Skontoabzug Lohnt es sich, Rechnungen schnell zu bezahlen?
Indem sie den Skontoabzug  nutzen, können Unternehmer bares Geld sparen.

Indem sie den Skontoabzug nutzen, können Unternehmer bares Geld sparen.© Marco2811 / Fotolia.com

Mit dem Skontoabzug belohnen Lieferanten Kunden, die schnell bezahlen. Aber lohnt sich das auch, wenn man dafür einen Kredit bei der Bank aufnehmen muss?

Wer sofort zahlt, bekommt einen günstigeren Preis – auf diesem simplen Prinzip beruht der Skontoabzug. Und verfügt der Betrieb über genügend flüssige Finanzmittel, ist die Sache klar: In diesem Fall sollte der Unternehmer Rechnungen sofort bezahlen – und den Skontoabzug ausnutzen.

Muss er aber hierfür den Kontokorrentkredit bei seiner Hausbank in Anspruch nehmen, sollte er zuvor genau nachrechnen: Nur wenn der Skontoabzug die Kreditkosten einschließlich der Bearbeitungsgebühren übersteigt, ist diese Zwischenfinanzierungsvariante empfehlenswert.

Das Gegenstück zu Skontozahlungen sind Lieferantenkredite. Hierbei schöpft der Schuldner das angebotene Zahlungsziel einer offenen Rechnung voll aus und nimmt für den Zeitraum zwischen Rechnungsstellung und Nettoziel einen Kredit in Anspruch. In diesem Fall verzichtet er auf den vom Lieferanten angebotenen Skontoabzug – das entspricht den Kosten für den Lieferantenkredit.

Ist der Skontoabzug die günstigste Alternative?

Um nun zu vergleichen, ob Skonto oder Lieferantenkredit die günstigere Finanzierungsalternative ist, muss der Skontosatz in einen Zinssatz pro Jahr umgerechnet werden. Bei der Umrechnung gilt es zu berücksichtigen, dass der Zeitraum, auf den sich der feste Skontosatz bezieht, die Differenz zwischen dem Zeitpunkt der Rechnungsfälligkeit und dem der Skontofälligkeit ist.

Lauten die Bedingungen beispielsweise „2 Prozent Skonto bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen oder netto nach 30 Tagen“, ist der Lieferant bereit, für die Dauer von 20 Tagen (30 minus 10 Tage) zwei Prozent Skontoabzug zu gewähren.

Zum Vergleich wird in der Regel der Kontokorrentkredit der Hausbank herangezogen, der als Alternative zum Lieferantenkredit beansprucht wird.

Beispielrechnung für den Skontoabzug

Die Firma kauft Ware für 10.000 Euro, „zahlbar innerhalb von zehn Tagen mit zwei Prozent Skonto oder in 30 Tagen netto“. Wird die Ware am zehnten Tag unter Inanspruchnahme des Kontokorrentkredits (12 Prozent Zinsen) bezahlt, gilt folgende Vergleichsrechnung:

Lieferantenkredit für 20 Tage bei 36 Prozent Zins * = 200 Euro (* 2 Prozent Skonto für 20 Tage umgerechnet auf ein Jahr.)

Kreditzinsen für 20 Tage bei 12 Prozent Zins = 65,33 Euro

Zinsgewinn bei Skontierung = 200 Euro – 65,33 Euro = 134,67 Euro

Für die Firma würde es sich also lohnen, einen Kredit aufzunehmen, um den Skontoabzug in Anspruch nehmen zu können: Durch diese Variante könnten 134,67 Euro gespart werden.

Wann sich ein Lieferantenkredit statt des Skontoabzugs lohnt

Generell gilt: Ein Bankdarlehen ist immer günstiger als der Kredit eines Lieferanten, der bei vorzeitiger Zahlung einen Skontoabzug gewährt. Die sofortige Skontierung der Rechnungen stärkt die Position des Firmenkunden beim Lieferanten zudem zusätzlich. Möglicherweise lassen sich dadurch günstigere Einkaufskonditionen aushandeln.

