Floskeln in Bewerbungen 7 Floskeln, die in Bewerbungsschreiben wahnsinnig nerven

Nicht schon wieder ein 0815-Satz! Leider sind viele Formulierungen in Bewerbungen floskelhaft.

Nicht schon wieder ein 0815-Satz! Leider sind viele Formulierungen in Bewerbungen floskelhaft.© Saimen. / photocase.de

"Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen …" und andere Killer-Phrasen, die wir NIE wieder in einem Bewerbungsschreiben lesen wollen.

Kennen Sie jemanden, der gern Bewerbungen schreibt? Sich selbst als Spitzenkandidat für eine freie Stelle anzupreisen, fällt den meisten Menschen schwer. Kein Wunder, dass viele Bewerber dankbar auf Standard-Formulierungen zurückgreifen, die sie im Netz oder in Ratgebern gefunden haben. Doch genau das macht es für die, die einen Job zu vergeben haben, so schwer – um nicht zu sagen unerträglich. Wer sich durch zig Bewerbungen mit den immer gleichen Worthülsen arbeiten muss, wird zustimmen: Diese Floskeln aus Bewerbungsanschreiben gehören auf die Schwarze Liste:

1. „Sehr geehrte Damen und Herren, …“

Oder auch: „Ich habe mir noch nicht einmal die Mühe gemacht herauszufinden, auf wessen Schreibtisch meine Bewerbung wohl landen wird. Aber ich bin total motiviert und habe wirklich Lust auf diesen Job, ehrlich …“

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2. „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige vom 27. November 2017 gelesen.“

Wer so einsteigt, kann seine Bewerbung auch gleich mit „Max Mustermann“ unterschreiben. Das ist ein Textbaustein ohne Aussage, auf den man am liebsten antworten würde: „Wenn Sie Stellenanzeigen mit wenig Interesse lesen würden, wären Sie vermutlich nicht auf der Suche nach einem neuen Job.“ Der Einstieg sollte zumindest ein kleines bisschen neugierig machen – sonst will doch keiner weiterlesen.

3. „Hiermit bewerbe ich mich um die ausgeschriebene Stelle als Energieanlagenelektroniker.“

Auch nicht viel besser. Was sonst könnte man mit einer Bewerbung bezwecken wollen als – sich zu bewerben?

4. „Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können, habe ich bereits zehn Jahre Berufserfahrung.“

Eigentlich selbstverständlich, dass man bei einer Bewerbung einen Lebenslauf mitschickt. Den gucken sich die meisten Arbeitgeber genau an, die Stationen müssen im Anschreiben also bitte nicht noch einmal wiedergekäut werden.

5. „Die ausgeschriebene Stelle empfinde ich als spannende Herausforderung.“

Und diese Floskel ist ungefähr so spannend wie einem Baum beim Wachsen zuzusehen. Dabei sehnt sich jeder Chef nach konkreten Beispielen: Was genau ist für den Bewerber spannend? Wie passt er zur Unternehmenskultur? Worin sieht er seine Stärken?

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6. „Ich bin motiviert und pünktlich.“

Wer so etwas schreibt, sollte sich den „Dreh es um“-Test zu Herzen nehmen. „Ich bin unmotiviert und komme immer zu spät.“ – so einen Satz wird man wohl in keiner Bewerbung finden. Die Umkehr ins Gegenteil zeigt, wie absurd die Aussage ist, weil hier mit einer Selbstverständlichkeit für sich geworben wird. Also: Besser genauer überlegen, was einen als Bewerber wirklich ausmacht.

 7. „Ich habe umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der Suchmaschinenoptimierung.“

Auch hier gilt die alte Schreibregel „Show, don’t tell“: Statt einer stumpfen Behauptung würde man viel lieber wissen wollen, wie sich die „umfangreiche Erfahrung“ bemerkbar macht. Welche Projekte hat der Bewerber konkret umgesetzt? Und was hat das dem damaligen Arbeitgeber gebracht?

Doch wer sich aussagekräftigere Anschreiben wünscht, sollte sich zuerst an die eigene Nase fassen: Denn auch viele Stellenanzeigen strotzen nur so vor Floskeln, die kaum ein Bewerber für glaubwürdig hält.

