Karriere-Website So gewinnen Sie neue Mitarbeiter über Ihre Firmenwebsite

Eine gute Karriere-Website zieht Besucher an wie ein Magnet.

Eine gute Karriere-Website zieht Besucher an wie ein Magnet. © AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus

Häufig nutzen Unternehmen die Karriereseite ihrer Website gerade mal, um aktuelle Stellenausschreibungen hochzuladen – und verschenken so viel Potenzial fürs Recruiting. So machen Sie es besser.

Angeblich herrscht in Deutschland Fachkräftemangel.

Warum angeblich?

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Schaut man sich die Websites vieler Unternehmen an, so bekommt man den Eindruck, dass es kein Problem sein kann, Mitarbeiter zu finden. Denn um den Navigationspunkt „Karriere“ scheint sich dort niemand zu kümmern.

Diesen Eindruck bestätigen auch Befragungen unter Bewerbern. Knapp die Hälfte findet, dass Arbeitgeber auf ihren Karriereseiten nur unzureichend über ihre Arbeitgeberleistungen informieren. Weitere 43 Prozent beanstanden, dass sich die Unternehmen nicht angemessen als Arbeitgeber vorstellen, sondern eher ihr Produkt- und Dienstleistungsspektrum ins Zentrum stellen. Die Folge: 40 Prozent der Bewerber haben das Gefühl, dass sie nach dem Besuch einer Karriere-Website immer noch nicht wissen, ob ein Arbeitgeber zu ihnen passt oder nicht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 1.010 Bewerbern des Marktforschungsunternehmens respondi für das Unternehmen Talents Connect.

Was für eine verpasste Chance! Denn 55 Prozent der Befragten geben, dass ihre Entscheidung, sich für eine Stelle zu bewerben oder nicht, durch Informationen auf Job-Seiten beeinflusst werden kann. Und vielleicht noch wichtiger: Mehr als ein Drittel nutzt unternehmenseigene Karriereseiten bereits aktiv für die konkrete Jobsuche, um geeignete Stellen zu finden. Da erscheint es absurd, dass Unternehmen viel Geld für Stellenplattformen wie Stepstone oder Monster ausgeben, ihre eigene Karriereseite aber links liegen lassen.

Wie aber geht es besser? Lars Wolfram, Vorstand bei Talents Connect, gibt diese sieben Tipps, damit Ihre Karriere-Website überzeugt.

1. Verbessern Sie die Suchmaschinenoptimierung

Am wichtigsten für eine Karriere-Website ist ihre Auffindbarkeit. Denn was nützen die tollsten Inhalte, wenn die Karriereseiten bei Google nicht gefunden werden? Deshalb sollten Unternehmer zuallererst durch Suchmaschinenoptimierung dafür sorgen, dass ihre Karriereseiten auch gefunden werden. Wenn Sie beispielsweise Studentenjobs in Göttingen zu vergeben haben, dann sollte Ihre Karriere-Website in den Suchergebnissen auftauchen, wenn jemand aus Göttingen nach einem Studentenjob sucht. In der Regel ist es dafür notwendig, dass die Karriereseite aus mehreren Unterseiten besteht.

2. Analysieren Sie den Traffic

„Wer seine Dienstleistung oder seine Produkte online verkauft, für den ist längst klar: Der Traffic auf der Verkaufsseite wird analysiert“, schreibt Wolfram. Denn nur so verändert man seine Website nicht einfach irgendwie, sondern kann sie anhand des Nutzerverhaltens zielgerichtet verbessern. Im Recruiting, so Wolfram, werde die Möglichkeit, das Verhalten der Websitebesucher zu analysieren, bisher noch nicht konsequent umgesetzt. „Doch nur wer weiß, über welche Kanälen die Bewerber auf die Website kommen, worauf sie klicken, wie lange sie auf welcher Seite bleiben und mit welchen Endgeräten sie das tun, kann seine Karriere-Website kontinuierlich weiterentwickeln.“

