oder die Falsche auszuwählen. Dann muss man nach 6 Monaten von vorne beginnen. Rechnet man diese Kosten dazu, ist ein erfahrener, spezialisierter Personalberater günstiger!

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