10 Kommentare
  • Tilman Schmidt 8. Dezember 2017 10:22

    Hallo Frau Müller,
    in Ihrem Text vermisse ich die Service-Mentalität und das Engagement für Ihren Job sowie die Empathie, die eigentlich eine unabdingbare Qualifikation für Personalfachkräfte sein sollte. Mit dieser Arbeitseinstellung hätten Sie auf eine Position in meinem Team sicher keine Chance.
    Es ist Ihre Aufgabe, aus den eingehenden Bewerbungen die besten Kandidaten für die zu besetzende Stelle herauszufiltern. Dafür werden Sie bezahlt. Sich dabei von persönlichen Vorlieben und sachfremden Emotionen wie „diese Floskel nervt“ leiten zu lassen ist unprofessionell. Bei jedem Job nervt auf die Dauer irgendetwas, sei es die immergleichen Kundenbeschwerden, die immergleichen PC-Anwenderprobleme oder die immergleichen Buchungsfehler. Die professionelle Reaktion darauf ist nicht, darüber zu lamentieren, sondern sich zu überlegen, woran das liegt und wie man es verbessern kann.
    Viele Grüße,
    Tilman Schmidt

  • Jana Keller 8. Dezember 2017 09:43

    Hallo Frau Müller,

    nach den Bewerbungsschreiben, die uns in letzter Zeit eingehen, wäre ich dankbar, wenn ich wenigstens die oben genannten Floskeln vorfinden würde und diese idealerweise als Einleitung zu einer Aussage über den Bewerber mit Bezug zu unserer Stellenanzeige dienen. Stattdessen scheinen Bewerber aber lieber ihren Lebenslauf noch einmal kurz in Prosa widergeben zu wollen. Dabei zeigen dann sogar bei muttersprachlichen Akademikern die Grammatik und die Rechtschreibung, dass der Schwerpunkt eher auf Kreativität oder Multitasking als auf ganzheitlichem Verständnis oder Sorgfalt liegt…

    Das Problem sind aus meiner Sicht nicht die Floskeln. Wie der Bewerber die Informationen einleitet, die er mir zur Verfügung stellen möchte, ist mir ziemlich egal. Wenn er die Floskeln als eine Art Checkliste verwenden möchte, dass alles Wichtige in der Bewerbung drin ist: Bitteschön. Den von Ihnen verpönten Satz „Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können, habe ich bereits zehn Jahre Berufserfahrung.“ lese ich gerne, wenn der Bewerber mir danach erläutert, wie diese 10 Jahre ihn auf die Arbeit bei mir vorbereiten. Und wenn da steht, dass er in 10 Jahren auf dem Ponyhof gelernt hat, dass Ordnung und zuverlässige Absprachen wichtig sind, und er deswegen bei mir als Datenanalyst auch auf ordentliche Datenablage und Einhaltung seiner zeitlichen Zusagen achten wird, dann ist das allemal besser, als wenn jemand einfach nur den Lebenslauf beilegt und unterstellt, ich werde mir schon denken können, was er da gelernt hat und warum mir das nützen könnte.

    Natürlich macht es sich in einer Kolumne besser, den Wegfall von Althergebrachtem zu wünschen, als die Tipps zu wiederholen, die sowieso jeder kennt:
    -> Stellt den Bezug eurer Erfahrungen zur Stellenanzeige her. Und wenn die Stellenanzeige dürftig ist, zeigt wenigstens, ihr habt euch Gedanken gemacht, was ihr aufgrund der Anzeige vermutet. Schließlich ist diese Vermutung ja die Grundlage eurer Bewerbung.
    -> Und lest die Bewerbung vor dem Absenden noch mal durch! Wenn euch eure eigene Bewerbung zu blöd ist, um sie noch mal Korrektur zu lesen, dann versetzt euch mal in die Lage des Adressaten ;-).

    Statt Bewerber mit immer neuen Ideen zu verunsichern und von den beiden Tipps abzulenken, scheint es mir wirklich sinnvoller, Unternehmen Hilfen an die Hand zu geben, aussagekräftige Stellenanzeigen aufzusetzen.

