Krisenmanagement in Unternehmen Mit diesen 7 Regeln steuern Sie Ihre Firma durch die Krise
  • Serie
Das Coronavirus verlangt Unternehmen in Sachen Krisenmanagement einiges ab.

© Sandra Wenzel / photocase.de

Die Corona-Krise stellt Unternehmer vor existenzielle Herausforderungen. Ein 7-Punkte-Plan hilft dabei, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Die Corona-Krise und ihre Folgen trafen die meisten Unternehmen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der weitere Verlauf der Pandemie und ihre mittel- und langfristigen Folgen sind nur bedingt vorhersehbar und kalkulierbar.

Deshalb müssen Unternehmen nun permanent prüfen, ob ihr geplantes Krisenmanagement noch den Erfordernissen entspricht, und ihre Maßnahmenpläne gegebenenfalls ändern. Sie müssen in der Krise sozusagen agil agieren.

Anzeige

Dessen ungeachtet sind aber auch in der Corona-Krise folgende elementare Regeln des klassischen Krisenmanagements nötig:

1. Krise wahrnehmen und zu 100 Prozent akzeptieren

Im ersten Schritt müssen Unternehmer anerkennen: „Wir befinden uns in einer Krise, die mittel- oder langfristig unsere Existenz gefährdet.“ Nur dann können sie die erforderlichen Gegenmaßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass aus der Krise eine Katastrophe wird.

2. Worst-Case-Szenario im Führungskreis besprechen

Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Und welche Optionen haben wir dann? Es ist ein wichtiger Schritt, der Gefahr ins Auge zu sehen und zu überlegen, welche Optionen man hat.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Worst-Case gewinnt das Führungsteam Realismus, Stärke und Zusammenhalt.

3. Operativen Krisenplan erstellen

Was können wir jetzt tun, um die Kosten zu senken und die Liquidität zu sichern? Wie können wir die wichtigsten Prozesse aufrechterhalten? Womit können wir aktuell Geld verdienen? Es geht um oft harte, aber wirksame Schritte, die kurzfristig umgesetzt werden können.

4. Krise und Plan klar und zeitnah kommunizieren

Die Führungskräfte müssen zudem – möglichst im persönlichen Gespräch (notfalls in einer Webkonferenz) mit den Mitarbeitern – klar die Botschaft kommunizieren: „Wir sind in einer Krise, die von uns teils so harte Entscheidungen und Maßnahmen erfordert wie …“

Zugleich sollten sie als Leader jedoch Zuversicht ausstrahlen: „Wir werden die Krise meistern, wenn …“ – am Besten illustriert an Beispielen von Krisen, die das Unternehmen selbst oder andere Unternehmen in der Vergangenheit bereits gemeistert haben.

5. Angebotspalette und Vertriebsstrategie modifizieren

Durch Krisen ausgelöste Auftrags- und Umsatzeinbrüche können oft vorübergehend zumindest teilweise aufgefangen werden, indem man das eigene Angebot an die veränderte Marktsituation anpasst.

Ein Beispiel: Ich als Trainer und Berater biete aktuell Online-Coachings und telefonische Akut-Beratungen zum Themenkomplex „Die Krise meistern“ an. Zudem können mit (Stamm-)Kunden zum Beispiel andere Lieferkonditionen wie längere Zahlungsfristen vereinbart werden.

6. Präsenz und Menschlichkeit zeigen

In Krisenzeiten müssen Führungskräfte Präsenz zeigen, auch indem sie sich stärker mit dem Tagesgeschäft befassen als in normalen Zeiten.

Gerade in Krisenzeiten wünschen sich Mitarbeiter ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Zukunftsängste. Sie brauchen Orientierung und Halt durch Persönlichkeiten, die erkennbar Verantwortung übernehmen und Entschlossenheit, Zuversicht und Vertrauen ausstrahlen.

7. Zukunftsblick bewahren

Stecken Unternehmen in einer existenziellen Krise, sind meist viele Akut-Maßnahmen wichtig und dringlich. Entsprechend groß ist die Gefahr, dass die Leader zu reinen Krisenmanagern werden und dabei den Zukunftsblick verlieren. Diesen brauchen sie aber, da sich in einer Krise stets auch der Markt zum Teil neu strukturiert – zum Beispiel weil sich Kundenbedürfnisse und gesellschaftliche Rahmenbedingungen wandeln oder weil Mitbewerber vom Markt verschwinden oder ihre Strategien ändern.

Deshalb müssen Unternehmenslenker stets auch die Zeit nach der Krise soweit möglich gedanklich vorwegnehmen, denn nur dann können sie die Chancen, die sich aus jeder Krise auch ergeben, aktiv nutzen und so die Existenz sowie den Erfolg ihres Unternehmens langfristig sichern.

Probeabo
Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Die Redaktion schaltet Kommentare montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr frei. Die Angabe von Name und E-Mail-Adresse ist freiwillig. IP-Adressen werden nicht gespeichert. Mit der Abgabe eines Kommentars stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu.)