Dennoch gibt es Situationen, in denen sich ein Lieferantenkredit lohnt. So werden für dieses Darlehen in der Regel, abgesehen vom Eigentumsvorbehalt an der Ware, keine Sicherheiten gefordert. Zudem ist der Anspruch an die Kreditwürdigkeit des Käufers relativ gering, da der Lieferant in erster Linie am Absatz seiner Ware interessiert ist.

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3 Kommentare
  • André Girke 12. Januar 2020 20:03

    Ihre Beispielrechnung des Finanzierungsgewinns stimmt nicht ganz mit dem Text überein. Wenn der Warenwert 10.000 Euro beträgt, so stimmt zwar der angegebene Skontobetrag von 200 Euro (netto). Der Bankkredit würde aber in Höhe des Überweisungsbetrages in Anspruch genommen werden, und dieser ist immer ein Bruttobetrag. Bei 19%iger Ust. wären somit 10.000 Euro + 19 % USt. = 11.900 Euro – 2% Skonto = 11.662 Euro zu finanzieren.
    Der Kreditzinsen schlagen folglich mit 11.662 x 12 % : 360 x 20 = 77,75 Euro zu Buche. Der Finanzierungsgewinn beträgt dann (Nettoskonto 200 Euro – Zinsen 77,75 Euro) 122,25 Euro.
    Solche Beispiele gibt es in Publikationen leider mit und ohne Berücksichtigung des USt.-Korrekturbetrags. Bei manchen Beispielen werden gar Brutto- und Nettobeträge durcheinander geworfen. Die Autoren wissen wohl oft selbst nicht, was sie da schreiben bzw. kopieren.
    Man sollte aber wissen, dass die Umsatzsteuer als durchlaufender Posten in der Buchhaltung keinen Einfluss auf den Gewinn hat. Folglich sollte sie auch nicht im „Finanzierungsgewinn“ enthalten sein.

  • Winfried Hamacher 12. Juni 2019 21:26

    Ich bin 80. In meinen jungen Jahren gab es eine einfache Übersicht, wieviel Zinsen die Skontokonditionen entsprechen.
    z. B. 2 % in 10 Tagen oder 30 Tage netto = 36% Zinsen
    usw. Ich habe hier im Internet etwas derartiges nicht gefunden.
    Genauso ist eine Aufstellung, wenn man, wie mein Bäcker, 100 € zahlt und ein Guthaben von 110 € erhält. Welche Rendite ergibt sich in Zinsen, wenn man die 110 € innerhalb von z.B. 3 Monaten verbraucht?
    Das ist alles viel mehr wert, als alle payback Punkte. Die wirken dagegen fast lächerlich gering.
    gibt es auf diese Anregung eine Antwort.

  • Erhard W. Eckert 15. Oktober 2015 18:24

    Viele Lieferanten versichern sich gegen Forderungsausfälle, z.B. bei Bürgel, Creditreform, Dun & Bradstreet und ähnlichen Unternehmen. Nach Begleichung der Rechnung durch den Kunden wird dann vom Lieferanten an diese Firmen ein Feedback abgegeben und gemeldet, ob die Zahlung vertragsgemäß, zu spät oder sogar mit Skontoabzug erfolgte.

    Die Meldung „Zahlung erfolgte mit Skontoabzug“ führt dazu, dass das „Rating“ des Kunden bei den Versicherungen besser wird. So erhöht sich die Chance des Kunden, bei weiteren Geschäften mit (möglicherweise noch neuen) Lieferanten, überhaupt einen Lieferantenkredit eingeräumt zu bekommen, falls der Lieferant nämlich bei der Versicherung anfragt und ein Top-Rating des Kunden bestätigt bekommt.

    Gerade für junge Unternehmen, die noch keinen ausreichenden Kontokorrentkredit bei Ihrer Hausbank eingeräumt bekommen haben, können so langfristig den Anteil der Lieferantenkredite erhöhen.

    MfG
    Erhard W. Eckert
    EFP Export Industrie Service GmbH, Hamburg

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