    Jana, Teamleiterin und Produktmanagerin

  • IZ 8. Dezember 2017 09:14

    Hallo,

    wenn ich mich bewerbe will ich nur eines – eine Job. Typischer Weise hat die Personalabteilung keine Ahnung um was es sich in der Ausschreibung geht. Im besonderen in technischen Berufen. Die Vorgaben kommen meistens aus den Fachabteilungen und werden dann von der Peronalabteilung formuliert. (Es ist immer wieder eine Freude die unsinnigen Anforderungen in den Stellenanzeigen zu lesen.) (Und machen wir uns nichts vor – die Überflieger die immer gesucht werden sucht doch keine Firma. Ich möchte einmal lesen „Wir suchen das Gesicht in der Menge das einfach seine Arbeit macht ohne Ambitionen“). Aber ich schweife ab. Um mit meiner Bewerbung Fachabteilung (Typischer Weise sind es immer drei Bewerber die es schaffen) vorzudringen muss ich drei Dinge erfüllen. 1, Das Passbild muss Super-Sympatisch (Habe schon Sekretärinnen gesehen die die „hässlichen“ sofort aussortiert hat und „Ist der Süß“ kamen in die Auswahl.) sein. 2. Formal korrekt sein und 3, alle Punkte u. Anforderungen der Stellenausschreibung müssen im Anschreiben in irgend einer Form wiederholt werden. 4. Die genaue Stellenvezeichnung MUSS wiederholt werden. (Wird ein Kodierer gesucht berwerbe ich mich als Kodierer und nicht als Programmierer oder Informatiker)

    Bis jetzt waren auf diese Weise immerhin 8 von 10 Berbungen Erfolgreich.

  • Anna Meier 7. Dezember 2017 21:47

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es egal ist, ob man kreativ ist oder nicht, wenn man dem Personaler nicht passt, passt man ihm nicht. Ich habe mir allerdings schon öfter überlegt, ob ich nicht einfach in Zukunft buntes Papier verwenden oder ein völlig unpassende Grafik in die Bewerbungsmail packen soll.

    Mir ist nämlich absolut schnuppe, was die Leute von mir denken, dass ich meinen Job kann, weiss ich – die Personaler raffen das aber eh nie, weil ich nicht in ihre Vorstellungen passe und nicht nach ihren Regeln spiele.

  • Wissenschaftlerin 5. Dezember 2017 15:51

    Die ersten Sätze in Bewerbungen sind ebenso stereotyp wie die Stellenanzeigen und den Webauftritten der Firmen die als Empfänger adressiert werden. Viele Homepages lassen zu wünschen übrig. Die ermittelte Erfolgsquote bei Bewerbungen auf offizielle Ausschreibungen liegt je nach Branche zwischen 7-30 %. Fakt ist: Die meisten Stellen, besonders die interessanten und herausfordernden, werden seltener durch offizielle Ausschreibungsverfahren besetzt. Viele schalten Anzeigen um mal zu schauen … wer sich da meldet und was der Markt hergibt. Folglich ist es zwar für Personaler ärgerlich aber auf Seite des Bewerbers verständlich wenn unoriginelle standardisierte Eröffnungssätze aus der Ratgeberliteratur einkopiert werden. Eventuell sollten wir mehr telefonieren wenn wir tatsächlich aneinander interessiert sind ? Und wie viele Unternehmen/Personaler senden recycelte emails und Absageschreiben tonnenweise pro Jahr ? Welches Unternehmen macht sich noch die Mühe, ein individualisiertes Benachrichtigungsschreiben (noch) abzufassen ? Die Qualität unserer Bewerbungsinhalte wird sich durch mobile Apps und Portalfilter nicht automatisch verbessern, sondern könnte sich im worst case dem Twitterstil mit „Wisch und weg!-Funktion“ und durchgeklickten Fragebögen sich mehr und mehr angleichen. Denn der Trend geht zur Standardisierung und Automatisierung auch hier !

  • Axel Haitzer 4. Dezember 2017 10:31

    Grüß Gott, Frau Müller!

    Lassen Sie uns bitte Ursachenforschung betreiben und kurz überlegen, warum Bewerber floskelhafte Bewerbungen schreiben.

