Zoom-Knigge 6 Fehler, die Ihren professionellen Videoauftritt sabotieren
Zoom-Knigge

© Patty1971/Photocase

Was ziehe ich an? Ist mein Hintergrund zu privat? Was mache ich, wenn mein Bild zu dunkel ist? Um bei Videoschalten seriös zu erscheinen, sollten Sie sechs Fehler unbedingt vermeiden.

Keine langen Anfahrtswege oder stickigen Konferenzräume mehr: Videokonferenzen machen manches einfacher, das wissen wir spätestens seit der Corona-Pandemie. Aber es tauchen auch neue Herausforderungen auf: Zum wichtigen Kundentermin würde man eigentlich im Kostüm aufschlagen, wie aber verhält es sich vor dem Bildschirm im heimischen Wohnzimmer? Und was darf im Hintergrund auf keinen Fall zu sehen sein, um den professionellen Auftritt nicht zu verderben?

Stefanie Diller erklärt als Stil- und Imageberaterin Menschen, wie sie sich in Videokonferenzen von ihrer besten Seite zeigen. „Die eigene Präsenz schrumpft auf ein ganz kleines Videobild zusammen. Letztlich muss da der Gesamteindruck stimmen“, sagt sie. Für ein stimmiges Bild sollten Sie diese sechs Fehler unterlassen:

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Fehler 1: Sie gewähren zu intime Einblicke.

Im Homeoffice sind im Hintergrund oft private und teilweise intime Gegenstände zu sehen – diese können das Gegenüber ablenken. Ob man etwa die Kinderfotos auf der Kommode lieber wegräumen sollte oder ob es doch auch charmant wirken kann, als Familienmensch aufzutreten, ist situationsabhängig. Diller rät bei der Entscheidung für einen Hintergrund: „Überlegen Sie sich im Vorfeld: Was soll mein Gegenüber von mir wahrnehmen?“ Bei einem vertrauten Gegenüber stört Privates weniger als bei einem professionellen Gespräch mit einem neuen Kunden.

Generell gilt: Unordnung, den vollbehangenen Wäscheständer und andere allzu private Gegenstände sollte man lieber aus dem Sichtfeld räumen. Wenn das nicht geht, kann ein virtueller Hintergrund helfen.

Fehler 2: Sie wählen den falschen Bildausschnitt.

„Im echten Leben hat man rund einen Meter Abstand von seinem Gegenüber. Vor der Kamera sind es nur gut 50 Zentimeter“, sagt Diller. Damit durchbricht man die natürliche Wohlfühlzone seines Gegenübers und rückt ihm „auf die Pelle“. Besonders unangenehm kann das wirken, wenn man dem Gegenüber nicht vertraut ist.

Besser ist es darum, etwas Abstand von der Kamera zu nehmen. „Gut ist es, wenn meine Handgestik zu sehen ist“, sagt Diller. Dadurch nimmt man automatisch etwas Distanz ein und man wirkt im Gespräch auch gleich dynamischer.

Vermeiden sollte man auch die „Froschperspektive“ von oben auf das Gegenüber hinab – das suggeriert nämlich: Wir stehen nicht auf Augenhöhe. Ein „abgeschnittener Kopf“ und eine angeschnittene Stirn wirken ebenso unvorteilhaft.

Fehler 3: Sie ignorieren den Fernseh-Effekt.

Eine knittrige Bluse oder eine glänzende Stirn: Kleine Details, die im echten Leben kaum auffallen würden, werden durch den porträthaften Bildausschnitt vor einer Videokamera besonders deutlich. Das hat seine Tücken: „Beim Fernsehen weiß man, dass die Kamera selbst kleinste Makel hervorhebt. Dort putzen sich die Moderatoren darum extra heraus“, sagt die Expertin.

Vom Fernsehen könne man sich auch etwas für eigene Videokonferenzen im Berufsalltag abschauen: Wer mag, kann leichtes Rouge auftragen, um frischer und gesünder zu wirken. Ein Puder hilft gegen starken Glanz auf der Stirn. Ein glatter, gebügelter Hemd- oder Blusenkragen wirkt seriöser als ein Kapuzenpullover oder ein allzu tief ausgeschnittenes T-Shirt.

Fehler 4: Sie verkleiden sich.

Gerne kann man sich vor der Kamera seriös anziehen, wer aber im schicken Dreiteiler aus der Familienküche Videokonferenzen abhält, wirkt schnell verkleidet und unauthentisch. Das geht auch anders, sagt Diller: „Wer sich im realen Leben nicht schminkt, muss das auch im Videocall nicht tun. Wer sich allzu formell unwohl fühlt, für den kann ein Hemd mit Pullover eine gute Lösung sein.“

Achten Sie auch auf Farben und Muster: Zu kleine Karos oder Streifen können dazu führen, dass das Bild flimmert und das Gegenüber davon abgelenkt wird. Schwarze Kleidung vor dunklem Hintergrund wirke schnell unnatürlich, da die Kamera die Stoffstruktur verschluckt, so Diller. Ein weißes Hemd vor weißem Hintergrund lässt Menschen oft blasser erscheinen. Ein Kleider-Tipp der Expertin: „Unifarbene Kleidung strahlt mehr Ruhe aus.“

Fehler 5: Sie sind schlecht ausgeleuchtet.

Wenn das Gesicht im Schatten liegt, wirkt man auf das Gegenüber schnell auch weniger vertrauenswürdig. Natürliches Licht, etwa von einem Fenster, hilft dabei, für das Gegenüber gut erkennbar zu sein. Aber Achtung: Ist das Wetter wechselhaft, kann das Bild schnell mal überbelichtet oder zu dunkel erscheinen. Dann kann ein Ringlicht direkt vor dem Bildschirm helfen. Wer sich diese Anschaffung sparen will, kann einen ähnlichen Effekt auch mit einer Schreibtischlampe testen.

Die Wirkung von Bildausschnitt, Kamerawinkel und Licht lässt sich im Fotobeispiel erkennen. Mit einem kräftigen roten Blazer stehen Sie gleich im Fokus der Aufmerksamkeit. Mit einer sehr guten Ausleuchtung, wie im Foto rechts vom Logo „Diller Yourself“, wirken Sie besonders sympathisch und souverän.

Diller Yourself - Stil und Imageberatung

Fehler 6: Der Ton ist Ihnen egal.

Störgeräusche von der lärmenden Espressomaschine oder von klapperndem Geschirr, weil der Partner gerade die Spülmaschine ausräumt, nerven im Videogespräch besonders. „Schalten Sie diese unbedingt vorher aus“, sagt Diller. Oft hilft es auch ein Headset zu benutzen, da dieses weniger von der Raumakustik aufnimmt. Ein professionelles Mikrofon sorgt für den besten Ton.

 

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