Steuerberater-Duell „Unsere Kunden sagen: Ich kann das selbst“
Wundertax- Co-Chef Steffen Harting (links) und Steuerberater Daniel Ritz (rechts) schenkten sich im Duell nichts, blieben aber stets fair und freundlich.

Wundertax- Co-Chef Steffen Harting (links) und Steuerberater Daniel Ritz (rechts) schenkten sich im Duell nichts, blieben aber stets fair und freundlich.© Sebastian Pfuetze / impulse

Wer braucht heute noch Steuerberater? Zaubern Algorithmen nicht viel schneller eine Steuererklärung? Ein Streitgespräch - zwischen einem Steuerberater und dem Gründer eines Tax-Tech-Unternehmens.

Eher trennt man sich von seinem Ehepartner als von seinem Steuerberater, lautete früher ein geflügeltes Wort. Nach dem ersten Gehalt und der Familiengründung kam der Gang zum Steuerexperten – es war ein Dreiklang des Erwachsenwerdens. Die Stelle wechselte man später, vielleicht auch den Partner, aber beim Berater blieb man. Auf diese Gewissheit konnte die Branche lange ein auskömmliches Geschäft aufbauen.

Doch Start-ups wie Wundertax setzen darauf, dass junge Kunden nicht mehr in irgendwelche Kanzleien gehen wollen, wo sie vorher womöglich noch einen Termin vereinbaren müssen. Sie wollen ihre Steuerprobleme dort lösen, wo sie sowieso den ganzen Tag sind: im Internet. Dort verspricht Wundertax, dass Nutzer auf der Webseite in 15 Minuten eine Steuererklärung erstellen können – zu Preisen, die bei einem Zehntel eines Beraterhonorars liegen. „Unsere Kunden sagen: Ich brauche keinen teuren Steuerberater. Ich kann das selbst“, erzählt Steffen Harting, Geschäftsführer von Wundertax.

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Spannend ist, was Daniel Ritz dazu meint, den impulse zum Streitgespräch mit Harting eingeladen hat. Ritz ist selbst Steuerberater, aber ein ungewöhnlicher: Er ist deutlich jünger als der Branchenschnitt, beherrscht anders als viele seiner Standeskollegen Social Media, aber er unterhält auch eine klassische Kanzlei. Wundertax nennt er einen „digitalen Lohnsteuerhilfeverein“. Beide treffen sich für die elfte Folge der impulse-Videoserie „Kreative Zerstörer“ zum Duell in der Alten Münze in Berlin, wo bis vor wenigen Jahren noch Geldstücke geprägt wurden. Wer wird sich durchsetzen, wem vertrauen die Kunden wirklich? Dem Start-up Wundertax mit seinen Kampfpreisen oder dem Steuerberater mit einem modernen Geschäftsauftritt? Vorhang auf für den Schlagabtausch.

Das sind die Kontrahenten

Daniel Ritz, 30

  • war bei seiner Bestellung 2015 einer der jüngsten Steuerberater Deutschlands
  • zwei Jahre später gründete er mit drei Kollegen die Kanzlei RNHS
  • seine Kanzlei hat mittlerweile 25 Mitarbeiter an drei Standorten in Bayern
  • Ritz unterhält außerdem Präsenzen in den sozialen Medien

Steffen Harting, 44

  • ist neben dem Gründer David Czaniecki Geschäftsführer von Wundertax
  • sein Start-up wirbt damit, dass Kunden auf seiner Webseite in 15 Minuten eine Steuererklärung machen können
  • Wundertax ist eines der am höchsten bewerteten „Tax Techs“ und hat 30 Mitarbeiter

Das Duell im Video

Kreative Zerstörer – Die Duell-Reihe

Polaroid, Quelle, Mannesmann. Das waren mal Weltkonzerne. Heute sind sie verschwunden, verdrängt durch Newcomer. Kreative Zerstörer, so nennt man die Start-ups, die Märkte durcheinanderwirbeln. Aber manchmal zeigen auch die Etablierten, was in ihnen steckt.

Wem gehört die Zukunft? Start-ups oder Traditionsunternehmen? Wir lassen die Kontrahenten gegeneinander antreten.

Alle Duelle, alle Hintergründe auf www.kreative-zerstoerer.de.

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