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KI im Vertrieb – was ist da möglich? Diese Frage trieb Michael Hecken im Frühjahr 2025 um. Hecken ist Brand Manager beim E-Bike-Hersteller Zweirad Union, der im sachsen-anhaltischen Sangershausen mit rund 100 Mitarbeitenden Räder der Marken Grace, Steppenwolf, Vaun, Saxx und Saxonette produziert.
Hecken, 53, sprach über die Frage mit einem alten Bekannten, dem Tech-Unternehmer Robert Gerhards. Der hatte gerade ein Start-up gegründet, das für Heckens Frage eine Antwort entwickelt hatte: einen Voicebot, also eine sprechende KI, die mögliche Kunden anrufen kann und Akquise betreibt. EIKI heißt das System, eine Abkürzung für Erfahrungs-Intelligenz (EI) und Künstliche Intelligenz (KI).
Fachleute zweifeln daran, dass Roboter im Gespräch auf Akzeptanz stoßen. „Wenn Sie angerufen werden und merken, Sie sprechen mit einem Computer, würden Sie dranbleiben?“, fragt etwa der Vertriebstrainer Oliver Büchel. Aber bei der Zweirad Union hat es funktioniert.
Telefon-KI: schnell und günstig
Hecken entschied, den Robo-Vertriebler für Saxonette-Räder einzusetzen. Die Traditionsmarke verkauft ihre E-Bikes überwiegend online. Hecken wollte mehr Fachhändler für den Verkauf gewinnen. Er hatte eine Liste mit 1800 Fahrradgeschäften, die infrage kamen – aber nur zwei Mitarbeiter für die Akquise.
Hecken rechnet vor: Ein guter Vertriebler schafft täglich maximal 40 Anrufe. Wenn es gut läuft, kriegt er 15 der gewünschten Personen tatsächlich an den Hörer und kann ein Gespräch führen. Sein zweiköpfiges Team hätte Monate gebraucht, um die 1800 Läden abzutelefonieren – und dafür in Summe einen fünfstelligen Betrag Gehalt bekommen. Der Bot war die Chance, das extrem zu beschleunigen.
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