    1. „Sehr geehrte Damen und Herren, …“
    Wie meine letzte Studie ergeben hat, ist in 57,4% der Stellenanzeigen kein Ansprechpartner angegeben. Was sollen also Bewerber machen? Anrufen? – Es läuft gerade eine Studie zum Thema Erreichbarkeit der Personaler über die in Stellenanzeigen angegebene Telefonnummer (sofern die überhaupt angegeben ist). Der Zwischenstand: 5,7 Anrufe bei der in der Stellenanzeige angegebenen Nummer sind im Durchschnitt nötig, bis überhaupt jemand ans Telefon geht. Falls man jemand erwischt, erfährt man häufig, dass der Name des Ansprechpartners nicht herausgegeben werden dürfe. Insgesamt sind diese Telefonate in der Mehrzahl alles andere als wertschätzend oder gar herzlich.

    Die Firmen geben Bewerbern in den Stellenanzeigen den Kommunikationsstil vor. Personaler schreiben unaussagekräftige Stellenanzeigen und erwarten aussagekräftige Bewerbungen. Wie kann das sein?

    So sieht die typische Stellenanzeige aus:
    „Wir sind der schönste und tollste Arbeitgeber. Unsere Produkte setzten Maßstäbe. Wir planen heute schon für morgen, denn Erfolg ist kein Zufall. Wir wachsen – das ist Ihre Chance. Gestalten Sie mit uns die Zukunft! Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir einen ##. Wenn Sie teamorientiert und flexibel sind, Sie analytisch denken, kreativ, verantwortungsbewusst, durchsetzungsstark und serviceorientiert sind, dann passen Sie perfekt in unser Team. Interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung.“

    Ihre anderen Punkte:
    2. „Mit großem Interesse …“
    3. „Hiermit bewerbe ich mich um die ausgeschriebene Stelle als …“
    4. „Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können …“
    5. „Spannende Herausforderung …“
    6. „Ich bin motiviert und pünktlich…“
    7. „Ich habe umfangreiche Erfahrungen …“ – „Show, don’t tell“
    sind die logische Folge auf miserable Stellenanzeigen voller Floskeln Phrasen und Worthülsen. Stellenanzeigen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Der eine oder andere mag jetzt einwenden, dass sich Firmenname und Logo unterscheiden. Stimmt. Das war’s dann aber auch. Google Sie einfach mein Chart „Bullshit Bingo in Stellenanzeigen“. Sie brauchen garantiert keine 10 Stellenanzeigen lesen, bis Sie „Bingo“ rufen können.

    Abschließen möchte ich mit meinem Merksatz für Personaler: „Wer Stellenanzeigen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte in Umlauf bringt, wird mit lausigen Bewerbungen bestraft.“

    Vielleicht finde ich ja in Ihnen, liebe Frau Julia Müller, eine Mitstreiterin für die gute Sache: Stellenanzeigen, die Bewerbern authentische Einblicke ins Unternehmen und die ihre Aufgaben geben. Stellenanzeigen, die klar kommunizieren welcher Typ gesucht wird. Stellenanzeigen, die sich spannend lesen. Und Stellenanzeigen, die keinen Zweifel daran lassen, wer ins Unternehmen passt und wer sich besser nicht bewerben sollte.

    HERZliche Grüße
    Axel Haitzer
    Leidenschaftlicher Coach für sympathische, aussagekräftige Stellenanzeigen mit Magnetwirkung [Rest entfernt, bitte keine Werbung – siehe auch unsere Netiquette]

