Killerphrasen 9 Sätze, die gute Chefs niemals sagen

Verbaler "Stinkefinger": Mit Killerphrasen können Sie Ihre Mitarbeiter demotivieren und frustrieren.

Verbaler "Stinkefinger": Mit Killerphrasen können Sie Ihre Mitarbeiter demotivieren und frustrieren.© Friedberg / Fotolia.com

Die folgenden Killerphrasen sollten Sie aus Ihrem Wortschatz streichen - sie können Ihre Mitarbeiter frustrieren, demotivieren und verunsichern.

1. „Das darf doch wohl nicht wahr sein!“

Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler gemacht hat, sollten Sie emotionale Reaktionen wie diese vermeiden. Ein solcher Satz klingt sofort wie eine Anklage. Bleiben Sie besser sachlich und machen Sie dem Mitarbeiter nicht noch zusätzlich ein schlechtes Gewissen! Er weiß in der Regel selbst, dass er Mist gebaut hat.

Statt den Fehler zu verurteilen und ihm Vorwürfe zu machen, ist es wichtiger, den Schaden zu begrenzen. Analysieren Sie gemeinsam mit ihm, wie der Fehler entstanden ist, und suchen Sie nach einer Lösung, damit solche Fehler in Zukunft möglichst nicht mehr passieren.

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2. „Und machen Sie bloß keinen Fehler!“

Sicher, erfolgreich zu sein ist wichtig. Fehler zu machen, sollte aber kein Tabu sein. Wenn Mitarbeiter aus ihren Fehlern lernen, wird sie das besser machen. Ein Satz wie dieser setzt Mitarbeiter jedoch unter Druck und schürt unnötig die Angst davor, einen Fehler zu machen – und diesen am Ende auch einzugestehen. Und wenn Fehler aus Angst vor den Konsequenzen vertuscht werden, ist das eine viel größere Gefahr für das Unternehmen!

3. „Wir machen das so, wie ich es will!“

Gute Chefs spielen ihre Autorität nicht mit einem solchen Satz aus. Denn er demotiviert und frustriert Mitarbeiter, die sich mit eigenen Ideen in die Firma einbringen und sie mit konstruktiven Vorschlägen oder Kritik nach vorne bringen wollen.

Sind die Gegenargumente der Mitarbeiter stichhaltig, sollten Sie sie also auf keinen Fall auf diese Weise abbügeln. Wenn Sie als Chef aber aus guten Gründen der Überzeugung sind, dass Ihre Mitarbeiter Unrecht haben und ihre Arbeit auf eine bestimmte Art und Weise erledigen sollten, erklären Sie ihnen unbedingt, warum Sie das für sinnvoll halten. Nur so können Sie Verständnis erzeugen und die Mitarbeiter mitnehmen.

4. „Sie schon wieder!“

Das können Sie vielleicht denken, wenn ein Mitarbeiter ständig bei Ihnen auf der Matte steht. Mit einem solchen Satz stoßen Sie ihn aber vor den Kopf und geben ihm das Gefühl, unerwünscht zu sein. Zugegeben: Manche Mitarbeiter können wichtige Nervensägen sein, doch ein guter Chef lässt sich das nicht anmerken. Stattdessen sollten Sie sich fragen, warum dieser Mitarbeiter so häufig zu Ihnen kommt: Ist die Aufgabenverteilung im Team vielleicht nicht klar genug?

5. „Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?“

Ein solcher Satz sorgt für einen erheblichen Dämpfer, wenn nicht gar für eine Resignation der Mitarbeiter, die sich mit eigenen Ideen einbringen wollen. Gute Chefs stärken das Engagement ihre Teams – so kann jeder von den Gedanken und Ideen anderer profitieren.

