Engagement für die Ukraine Krieg in der Ukraine: Wie Unternehmen jetzt helfen können

Die Bilder aus der Ukraine sind erschütternd, Hunderttausende sind auf der Flucht. Was Unternehmen tun können, um die ukrainischen Menschen zu unterstützen. Ein Überblick.

Engagement für die Ukraine

© Nenov + Moment / getty images

Wenn der Mittelstand eines kann, dann das: anpacken und etwas auf die Beine stellen. Einige Firmen haben die Schockstarre nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine in Rekordgeschwindigkeit überwunden und direkt Wege gefunden, wie sie helfen können. Der deutsche Verlag Katapult, der das gleichnamige Magazin herausgibt, startete etwa schon am vergangenen Freitag eine Aktion, die wohl bespiellos ist: Unter anderem verzichten 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Teil auf die Hälfte ihres Gehalts, um damit 20 weitere Journalistinnen und Journalisten in der Ukraine einzustellen und so die freie Berichterstattung von vor Ort zu sichern.

Nicht jede Firma hat die Möglichkeit, sich derart zu engagieren. Wer nicht tatenlos zusehen möchte, kann auch in kleinerem Rahmen etwas bewegen:

Geflüchteten eine Unterkunft bieten

In den nächsten Tagen und Wochen werden tausende ukrainische Geflüchtete Deutschland erreichen. Privatpersonen oder Unternehmen, die Ukrainerinnen und Ukrainern Wohnraum stellen möchten, können sich dafür an ihre Stadt, Kommune oder das lokale Flüchtlingsamt wenden.

Einige Organisationen und Vereine bieten zudem die Möglichkeit, freie Betten, Zimmer oder Wohnungen auf deren Seiten zu registrieren. Die Organisationen vermitteln dann Geflüchtete:

  • Beim alternativen Finanzdienstleister Elinor Network sind schon jetzt Zehntausende Betten registriert worden.
  • „Leave no one behind“: Auf der Plattform des Vereins Civilfleet-Support können Privatpersonen und Unternehmen unter anderem Wohnraum anbieten.
  • Host4Ukraine – hier können sich auch Geflüchtete registrieren und europaweit gezielt nach Unterkünften suchen.

Mitarbeiter freistellen

Unternehmerinnen und Unternehmer können Mitarbeiter freistellen oder ihnen Sonderurlaub gewähren, wenn diese sich beispielsweise bei lokalen Vereinen für die Ukraine engagieren oder Geflüchtete unterstützen möchten. Die Landesgesetze regeln, ob Arbeitgeber ihre Angestellte für Ehrenämter bezahlt freistellen müssen und sich die Lohnkosten erstatten lassen können.

Jedem Unternehmen steht es aber natürlich frei, es Mitarbeitern während der bezahlten Arbeitszeit zu ermöglichen, ehrenamtlich aktiv zu sein, und etwa Geflüchteten zu helfen.

Mehr dazu: Freistellung für Ehrenamt: Wann Mitarbeiter wegen eines Ehrenamts nicht zur Arbeit müssen

Geflüchtete mit Übersetzungen, Behördengängen etc. unterstützen

Neben der Suche nach einer Unterkunft stehen geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland vor vielen anderen Herausforderungen: Sie sind auf Unterstützung bei Behördengängen angewiesen, brauchen Kleidung und Alltagsgegenstände, müssen sich vor Ort zurechtfinden, sprechen womöglich kein Deutsch.

Wer Geflüchtete im Alltag in Deutschland unterstützen möchte, kann sich dafür auf der Plattform „Leave no one behind“ registrieren. Dort können Sie unter anderem angeben, ob Sie ukrainisch oder russisch sprechen, Wohnraum anbieten können, bei Behördengängen oder Übersetzungen helfen oder eigene Ideen einbringen wollen.

Auf der Plattform Jobaid können Unternehmen Ukrainnerinnen und Ukrainern helfen, einen JOb zu finden.

Demonstrieren

Am Wochenende sind Hunderttausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen den Krieg zu demonstrieren und moralische Unterstützung zu leisten. Auch in den folgenden Tagen und Wochen finden immer wieder Demonstrationen statt: Die Website StandwithUkraine listet weltweite Demonstrationen auf.

Unternehmen steht es frei, Mitarbeiter (bezahlt) freizustellen, wenn diese während der Arbeitszeit an einer Demo teilnehmen möchten.

Sachspenden sammeln

In Essen haben sich der Fußballverein FC Kray und mehrere Firmen zusammengeschlossen, um Sachspenden für Geflüchtete zu sammeln. Mit einem eigenen LKW wollen die freiwilligen Helferinnen und Helfer Windeln, Kleidung, Hygieneartikel und mehr an Geflüchtete liefern.

Damit sind die Firmen nicht allein: Über Facebook haben ein Potsdamer Kfz-Meister und der Inhaber eines georgischen Restaurants in Berlin dazu aufgerufen, bei ihnen Sachspenden abzugeben. Der Wirt Irakli Kemertelidze schrieb in einem Facebook-Post, dass er in seinem Restaurant an einem Tag 2600 Euro gesammelt habe und nun mit 5 großen Autos und einem 20-Tonner voller Sachspenden gen ukrainische Grenze unterwegs sei.

Auch in anderen Orten sammeln Firmen, lokale Vereine und Organisationen Sachspenden. Unternehmen informieren sich am besten direkt bei lokalen Initiativen, was dringend gebraucht wird. Und können dann gemeinsam mit der Belegschaft sammeln. Gesucht werden in der Regel vor allem Alltagsgegenstände wie Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Hygieneprodukte, Spielzeug, Kinderbetten und Kochzubehör.

Ukrainische Journalistinnen und Journalisten unterstützen

Um die freie Berichterstattung aus der Ukraine und Journalistinnen und Journalisten vor Ort zu unterstützen, hat der Verlag Katapult ein Spendenkonto eingerichtet.

Die Online-Zeitung Kyiv Independent gibt es erst seit Ende 2021 – sie wurde gegründet, nachdem eine andere englischsprachige Zeitung im Land geschlossen wurde. Die Journalistinnen und Journalisten berichten aus der Ukraine auf Englisch über den Krieg. Die Gründer bitten nun um Spenden, um weiterarbeiten zu können: Hier erfahren Sie mehr über die Zeitung und können spenden.

Eine eigene Initiative starten

Wer selbst eine Organisation oder Initiative starten will, um sich für die Ukraine zu engagieren, kann sich auf der Website von „Leave no one behind“ registrieren. Der Verein hilft, Initiativen zu vernetzen und die Arbeit zu koordinieren.

Geld spenden

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hat auf seiner Seite Informationen zur Ukraine-Nothilfe gesammelt und vertrauenswürdige Organisationen aufgelistet.

Das DZI warnt vor Trittbrettfahrern, die zu Spenden aufrufen, diese aber nicht wirksam verteilen können – und das Geld für eigene Zwecke nutzen. Das Institut empfiehlt daher, gerade unbekanntere Organisationen vor der Spende gründlich zu prüfen. Diese Checkliste hilft dabei.

Hier können Sie spenden:

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