Prominente Pleitiers Diese 9 berühmten Unternehmer waren schon mal pleite

  • Serie
Auch ein Bill Gates macht nicht immer alles richtig: Sein erstes Unternehmen brachte ihm nur Verluste ein. Dann gründete Gates Microsoft - heute ist er der reichste Mann der Welt. Auch andere berühmte Unternehmer waren schon mal pleite.

Auch ein Bill Gates macht nicht immer alles richtig: Sein erstes Unternehmen brachte ihm nur Verluste ein. Dann gründete Gates Microsoft - heute ist er der reichste Mann der Welt. Auch andere berühmte Unternehmer waren schon mal pleite.© picture alliance / NurPhoto

Henry Ford, Frank Thelen und Bill Gates: Diese Unternehmer verbindet nicht nur der Erfolg - sie alle sind schon mit einer Firma gescheitert. Und sie sind nicht die Einzigen ...

Manchmal braucht es zwei oder drei Anläufe, bis Unternehmer mit einer Geschäftsidee Erfolg haben – oder auch 5127. Trotz krachendem Scheitern, Bankrott oder gar Gefängnisstrafe haben diese neun berühmten Unternehmer nicht aufgegeben: Ganz nach dem Motto „Aus Fehlern lernt man“ sind sie nach ihren Pleiten richtig durchgestartet – ihre Namen oder ihre Produkte kennt heute fast jeder.

Bill Gates

Auch der reichste Mensch der Welt hat schon einmal ein Unternehmen vor die Wand gefahren: Noch als Schüler gründete Bill Gates mit seinem Freund Paul Allen die Firma Traf-O-Data. Die Gründer entwickelten ein Gerät, das automatisch Fahrzeuge zählte – ein vielversprechendes Vorhaben, denn diese Verkehrsdaten wurden zuvor aufwendig von Menschen erhoben. Das sah wohl auch ein Investor so, der sich laut dem Karriereportal LinkedIn das Gerät anschaute. Die große Chance für die jungen Unternehmer – mit einem Haken: Gates‘ Verkehrszähler funktionierte nicht.

Anzeige

Kurz darauf wurde die Verkehrsauswertung verstaatlicht – Gates und Allen hatten keinen Markt mehr. Traf-O-Data brachte ihnen nur Verluste ein; die jungen Gründer schmissen hin. Die Arbeit an dem Verkehrszähler legte allerdings den Grundstein für ihren späteren Erfolg: Gates und Allen lernten zu programmieren – und gründeten ein paar Jahre später Microsoft. Heute schätzt das US-Wirtschaftsmagazin Forbes Bill Gates‘ Vermögen auf 86 Milliarden US-Dollar.

Frank Thelen

Der „Die Höhle der Löwen“-Juror verdient als Gründer und Investor mit Internet-Start-ups Millionen. Doch vor Thelens erster Million stand ein Minus: Mit 24 steuerte er seine Router-Firma Softer Solutions in die Insolvenz, wie Thelen in einem stern-Interview erzählte. Für den zuvor aufgenommenen Kredit haftete er persönlich – nur ein Vergleich mit der Bank rettete ihn vor der Privatinsolvenz.

„Ich habe Tag und Nacht gearbeitet und fand mich als der komplette Verlierer wieder“, sagte Thelen im impulse-Interview. „Ich hatte nicht einmal mehr ein Mobiltelefon, weil ich mir das nicht mehr leisten konnte.“

Trotz der hohen Schulden gründete Thelen erneut – mit Erfolg. Doch auch diverse Gründungen und Investments in Start-ups schützen nicht vor Niederlagen: Die Dokumenten-App Doo wurde 2014 Thelens zweite Pleite. In das Projekt hatten Investoren bereits zehn Millionen Dollar investiert. „Es ist nicht cool zu scheitern. Es tut weh, man verliert Kapital. Aber es muss möglich sein zu scheitern, damit man mal mit 300 in die Kurve fahren und Risiken eingehen kann“, sagt Thelen.

Lars Hinrichs

Der Xing-Gründer hatte schon Millionen mit seinen Firmen verdient, bevor er 2010 das Berufsnetzwerk verkaufte. Doch auch Hinrichs Karriere hatte Stolpersteine: Mit Anfang 20 gründete er die Kommunikationsagentur Böttcher-Hinrichs – eine Pleite. „Wir haben jeden Fehler gemacht, den wir machen konnten“, erzählte Hinrichs der „Zeit“ in einem Interview.

Aus dem Fehlschlag hat der Hamburger seine Lehren gezogen: Heute setzt er auf einen Chef statt auf mehrere, hat ein klares Ziel für seine Firmen und stellt nur neue Leute ein, wenn er sie wirklich braucht – nicht schon vorher, so Hinrichs in der „Zeit“. Für jedes seiner fünf Unternehmen führt er eine Fehlerliste. „Ich will Fehler einfach nicht zweimal machen“, sagt Hinrichs.

James Dyson

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine tolle Idee für ein technisches Gerät und basteln einen Prototypen – ohne studierter Ingenieur zu sein, versteht sich. Das erste Modell ist für die Katz; auch das zweite, das dritte und die zehn folgenden. Wann würden Sie aufgeben?

In James Dysons Wortschatz scheint „Aufgeben“ nicht zu existieren: Der ehemalige Student der Innenarchitektur bastelte in seiner heimischen Werkstatt 5126 Prototypen eines Staubsaugers ohne Beutel – die alle nicht funktionierten. „Es war eine harte Zeit“, sagte Dyson der FAZ. „Wir waren jahrelang pleite, haben unser eigenes Gemüse angebaut, und meine Frau hat selbst unsere Kleidung geschneidert.“

Die fünf Jahre dauernde Bastelei sollte sich lohnen: Prototyp Nummer 5127 funktionierte – doch in Dysons Heimat Großbritannien wollte niemand sein Produkt verkaufen. Schließlich gründete der Tüftler sein eigenes Unternehmen und krempelte damit den Staubsaugermarkt um. Heute ist er Milliardär.

