Facebook Jobs Was taugt Facebooks neue Funktion, um neue Mitarbeiter zu finden?

Daumen hoch: Mit Hilfe von Facebook Jobs sollen kleine Unternehmen einfacher neue Mitarbeiter finden.

Daumen hoch: Mit Hilfe von Facebook Jobs sollen kleine Unternehmen einfacher neue Mitarbeiter finden.© David-W- / photocase.de

Über Social Media ganz einfach neue Mitarbeiter finden - das verspricht "Facebook Jobs". Welche Vorteile die neue Plattform für die Mitarbeitersuche bietet - und welche Schwächen sie hat.

Was haben qualifizierte Azubis und Digitalexperten gemeinsam? Richtig, sie sind schwer zu finden. Einfach eine Stellenanzeige auf einer der zahlreichen Business-Plattformen zu schalten, reicht in den seltensten Fällen aus. Unternehmen müssen mittlerweile bei der Suche nach neuen Mitarbeitern sehr kreativ werden. Das verdeutlicht beispielsweise die virale Job-Kampagne des Glasermeisters Sven Sterz auf Facebook. Auch Facebook selbst hat auf diese Entwicklung reagiert und Mitte des Jahres die Zusatzfunktion „Facebook Jobs“ in Deutschland gelauncht. Doch was taugt die neue Funktion?

Wie funktioniert Facebook Jobs?

Unternehmen, also Seiten-Administratoren, können ab sofort Stellenangebote offen bei Facebook ausschreiben. Unter „Entdecken“ in der linken Navigation klickt man ganz einfach auf den Unterpunkt „Jobs“, um zur Ausschreibungsfunktion zu gelangen. Auf der neuen Seite erscheint der Button „Jobanzeige posten“. Wählt man diesen aus, kommt man zur Eingabemaske. Dort kann ein Job-Profil mit Angaben wie Berufsbezeichnung, Standort, optionaler Gehaltsangabe, Art des Jobs (Vollzeit, Teilzeit, etc.), Detailbeschreibung der Aufgaben und Anforderungen angelegt und anschließend veröffentlicht werden. Der Beitrag erscheint dann auf der unternehmenseigenen Facebook-Seite, im Marketplace, im Job-Bereich oder im Newsfeed der Plattform. Nach Angaben von Facebook richtet sich das neue Feature vor allem an lokale, mittelständische und handwerkliche Unternehmen.

Anzeige

Die Anzeigenbörse mit Stellen aus der Region ist für Bewerber wie auch für Unternehmen über den Menüpunkt „Jobs“ sichtbar. Bei Interesse können Bewerber ein Online-Formular direkt über den Button „Jetzt bewerben“ ausfüllen und versenden.

Welche Vorteile bietet Facebook Jobs?

Schneller bewerben geht kaum

Schon heute nutzen mehr als 55 Millionen Deutsche ein Smartphone. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich Unternehmen bei der Zielgruppenansprache mehr und mehr auf die mobile Kommunikation konzentrieren. An die Stelle einer mehrseitigen Bewerbungsmappe tritt bei Facebook Jobs ein kurzer Lebenslauf, der sogar schon teilweise mit Informationen aus dem Facebook-Profil vorbefüllt ist. Das macht eine Bewerbung für Interessierte schnell und unkompliziert.

Floskeln ade

In vielen Stellenanzeigen folgt eine nichtssagende Standardfloskel der anderen – und gerade die großen Player sehen in Facebook Jobs nur eine weitere Job-Plattform. Das eröffnet Chancen für kleinere und mittelständische Unternehmen. Sie sollten sich in der neuen Anwendung richtig ins Zeug legen, um sich als attraktiver Arbeitgeber von der Konkurrenz abzusetzen und den Bewerber passend zum Umfeld und ohne Standardfloskeln für sich zu gewinnen. Eine kreative Stellenanzeige ist hierbei der perfekte Einstieg – vor allem für Firmen, die innovative und kreative Köpfe suchen.

Skalierbare Kosten

Unternehmen haben durch Facebook Jobs die Möglichkeit, die komplette Stellenausschreibung kostenlos auf ihrer Seite zu teilen. Zusätzlich wird der Beitrag im „Entdecken“-Bereich, bei Marketplace und im Newsfeed gestreut.

Aber: Wie bei allen Content-Formaten auf Facebook sollte auch hier ein Werbebudget eingeplant werden, damit die Stellenanzeige besser platziert wird und mehr Reichweite bekommt.

Welche Schwächen hat Facebook Jobs?

Wenig Raum für individuelle Bewerbungen

Die Stärke, dass eine Bewerbung hier schon in wenigen Schritten ausgefüllt werden kann, ist zugleich eine Schwäche von Facebook Jobs: Bewerber haben kaum Raum für Individualität und Kreativität. Verweise auf eine PDF-Datei, eine andere Website oder andere Social-Media-Profile, in denen die eigentliche „Kreativ-Bewerbung“ liegt, sind nicht möglich.

Fehlerhafte Trefferliste

Manche Unternehmen stellen ihre Stellenprofile irrtümlich mit einer falschen Berufsbezeichnung ein und listen dadurch in der falschen Job-Kategorie. Manche „spammen“ ganz bewusst die Anzeige in nicht passenden Kategorien, um ihre Stelle weiter zu pushen. Wer es richtig machen will, verwendet sinnvolle Keywords und Kategorien und achtet auf regionale Bezüge. Und setzt darauf, dass Facebook beim Targeting korrekt ausliefert.

Datenschutz-Probleme

Bei einer Bewerbung werden personenbezogene Daten an das US-amerikanische Unternehmen übermittelt und landen auf dem Server von Facebook. Das ist mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nur schwer vereinbar. Bevor Unternehmen Facebook Jobs nutzen, sollten sie deshalb einen Anwalt oder Datenschutzbeauftragten konsultieren.

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1 Kommentar
  • Tim 12. September 2018 09:39

    Wer sich bei mir über FB / mit Hilfe von FB bewerben würde (das darf ich nicht schreiben) ist wohl nicht ganz in der Aktuellen Zeit angelangt.

    FB als Datensauger / und auch jemand, der es mit Datenschutz nicht zu eng sieht. Dann die Bewerber, bei denen der Datenschutz auch nicht so streng gesehen wird, oder die User, die es nicht wissen. (Das macht die Sache aber nicht besser).

    z.B. Bewerbung in der IT Branche und per FB

    FB und Jobsuche passt einfach nicht.

    Ich weiß Old School, man muss doch mit der Zeit gehen. Datenschutz ist Heutzutage wichtiger denn je. Daher gilt für mich: Derjenige, der sich über FB bewirbt gibt automatisch bereits einiges Preis.

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