    • Karl-Heinz Kierdorf 5. Dezember 2017 03:47

      Hallo Herr Haitzer,

      ich kann mich Ihren Ausführen nur anschließen und diese durch meine eigenen Erfahrungen die ich derzeitig bei der Jobsuche mache bestätigen.
      Arbeitgeber die per sofort und schnellstens die vakante Arbeitsstelle lt. Stellenangebot besetzen möchten und dann einfach nicht auf eine Bewerbung reagieren! Sie können von Glück reden, wenn es zumindest eine automatische Eingangsbestätigung aus einem Computersystem heraus gibt wenn die Bewerbung per Email gesendet wird. Das war es dann aber auch schon in vielen Fällen.
      Stellenanzeigen die implizieren, dass die eierlegende Wollmilchsau gefordert wird mit Top-Qualifikationen und anderseits, dass die zu besetzende Stelle jedoch „lediglich“ eine Sachbearbeiterstelle ist. Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass wenn die angebene Tel.-Nr. in der Stellenanzeige angerufen wird, ein durchstellen von Pontius zu Pilatus erstmal stattfindet……. mit einem nicht besonders großem Erfolg hinsichtlich Fragen die sie dann haben. Die Antworten sind i.d.R. so gewesen: „Senden Sie uns doch bitte einfach wie gewünscht Ihre aussgekräftigen, vollständigen Bewerbungsunterlagen mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung und Ihr frühestmögliches Eintrittsdatum. Sie hören dann von uns.“ So kann das einfach nicht funktionieren. Ein schlechtes Bewerbungsmanagement voller Floskeln und ungenauer oder gar übertriebener Beschreibung hinsichtlich von ausgeschriebenen Arbeitsstellen und deren Qualifikationsanforderungen, kann in der Logik auch nur zu solchen Formulierungen (wie im obigen Hauptartikel) durch Bewerber führen.

      Viele Grüße
      Karl-Heinz Kierdorf
      Arbeit suchend

    • Christian 6. Dezember 2017 02:28

      Genau das ist es. Wenn überhaupt genauer auf die Stelle eingegangen wird, dann ist es nachher doch entweder nur „Nice to have“ Anforderungen, oder es wird spätestens bei einem Gespräch klar, dass doch etwas anderes gesucht wurde/wird.
      Sich beschweren, dass kein qualifiziertes Personal zu finden ist, aber auf der einen Seite nicht danach bezahlen wollen, und warum sollte man z.B. Gehaltsvorstellungen angeben, wenn das Unternehmen noch nicht einmal inder Lage ist den Mittelwert zu nennen, den es bereit ist zu Zahlen?
      Warum überhaupt viele Worte in einem Anschreiben? Unnütze Zeitverschwendung. Es wird, wenn überhaupt eine Antwort kommt, eh nur Standartabfertigung marke… Wurde anderweitig besetzt, Danke für das Interesse in unser Unternehemen.. blah. Was nicht im Lebenslauf, und/oder Arbeitszeugnis steht, durch Fortbildungsnachweis schriftlich nachgewiesen wird, gilt in Deutschland eh nicht. Da kann ich auch als E.Tech. Meister schreiben, dass ich bei z.B. Ford eine ganze Produktionsstraße allein Programmiert, Aufgebaut, und in Betrieb genommen habe, natürlich in Rekordverdächtigen 2 Wochen. Werden noch von anderen Gewerken Wissen und Können gewünscht, ja Zählt da das man ein Haus besitzt und alles selber macht, was kein Spezialwerkzeug benötigt? Wird geglaubt, dass man sich über die Jahre das Spezialwerkzeug zugelegt hat, und alles selber macht? NEIN. Es fehlen die Bescheinigungen, dass man dies auch machen kann/darf.
      Die einen bleiben bei den Tatsachen, werden bei Seite gelegt, die Anderen lügen sich die Eierlegende Wollmilchsau zusammen, werden genommen und wenn es dann einen Punkt trifft, der hervorgehoben wurde, aber nicht gekonnt wird, ist die Stelle wieder frei.
      Lange Rede kurzer Sinn, warum sich einen Abbrechen bei einem Anschreiben? Am Ende zählen die Fakten, also das was man wirklich kann. Wer einen Schriftsteller haben will, der soll einen Suchen, und nicht einen, der mit Kopf und seinen Händen Arbeitet um einen Aufsatz bitten, den er doch nicht ganz lesen wird.
      Auch ist es Schwachsinn zu sagen, „Ich bewerbe mich hiermit auf Stelle xyz“ wäre Blödsinn. Ist es immer der Personaler, der die Unterlagen direkt auf den Tisch bekommt?
      Auch soll es Unternhemen geben, die mehrere Stellen Ausschreiben, also muss auch der Personaler wissen, welche Stelle angestrebt ist. Nehmen wir mal einen Pizzaproduzent. Er hat Verwaltung, Produktion, Labor, Instandhaltung, Reinigung,…….
      Die Ausbildung war auf dem Büro, Ausgeschriebene Stellen sind für Verwaltung und Instandhaltung bereich Kältetechnik.
      Personaler sagt Juchuhhhh ich habe einen Kältetechniker gefunden, und Lädt sie zum Vorstellungsgespräch ein.? Oder sagt er, Büro? Brauch ich nicht, Absage. Weil eben ein anderes Fachgebiet dafür zuständig wäre, also ein anderer in der Personalabteilung?
      Klar kommt da die persönliche Anrede zum Zuge, wenn diese eben auf die jeweilige Stelle genannt wird.
      Wenn es wirklich den Fachkräftemangel gibt, ist eine Geschichte als Anschreiben eh überholt, da sollte das Unternehmen froh sein, wenn überhaupt sich einer meldet. Hat ein Unternehmen allerdings das Glück, dass es mehrere Zuschriften gibt, sollte es sich auf die Fakten berufen, sind Unklarheiten, sich die Zeit nehmen und Einladen.
      Auch wäre es mal von Vorteil, wenn die Unternehmen mitteilen würden, warum eine Ablehnung erfolgte. Wenn es sich um weitere Qualifikationen handelt, könnte die Person sich eine spätere Bewerbung auf eine Stelle mit den selben Anforderungen sparen, oder eben diese nachholen.
      So lange sich die Personalsuchenden keine Mühe machen bei Stellenanzeige, und/oder Absage, so lange wird sich kein Schriftsteller auf eine technische Stelle bewerben.