Henry Ford

Henry Ford ist dafür bekannt, mit der Fließbandproduktion das Auto zum bezahlbaren Massenprodukt gemacht zu haben. Vor diesem Erfolg setzte der berühmte Autohersteller gleich mehrere Unternehmen in den Sand: 1901 scheiterte seine Detroit Automobile Company – Ford hatte nur 20 Fahrzeuge gebaut und Schulden angehäuft. Seine zweite Firma, die Henry Ford Company, verließ Ford wegen Streitigkeiten nach wenigen Monaten.

Erst im dritten Anlauf war Ford erfolgreich: Die Ford Motor Company feiert im Juni 104. Geburtstag; 2012 rollte der 350-millionste Ford vom Fließband.

Momofuku Ando

Schon mal von Momofuku Ando gehört? Nein? Seine Erfindung kennen Sie aber bestimmt: die Instantnudeln. Bevor Ando mit seiner japanischen Firma Nissin das Fertiggericht weltweit bekannt machte, musste er herbe Niederlagen wegstecken: Nachdem er schon in jungen Jahren mehrere Unternehmen gegründet hatte, musste er wegen Steuerbetrugs für zwei Jahre ins Gefängnis – und verlor nach seiner Freilassung wegen einer Bankenpleite fast seinen gesamten Besitz, so die LA Times.

Daraufhin zog Ando sich zurück und experimentierte an den heute weltberühmten Instantnudeln. Mit Erfolg: Im Jahr 2012 wurden 100 Milliarden Packungen des Fertiggerichts verspeist. Ando selbst erlebte diesen Rekord allerdings nicht mehr: 2007 starb er im Alter von 96 Jahren – er war erst zwei Jahre zuvor in den Ruhestand gegangen.

Travis Kalanick

Das erste Unternehmen des Uber-Gründers Travis Kalanick legte einen guten Start hin: Die Filesharing-Plattform Scour erhielt laut „Business Insider“ achtstellige Summen von Investoren und hatte mehrere Millionen Nutzer. Doch Scour entpuppte sich als Fiasko: Wegen Verletzungen des Urheberrechts verklagten mehrere Unternehmen Scour auf 250 Milliarden US-Dollar Schadensersatz – die Gründer meldeten Insolvenz an.

Man könnte meinen, Kalanick hätte nach diesem Desaster genug von Filesharing gehabt – doch auch sein nächstes Start-up RedSwoosh war eine solche Plattform. Während der Arbeit an RedSwoosh konnte Kalanick sich drei Jahre lang kein Gehalt auszahlen und lebte wieder bei seinen Eltern. Letztlich verkaufte er seine Firma für 23 Millionen Dollar – genug Kapital für sein nächstes Projekt, mit dem er Milliardär wurde: den Fahrdienstvermittler Uber.

Walt Disney

Vor Micky Maus, Donald Duck und Schneewittchen musste sich Walt Disney durchbeißen: 1919 wurde er von einer Zeitung gefeuert – die Begründung: Disney sei nicht kreativ genug. Drei Jahre später gründete der Zeichner und Filmproduzent mit einem Partner das Cartoon-Filmstudio Laugh-O-Grams – doch Disney wurde von einem Vertreiber betrogen, so CNN. Er konnte daraufhin seine Mitarbeiter nicht mehr bezahlen und ging bankrott.

Von diesem Rückschlag ließ sich der Zeichner nicht entmutigen: Er zog nach Kalifornien und gründete mit seinem Bruder das Disney Brother’s Studio. Ein paar Jahre später landete Disney in Hollywood einen Riesenhit: Er erfand Micky Maus.

Max Levchin

PayPal-Gründer Max Levchin kassierte die meisten Pleiten dieser Liste – auf einer Konferenz fasste er seine Laufbahn als Unternehmer so zusammen: „Meine erstes Unternehmer scheiterte mit einem Riesenknall. Beim zweiten war es weniger schlimm, aber das Unternehmen ging trotzdem pleite. Die dritte Pleite war irgendwie okay, ich habe mich schnell erholt. Das vierte Unternehmen wäre beinahe nicht gescheitert. Es lief nicht toll, aber ganz okay. Nummer fünf war PayPal.“ Der Online-Bezahldienst hat heute eigenen Angaben zufolge fast 200 Millionen aktive Nutzer.


Aus Fehlern lernen – die Konferenz für Unternehmer

Am 30. November 2017 in Essen: „Aus Fehlern lernen“ – die Konferenz für Unternehmer. Jetzt Ticket sichern!

Aus Fehlern lernen

1 Kommentar
  • schosch 29. Juni 2017 18:27

    Klappern gehört natürlich zum Geschäft, vor allem bei Dyson.

    Je nach dem wie man rechnet, hat Dysen wohl 3-4 Prototypen pro Tag gefertigt, das ist irgendwie beeindruckend, aber klingt auch nach: „auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“.
    Der Zyklonfilter war ja schon lange zuvor erfunden worden, vielleicht hätte er besser einen echten Ingenieur die durchaus richtigen Fragen hinter seiner Idee stellen sollen.
    Das ganze wirkt wie ein beeindruckendes, überaus hartnäckiges Try and Error-Unternehmen, jedoch, all zu viel physikalischen Sachverstand stand nicht unbedingt dahinter.

    Gleichwohl, das Design der Dyson-Geräte ist durchaus Stilprägend, der Preis eher abschreckend.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...