3. Platzieren Sie die Karriereseite prominent

Die Karriereseite Ihrer Website sollte direkt über die Hauptnavigation anwählbar und nicht in der Subnavigation unter „Über uns“, „Unternehmen“, „Service“ oder gar im Footer versteckt sein. Am besten wird der Link, der zur Karriereseite führt, so platziert, dass er immer und überall sichtbar ist und die Karriereseiten von jeder beliebigen Seite aus zugänglich sind. Benannt werden sollte die Karriere-Website mit „Jobs“ oder „Karriere“, das sind die Begriffe, nach denen Bewerber suchen.

4. Sorgen Sie dafür, dass die Karriere-Website auf dem Smartphone nutzbar ist

Viele Bewerber suchen heute mit dem Smartphone oder ihrem Tablet nach Jobs und potenziellen Arbeitgebern. „Unsere Erfahrung zeigt, dass schon heute über die Hälfte der interessierten Kandidaten das Smartphone für den ersten Kontakt im Bewerbungsprozess nutzt“, so Lars Wolfram. Daher sei klar: Karriereseiten, die nicht mobilfähig sind, haben kaum eine Chance. „Webseiten, die nicht problemlos mit dem Smartphone zu bedienen sind, verfehlen ihren Zweck und werden von Kandidaten schneller wieder geschlossen, als sich die komplette Seite auf einem Display aufbauen kann.“

5. Bieten Sie Berufsorientierung

Potenzielle Mitarbeiter sollen nicht nur fachlich passen, sondern auch zu den Werten und Anforderungen eines Arbeitgebers. Aber: Wie können potenzielle Bewerber schon früh herausfinden, ob sie zu einer ausgeschriebenen Stelle passen? Wolfram empfiehlt zum Beispiel Online-Fragebögen, mit denen Interessenten herausfinden können, ob sie zu einer Stelle und dem Arbeitgeber passen. Das ist vor allem bei der Suche nach passenden Auszubildenden hilfreich: Sie können so herausfinden, ob eine Ausbildung zu ihren Vorstellungen passt. „Wer solche interaktiven Orientierungsangebote auf seiner Karriere-Website integriert, zeigt: Er meint es ernst mit den Kandidaten, die dort unterwegs sind und bietet ihnen in einer wichtigen Karrierephase – dem Jobwechsel – mehr Orientierung als andere Arbeitgeber“, so Wolfram.

6. Sparen Sie sich die üblichen Floskeln

„Zahlreiche Studien wie etwa die Analyse „Club der Gleichen“ der Unternehmensberatung Employer Telling zeigen: Arbeitgeber ähneln sich in ihren Aussagen teilweise bis in die letzte Formulierung hinein“, so Lars Wolfram. Da sei von „flachen Hierarchien“ die Rede, von „internationalen Entwicklungsmöglichkeiten“, von „leidenschaftlichen Kollegen“. Wer sich von anderen unterscheidbar machen möchte, der muss sich mehr Mühe geben und ehrlich und prägnant aufschreiben, was eine Stelle ausmacht und welche Chancen sie bietet.

7. Präsentieren Sie Mitarbeiter auf Ihrer Karriereseite – aber glaubwürdig

Wenn Menschen mit Zahnpastalächeln von der Karriereseite lächeln und in bestem Marketingdeutsch darüber berichten, welche „tollen Entwicklungsmöglichkeiten“ ihnen ihr Arbeitgeber bietet, dann empfinden Bewerber das vor allem als eines: unglaubwürdig. Und wenn etwas Gift ist im Recruiting, dann ist dies mangelnde Glaubwürdigkeit. „Wer seine Mitarbeiter einbindet, sollte ihnen freie Hand lassen“, empfiehlt daher Lars Wolfram. „Eine ehrliche Meinung ist mehr wert als eine, die vor der Veröffentlichung noch einmal von der Marketing-Abteilung glatt gezogen wurde.“

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