    • Peter Bernard 8. Dezember 2017 07:50

      Guten Tag Herr Haitzer,
      Sie sprechen mir aus der Seele. Seit vielen Jahren berteue ich eine Vermittlungsmaßnahme bei einem Bildungsträger. Ziel ist es ALG II Empfänger wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt zu etablieren. Aber wie soll eine Bewerbung geschrieben werden wenn so gar nichts in Stellenanzeigen steht, außer die üblichen Floskeln. Da ist es meistens unmöglich aussagekräftig oder gar Kreativ zu schreiben. Ich finde es ja grundsätzlich gut, dass auf solche Floskeln aufmerksam gemacht wird. Aber was ich bei Frau Müller vermisse, sind Vorschläge was stattdessen geschrieben werden kann. Natürlich kann mann kritisieren. Aber dann sollte man auch Vorschläge machen wie es besser geht. Gut Herr Haitzer Sie haben die Floskeln nicht als erster kritisiert. Aber auch bei Ihnen fehlen mir Vorschläge.
      Des weiteren wage ich einmal die Behauptung, dass eine Bewerbung autentisch sein muss. Meine Klienten haben in der Regel einen niederschwelligen oder gar keinen Schulabschluss, keine oder nur eine niederschwellige Ausbildung. Da kann man doch keine hochgestochene Bewerbung schreiben, das glaubt doch kein Personaler. Aber Arbeiten wollen viele von diesen Menschen auch. Also greifen wir auf die sogenannten 0815 Floskeln zurück. Wenn Sie einen konstruktieven Tip haben bin ich Ihnen Dankbar. Was ich schon seit Jahren praktiziere ist das unsegliche Sehr geehrte Damen und Herren, Sehr geehrte/er Frau/ Herr durch Guten Tag ersetze. Nach meiner Meinung ist das schon ein Anfang mal etwas anders vorzugehen.
      Herzliche Grüße
      Peter Bernard
      Coach/systemischer Berater

  • Klaus M. Bernsau 30. November 2017 16:43

    Hallo Frau Müller,
    Punkt 4 kann ich nicht zustimmen. In meiner Angestellten-Zeit hatte ich immer die höchste Einladungsquote zu Gesprächen, wenn ich im Anscnhreiben praktisch nur die interessantesten Stationen des mitgeschickten Lebenslaufs aufgelistet habe.
    Wahrscheinlich sind auch viele Personalentscheider/-auswähler nicht weniger bequem als die von Ihnen geschilderten Bewerber.
    Aber vielleicht hat sich das in den 10 Jahren, in denen ich jetzt Unternehmen und Arbeitgeber, allerdings in einem kleinen Unternehmen bin, geändert.
    Viele Grüße
    Klaus Bernsau
    Inhaber KMB|Konzept Management Beratungs für Unternehmenskommunikation Wiesbaden

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