Betriebswirtschaftliche Kennzahlen 5 Top-Kennzahlen, die jeder Unternehmer kennen sollte

So schön bunt wie diese Zahlen sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen leider nicht - dafür aber ungleich aussagekräftiger.

So schön bunt wie diese Zahlen sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen leider nicht - dafür aber ungleich aussagekräftiger.© sxpnz / iStock / Getty Images Plus

Ist Ihr Unternehmen auf Erfolgskurs? Wer diese Frage nicht nur aus dem Bauch heraus beantworten will, sollte sich diese fünf Kennzahlen anschauen.

In Teil 1 dieser Mini-Serie habe ich Ihnen erklärt, wie Sie die wichtigen Kennzahlen für Ihr Unternehmen finden. Die folgenden 5 Praxisbeispiele sollen Ihnen helfen zu verstehen, welche Kennzahlen Sie für Ihre Unternehmenssteuerung nutzen können.

Schaffen Sie es, Ihre Kennzahlen so abzustimmen, dass sie genau zu Ihren Zielen und Strategien passen, dann entfaltet sich die Magie der Zahlen auch in Ihrem Unternehmen: Mit ihrer Hilfe können Sie nicht nur Ihre Geschäftsentscheidungen überprüfen. Die Zahlen können Ihnen sogar dabei helfen, gleich die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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1. Liquiditätsreserve in Prozent zu Fixkosten

Mit der Liquiditätsreserve ist der Geldbetrag gemeint, den Sie jederzeit zur Verfügung haben und nutzen können. Das ist in der Regel der Betrag, der auf Ihrem Geschäftskonto oder extra angelegten Tagesgeldkonto liegt und nicht verplant ist.

Ziel: Hiermit beantworten Sie die Frage: Wie lange halten Sie durch, wenn aus irgendeinem Grund die Einnahmen von heute auf morgen wegbrechen – ohne ihre Mitarbeiter entlassen oder Insolvenz anmelden zu müssen?

Berechnung: Liquiditätsreserve in EUR / Fixkosten in EUR

 2. Fixkosten in Prozent zu Rohertrag

Fixkosten sind die Kosten, die einer vertraglichen Grundlage unterliegen und unabhängig von Ihrer Absatzmenge anfallen. An diesen Kosten können Sie nichts drehen, sie sind „eh da“.

Rohertrag ist das Ergebnis, wenn Sie die reinen Materialkosten von Ihrem Umsatz abziehen. Der Rohertrag beschreibt also das Ergebnis des reinen Verkaufsgeschäfts (ohne Personalkosten, Abschreibungen und andere Sachkosten).

Ziel: Diese Kennzahl zeigt Ihnen, wie viel Prozent Ihres Gewinns aus dem Produktverkauf bereits fest verplant sind. Je höher der Fixkostenanteil, desto weniger Entscheidungsspielraum haben Sie.

Berechnung: Fixkosten in EUR / Rohertrag in EUR

 3. Forderungslaufzeit (DSO)

Wenn Sie Ihren Kunden eine Rechnung stellen, dann wird der offene, also noch nicht bezahlte Rechnungsbetrag als offene Forderung bezeichnet. Forderungen sind zwar realisierte Gewinne in der Gewinn- und Verlustrechnung, auf Ihrem Konto sind sie aber noch nicht zu finden.

Ziel: DSO ist eine englische Abkürzung und steht für „Day Sales Outstanding“. Diese Kennzahl zeigt Ihnen, ob Sie ein Problem mit dem Zahlungsverhalten Ihrer Kunden haben. Als Zeitreihe dargestellt erkennen Sie auf den ersten Blick, ob ein Liquiditätsengpass bei Ihnen drohen könnte, nur weil Ihre Kunden im Durchschnitt immer später bezahlen …

Berechnung: (durchschnittlicher Forderungsbestand × 360 Tage) / Umsatz

4. Wachstumsrate der Neukundengewinnung

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein wollen, dann ist es wichtig, dass Sie regelmäßig Neukunden gewinnen.

Ziel: Mit dieser Kennzahl behalten Sie die Dynamik der Neukundengewinnung im Blick. Gerade wachstumsorientierte Unternehmen messen hiermit, ob ihre Strategien greifen oder ob Anpassungsbedarf besteht.

Berechnung: Anzahl Neukunden aktuelle Periode / Anzahl Neukunden Vergleichsperiode

5. Umsatzrentabilität

Wie sich der Umsatz entwickelt, ist für jedes Unternehmen sehr wichtig. Aber deshalb den Fokus allein auf den Umsatz zu legen, halte ich für zu kurz gedacht. Viel sinnvoller ist es zu prüfen, wie viel operativer Gewinn mit dem Umsatz erzielt wird. Das ist insbesondere für Produktgruppen- und Zeitreihenanalysen eine sehr bedeutsame Erkenntnis, die schon manches Produktportfolio verändert hat.

Ziel: Die Umsatzrentabilität zeigt Ihnen, wie viel operativer Gewinn von Ihrem Umsatz wirklich übrig bleibt. Neben den Materialkosten werden hier auch die Abschreibungen und Sachkosten (sonstiger betrieblicher Aufwand) berücksichtigt.

Berechnung: operatives Geschäftsergebnis / Umsatz

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