6. „Das geht mich nichts an.“

Damit lassen Sie den Mitarbeiter, der sich mit einem Problem an Sie wendet, im Stich. Gute Chefs kümmern sich um die Sorgen und Nöte ihrer Mitarbeiter, überlegen gemeinsam mit ihnen, wie eine Lösung aussehen kann, und unterstützen sie. Tun Sie das nicht, wirkt sich das negativ auf das Betriebsklima und womöglich auch auf die Geschäfte aus.

7. „Ich bin gerade zu beschäftigt, um mich darum zu kümmern.“

So ein Satz signalisiert dem Mitarbeiter: „Das ist mir gerade nicht wichtig“. Es kann natürlich immer vorkommen, dass Sie gerade keine Zeit haben. Denn als Chef muss man sich um dutzende Dinge kümmern. Ihr Mitarbeiter wäre aber nicht zu Ihnen gekommen, wenn es ihm nicht wichtig gewesen wäre. Deswegen sollten Sie ihm zumindest kurz Gehör schenken. Ist es nichts, was sofort geklärt werden kann oder muss, sollten Sie einen anderen Zeitpunkt vereinbaren, an dem Sie ausführlicher über das Anliegen sprechen können.

8. „Ich brauche keine Hilfe.“

Ein guter Führungsstil zeichnet sich durch Teamwork aus und sollte den Mitarbeitern das Gefühl vermitteln, dass Ziele am besten gemeinsam erreicht werden können. Dazu gehört auch, dass der Chef offen dafür ist, wenn Mitarbeiter ihre Unterstützung anbieten. Bügeln Sie Initiativen Ihrer Angestellten nicht ab, sondern vertrauen Sie auf die Expertise Ihrer Mitarbeiter!

9. „Sie können froh sein, überhaupt einen Job zu haben!“

Dieser Satz wirkt wie eine Ohrfeige für den Mitarbeiter und wertet seine Arbeit und seine Rolle im Unternehmen massiv ab. Damit signalisieren Sie ihm, dass er den Job nur hat, weil es keinen anderen dafür gab und ein anderer Arbeitgeber ihn wohl nicht eingestellt hätte. Sind Sie mit seiner Arbeit tatsächlich unzufrieden, nennen Sie ihm Beispiele – und arbeiten Sie gemeinsam mit ihm an einer Lösung.

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4 Kommentare
  • Nico 23. Februar 2018 17:37

    Schön wär’s. Ich habe nach meinem Studium 1 Jahr bei einer Leihfirma gearbeitet, 5 Jahre als Software-Entwickler und Ausbilder, die letzten 16 Jahre als Berater. Es ist immer noch aktuell, und das nicht nur in US-Firmen. Zum Glück bin ich jetzt bei einer Firma, in der ich mich ernst genommen fühle. Aber das ist keineswegs selbstverständlich.
    Von daher sind diese „Binsenweisheiten“ leider nicht so selbstverständlich, wie sie es sein sollten. Nur schade, dass (Achtung, ich kann damit auch um mich werfen!) genau die Leute, die das lesen und beherzigen sollten, es nicht tun werden; sie sind ja viel zu wichtig, um sich mit derart unwichtigem Kram zu beschäftigen.
    Zumindest können aber (andere) Betroffenen sich hier mal anschauen, dass sie nicht allein sind und dass sie sich das besser nicht auf Dauer antun lassen sollten. In diesem Sinne danke für die Binsenweisheiten 🙂

  • Oscar Reinhard 23. Februar 2018 15:19

    Und wie! Da hat sich nicht allzu viel geändert, leider.

  • Uwe 23. Februar 2018 12:58

    Eigentlich Binsenweisheiten. Aber mal ehrlich. So agiert doch heutzutage keine Führungskraft mehr?

    • Peter 1. März 2018 07:11

      @Uwe

      Man sollte es nicht für möglich halten, aber das gibt es tatsächlich noch. Es werden nicht alle diese Sätze verwendet, aber der eine oder andere kommt schon mal vor oder sogar häufiger vor.

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