Muttertag Danke, Mama!

Am Sonntag ist Muttertag. Zeit für vier Unternehmer, ihrer Mutter zu sagen: Danke!

Am Sonntag ist Muttertag. Zeit für vier Unternehmer, ihrer Mutter zu sagen: Danke!© joto / photocase.de

Am Sonntag ist Muttertag. Vier impulse-Blogger erzählen, wie es ist, wenn man Chef seiner Mutter ist, was sie ihrer Mutter als Unternehmer verdanken und welche Rolle Mama im Unternehmen spielt.

Sven Franzen, Geschäftsführer der Tiger Marketing Group

Ohne meine Mutter hätte ich mit 16 Jahren nicht mein Unternehmen gründen können und ich wäre persönlich auch nicht der geworden, der ich heute bin. Sie musste zustimmen, da ich ja noch nicht volljährig war. Sie hat immer an mich geglaubt und ohne sie wäre ich heute nicht Unternehmer und nicht da, wo ich bin. Sie hat mich immer unterstützt, sich mein Gejammer angehört und versucht zu helfen. Manchmal braucht man einfach einen Menschen mit Herz und Lebenserfahrung. Dieser Mensch ist für mich meine Mutter.

In den ersten Jahren konnte sie natürlich noch sehr viel mitgestalten. Aber auch heute noch ist mir ihr Rat wichtig, denn sie ist der einzige Mensch, der dabei kein Eigeninteresse verfolgt. Meine Mutter wacht immer wieder über meine Work-Life-Balance und stellt kritische Fragen, die mir helfen, mein Handeln zu hinterfragen. Sie ist so eine Art Leitplanke, die dafür sorgt, dass ich nicht vom richtigen Weg abkomme und immer wieder zu den Werten aus meinen Wurzeln und der Kindheit in der Familie zurückfinde.

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Meine Mutter macht Werbung für mich

Meine Mutter macht für uns im Unternehmen den Posteingang. Sie mag Emojis und immer wenn ein Brief von Behörden kommt, dann schickt sie mir den Große-Augen-Emoji und schreibt: „Das würde ich mal aufmachen, aber das ist an Dich persönlich gerichtet.“ Ich sag ihr dann, sie könne es natürlich öffnen. Sie ist ja meine Mutter. Ich vertraue ihr. Sie hat ein gutes Gespür dafür, was wichtig sein könnte – da geht nichts unter.

Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, da kennt jeder jeden. Meine Mutter spult da öfters mal ihren Werbeblock über mich ab. Sie macht das recht professionell, mit Storytelling. Ich lass sie da machen. Es ist ja auch immer besser, wenn man sich nicht selbst lobt, sondern wenn das ein anderer macht. Dadurch entstehen immer wieder mal Kontakte, weil uns jemand aus dem Dorf aufgrund der Geschichten meiner Mutter empfohlen hat. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Vanessa Weber, Geschäftsführerin der Werkzeug Weber GmbH

Das Zupackende, das habe ich von meiner Mama. Nach dem Tod meines Opas ist sie als Branchenfremde ins Unternehmen eingestiegen. Rechnungen schreiben, bedienen, Kunden beraten, das alles hatte sie nie gelernt. Sie hat einfach die Ärmel hochgekrempelt und die Firma gemeinsam mit meinem Vater hochgezogen.

Nach meiner Geburt hat sie sich keine Auszeit gegönnt, das wäre nicht ihre Art: Wir haben damals in einer Wohnung direkt über der Firma gewohnt, also hat sie den Laufstall aus dem ersten Stock in die Firmenräume runtergetragen und weiter ging’s.

Unsere Feel-Good-Managerin

Mama hat immer dafür gesorgt, dass es allen im Betrieb gut geht, und hatte für alle ein offenes Ohr. Und als die Firma noch kleiner war, hat sie mittags für alle gekocht und wir haben gemeinsam gegessen. Sie war sozusagen unsere Feel-Good-Managerin.

Später, als ich Geschäftsführerin war, haben meine Eltern weiter im Unternehmen gearbeitet. Aber auch wenn du die Chefin bist – für deine Mutter bleibst du immer das Kind. Da kommen dann schon mal Fragen wie: „Kind, hast du heute schon genug getrunken?“, „Hast Du Hunger?“ Für ihre mütterliche Wärme, ihre Empathie bin ich Mama sehr dankbar. Sie ist mein absolutes Vorbild, wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht.

Im vorigen Jahr haben sich meine Eltern weitgehend aus der Firma zurückgezogen, meine Mama ist noch stundenweise da. Sie sind aus der Firmenwohnung ausgezogen – raus aus dem Gewerbegebiet, rein ins Grüne. Sie fehlen mir, auch wenn sie nur fünf Minuten entfernt wohnen. Wir haben eine neue Tradition eingeführt: Jeden Mittwoch machen wir unser Familien-Mittagessen: meine Eltern, mein Bruder und ich. Den Termin habe ich als Serientermin in meinem Arbeitskalender, weil er mir wichtig ist.

