Inhalt: Darum geht's in diesem Beitrag
- Fehler 1: Dein Prompt gibt kein Ziel vor
- Fehler 2: Du lieferst keinen Kontext
- Fehler 3: Die KI verfehlt deinen Stil und Ton
- Fehler 4: Du forderst keinen Widerspruch ein
- Fehler 5: Du gibst keine Rolle, Format oder Beispiele vor
- Fehler 6: Du nimmst die erste Antwort
- Fehler 7: Du übernimmst Antworten ungeprüft
Fehler 1: Dein Prompt gibt kein Ziel vor
Schlechter Prompt: Claude, schreib mir einen LinkedIn-Post zum Thema Probearbeiten.
Ergebnis: Ein runder Text, der sich nett liest – aber völlig austauschbar und damit unbrauchbar ist.
Bevor du promptest, überlege was dein Ziel ist. In diesem Beispiel: Soll der Post informieren? Provozieren? Zum Nachdenken bringen oder unterhalten? An wen soll er sich richten: Jobsuchende, das eigene Team, eine allgemeine Öffentlichkeit bei LinkedIn? Soll er persönlich klingen, lustig, werblich, professionell? Wenn du all das festgelegt hast, könnte dein Prompt so lauten:
Beispiel-Prompt: Schreib mir einen LinkedIn-Post darüber, dass wir seit Kurzem aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten eine Woche lang bezahlt bei uns probearbeiten lassen. So wollen wir erreichen, dass sowohl uns als auch Bewerbenden schnell klar wird, ob es zwischen uns wirklich ein Match ist.
Ton: Persönlich, professionell, nicht werblich.
Zielgruppe: Unternehmerinnen und HR-Leute aus anderen Firmen.
Ziel: Der Post soll informieren und Leserinnen und Leser fragen, wie sie sichergehen, ob neue Leute einen guten Job machen und ins Team passen.
Fehler 2: Du lieferst keinen Kontext
Lass die KI nicht raten, warum du eine Frage stellst oder ihr einen Auftrag gibst. Gib ihr möglichst viele Hintergrundinformationen zu deinem Anliegen.
Um beim LinkedIn-Beispiel zu bleiben:
– Wie heißt dein Unternehmen, wie viele Mitarbeitende arbeiten dort, was ist deine Position?
– Welche Erfahrungen in der Vergangenheit haben dich dazu bewogen, das Probearbeiten einzuführen? Gab es enttäuschende Erfahrungen mit Neulingen?
– Gibt es erste Erfahrungen mit Bewerbenden, die eine Woche lang probegearbeitet haben?
Je mehr Kontext du lieferst, desto besser antwortet die KI.
Fehler 3: Die KI verfehlt deinen Stil und Ton
Das Problem (neben zu wenig Kontext): Das Ergebnis wird nicht nach dir klingen, die KI weiß nicht wie du schreibst und sprichst, verfehlt also deinen Ton und Stil. Das kannst du leicht ändern, indem du eine alte Rede als Vorlage hochlädst. Du kannst dann genau bestimmen, was übernommen werden soll – etwa Ton, Aufbau, Länge, Humor oder persönliche Anekdoten.
Fehler 4: Du forderst keinen Widerspruch ein
KI antwortet höflich und bestärkend. Zwar sind Claude, Gemini oder ChatGPT mittlerweile nicht mehr so unterwürfig wie in Anfangstagen. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass die KI auch deine eher uninspirierte neue Idee großartig findet. Das fühlt sich nett an, ist aber wenig hilfreich. Weise die KI daher an, kritisch zu agieren.
Beispiel-Prompt: [Dein Anliegen] Du bist mein Kritiker. Zeige mir mögliche Schwachstellen meines Anliegens auf. Stelle kritische Rückfragen: Woran habe ich nicht gedacht? Welche Fragen sollte ich mir stellen, um herauszufinden, ob ich das Richtige tue?
