KI und Personalplanung
KI statt Mitarbeitende? Wie sich Jobs verändern

Viele Aufgaben kann heute KI erledigen. Wofür benötigen Unternehmen überhaupt noch Angestellte und was sollen Maschinen übernehmen? Worauf du bei Personalentscheidungen jetzt achten solltest.

18. Mai 2026, 13:49 Uhr, von Jonas Hetzer, Senior Redakteur

Silhouette eines Kopfes im Profil mit Binärcode darin vor blauem Hintergrund.
© GregBajor / Moment / Getty Images

Rund 1000 Stellen – so viele Arbeitsplätze sollen im Unternehmen bis 2030 entfallen. Das verkündete der Versicherungskonzern Ergo im Februar 2026. Der Grund: Künstliche Intelligenz (KI). Für viele Aufgaben im Unternehmen ist kaum noch menschliches Zutun erforderlich. Die KI übernimmt.

Solch eine Ankündigung ist ein Denkanstoß, auch für Inhaber und Inhaberinnen kleiner Firmen: Wie viel Personal ist künftig noch notwendig? Was tun, wenn heute eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter kündigt? Die Stelle neu ausschreiben? Oder es lassen, weil den Job ohnehin schon bald die KI erledigen kann?

Ein simples Ja oder Nein wäre die falsche Antwort. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert in einer Studie von 2025, dass der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sich in den kommenden Jahren kaum ändern wird – trotz der Nutzung von KI.

KI verändert Jobs, ersetzt sie aber nicht

„Es ist ein großes Missverständnis, dass KI einfach Jobs ersetzt“, sagt Christian Gärtner, Professor für Human Resource Management an der Hochschule München und Unternehmensberater. Zwar könnten immer mehr einzelne Arbeitsschritte, die heute Angestellte erledigen, auch eine KI übernehmen. Aber eben nicht alle.

Gleichzeitig entstehen ganz neue Erfordernisse beim Einsatz der Technik, wodurch neue Arbeit entsteht. „Im Ergebnis bedeutet das, dass sich Jobprofile verändern“, sagt Gärtner. Tätigkeiten entfallen, andere kommen hinzu. In welchem Umfang, das hängt von der einzelnen Firma ab.

Klar ist: „Angestellte, die das Unternehmen verlassen, eins zu eins durch neue zu ersetzen, ist nicht mehr sinnvoll“, sagt Gärtner. Die Grundfragen für Unternehmen sind heute: Welche Arbeit fällt überhaupt noch an? Wie verändert sie sich? Und welche Tätigkeiten soll dann ein Mensch erledigen?

„Tatsächlich wird die Nutzung von generativer KI eher dazu führen, dass sich das Aufgabenspektrum erweitert“, sagt Stella Czak, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf. „Und das aus zwei Gründen: Zum einen muss die KI gesteuert und überwacht werden. Zum anderen können die Mitarbeitenden gewonnene Zeit für andere Tätigkeiten nutzen.“

Die neue Logik der Personalplanung

Hinweise darauf, ob eine Stelle im heutigen Zuschnitt künftig noch sinnvoll ist, gibt der Job-Futuromat des IAB. Das Online-Tool wurde zwar für Angestellte entwickelt. Aber auch Unternehmerinnen und Unternehmer können über die Plattform eine erste Einschätzung bekommen, wie hoch der Anteil der typischen Tätigkeiten in einem bestimmten Beruf ist, der sich automatisieren lässt. Ob mit KI oder anderer Technologie, da macht der Futoromat keinen Unterschied.

Annette Icks vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn knüpft hier an. Sie hat mit einem Team von Forschenden 2025 mit sieben mittelständischen Firmen – Dienstleister, Handwerker und Produktionsunternehmen – Gespräche geführt, um zu untersuchen, wie der zunehmende KI-Einsatz die Arbeitsinhalte verändert.


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