Danke Mama – für alles! Ich hab‘ dich lieb.

Dominik Benner, Geschäftsführender Gesellschafter von Schuhe24.de

Vor dem Tod meines Vaters hat meine Mutter mit meinem Vater zusammen das Unternehmen geleitet. Sie ist nicht so die forsche, expansionsfreudige Person, sie hat immer den risikoaversen Part gespielt und überlegt, ob das wirklich gut ist, dort und dort noch einen neuen Standort aufzumachen. Mein Vater und ich waren dagegen immer eher die expansiven Leute. Die, die neue Sachen anpacken. Sie bremst mich da hin und wieder und das ist auch ganz gut. Es muss manchmal auch ein Gegentor geben.

Nach dem Tod meines Vaters bin ich alleiniger Inhaber geworden und ich bin meiner Mutter sehr dankbar, dass wir damals einen so guten Übergang hinbekommen haben. Sie hätte ja auch Forderungen stellen und eine Vergütung für das Unternehmen verlangen können. Das war alles sehr harmonisch. Ich führe unser Unternehmen in fünfter Generation und ich glaube, es war meiner Mutter auch sehr wichtig, dass das Unternehmen heil in die fünfte Generation kommt. Ich habe einiges umgekrempelt und mit Schuhe24 sind wir nun auch komplett digital unterwegs. Das ist eine gute Weiterentwicklung für das Unternehmen und die Mitarbeiter und ich bin meiner Mutter für ihr Vertrauen sehr dankbar.

Ich bin der Chef meiner Mutter

Meine Mutter leitet bei uns weiterhin den Einkauf, das bedeutet, dass sie bei 50 Herstellern jede Saison alle Schuhe ordert. Sie hat ein sehr, sehr gutes Warengespür – anders als ich. Ich bin nämlich farbenblind. Gut, dass sie mir da helfen kann und mir den Rücken freihält. Ich kann ja auch nicht alles alleine machen.

Ich bin der Chef meiner Mutter, es muss eine klare Aufgabenteilung geben. Manchmal ist es ein bisschen schwierig, Privates und Berufliches auseinanderzuhalten. Da kommt es schon mal zu Konflikten. Meine Mutter ist insgeheim auch ein bisschen stolz auf mich. Aber sagen würde sie das nie.

Jürgen Krenzer, Hotelier 

Meine Mama Maria war sichtlich froh, als ich noch recht jung im Sommer 1988 in das von ihr seit Ende der Siebzigerjahre alleine geführte Gastro-Unternehmen einstieg. Das gefiel ihr. Zumal ich vorher auch brav meine Kochlehre und ein BWL-Studium absolviert hatte. Was ihr gar nicht gefiel, war mein Veränderungswille. Ich wollte nicht so weitermachen wie bisher. Wollte nicht das tun, was alle in der Gastronomie und Hotellerie tun. Immer wieder fragte sie mich nach dem „Warum?“. Ihre Lieblingsaussage: „Junge, es läuft doch noch!“ Meine Lieblingsantwort darauf: „Genau, Mutter! Die Betonung liegt auf NOCH!“

Rau-herzliches Verhältnis

30 Jahre später sind die Diskussionen über das „Warum?“ immer noch da. Aber meine liebe Mama ist mit ihren jugendlichen 78 Jahren schon ein wenig altersmilde geworden. Gut so! Letztlich stehen wir in den nächsten 30 Jahren vor noch gravierenderen Herausforderungen als früher. Und sie versteht das alles, ist aber froh, nicht mehr in der Verantwortung zu sein. Diese hat sie schon sehr früh auf mich übertragen. Und wir haben bis heute ein rau-herzliches Rhöner Mutter-Sohn-Verhältnis. Vertrauen ist die unerschütterliche Basis. Unsere Dialoge in der Küche sind legendär. Unser schwarzer Humor gewöhnungsbedürftig.

Ihre Ratschläge waren oft Schläge. Immer gut gemeint. Wirklich! Habe ich gut weggesteckt. Kann ja selbst auch gut austeilen. Immerhin hat sie den Betrieb wirtschaftlich sehr solide geführt. Und konnte ihn mir schuldenfrei übergeben. Das wir heute ohne Fremdkapital auskommen, ist ihr zu verdanken. Denn sie hat mir das betriebswirtschaftliche Prinzip der „Revolvierenden Rekapitalisierung“ einmal so erklärt: „Junge, du darfst die Pfürze nie größer lassen als du das Loch hast!“ Danke Mama, ich liebe dich!

 

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