Fehler 5: Du gibst keine Rolle, Format oder Beispiele vor
Ergebnisse werden häufig besser, wenn du der KI sagst, aus welcher Perspektive sie antworten soll. Etwa als Datenschutzexpertin mit langjähriger Erfahrung? Als kritischer Redakteur, der deine Texte unter die Lupe nimmt? Oder als junger Hochschulabsolvent auf Jobsuche?
Ebenfalls hilfreich: Lass die KI nicht raten, in welchem Format sie die Antwort ausspielen soll. Sondern gib dieses klar vor, etwa:
– eine Tabelle
– eine Checkliste
– ein Entwurf für eine E-Mail
– ein Plan in mehreren Schritten
– eine Entscheidungsvorlage
– ein Text für deine Website oder eine bestimmte Social-Media-Plattform
Wenn du Beispiele hast, in welche Richtung die Antwort gehen soll oder welchen Ton die KI treffen soll, liefere diese gleich mit. Das können im Fall einer neuen Stellenanzeige alte Ausschreibungen sein, die in der Vergangenheit Bewerbungen angezogen haben – oder Anzeigen anderer Betriebe, die dir gut gefallen.
Fehler 6: Du nimmst die erste Antwort
Du hast eine nette Antwort, einen schönen Text oder eine solide Bewertung deiner Idee erhalten? Stopp! Da geht noch mehr: Wirklich brauchbare Ergebnisse liefert die KI oft erst nach weiteren Rückfragen.
Um nochmal auf den LinkedIn-Post zurückzukommen: Du könntest die KI nach dem ersten Textvorschlag bitten, dir verschiedene Varianten zu schreiben.
Mögliche Folgeprompts:
– Schreibe mir eine kurze, nüchterne und eine längere, emotionalere Variante. Ergänze X.
– Schreibe je eine Variante für verschiedene Zielgruppen: Jobsuchende mit Marketinghintergrund und HR-Fachleute.
Ein weiterer Vorteil, wenn du nach der ersten Antwort nochmal nachhakst: KI-Modelle geben manchmal auf eine kleine Nachfrage hin zu, dass sie sich ihre Antwort nur ausgedacht haben – sie also halluziniert haben.
Fehler 7: Du übernimmst Antworten ungeprüft
Chatbots erfinden und lügen so selbstbewusst, dass wir ihnen zu gerne glauben. Diese Antworten ungeprüft zu übernehmen, kann unangenehm werden – und sogar dem eigenen Ruf schaden, wie das Beispiel des New Yorker Rechtsanwalts Steven A. Schwartz zeigt. Schwartz hatte die KI im Zuge einer Klage ein Schriftstück verfassen lassen und dieses im Prozess genutzt. Das Problem: Darin erwähnte Urteile waren frei erfunden. Schwartz gab zu, dass er diese nicht nachgeschlagen hatte, musste eine Geldstrafe zahlen und machte sich zum Gespött von Kolleginnen und Kollegen.
Hake immer nach, um zu vermeiden, Halluzinationen auf den Leim zu gehen. Lass dir von der KI Quellen und Links nennen und prüfe sie. Manchmal laufen Links zu vermeintlichen seriösen Artikeln oder Studien ins Leere.
In unserem KI-Tutorial für impulse-Mitglieder erfährst du mehr dazu, wie du falsche KI-Antworten vermeidest.
Beispiel-Prompt 1: Überprüfe deine vorherige Antwort anhand seriöser Quellen. Korrigiere Fehler und weise auf unsichere Angaben hin.
Beispiel-Prompt 2: Hinterfrage deine Antwort kritisch.
Was ist falsch oder zu einfach ausgedrückt?
Welcher wichtige Kontext fehlt?
Was würde jemand sagen, der nicht zustimmt?
Sei direkt, verteidige die Antwort nicht. Formuliere dann eine abschließende Antwort.

