Geschenke für Geschäftspartner So bleibt Ihr Geschenk steuerfrei

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Beliebtes Geschenk für Geschäftspartner: eine gute Flasche Wein.

Beliebtes Geschenk für Geschäftspartner: eine gute Flasche Wein.© Africa Studio / Fotolia.com

Beschenken Sie Ihre Geschäftspartner? Dann sollten Sie dafür sorgen, dass die Geschenke für die Beschenkten steuerfrei sind - und zwar so. Plus: Wann ein Geschenk als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar ist.

Wer Geschäftspartnern, Kunden oder Mitarbeitern ein Geschenk macht oder sie zu Events einlädt, tut dies in der Regel, um ihnen eine Freude zu machen. Doch solche kleine Aufmerksamkeiten können womöglich große Umstände bereiten: Denn auf den Wert des Geschenks muss der Beschenkte in bestimmten Fällen Steuern zahlen.

Für das schenkende Unternehmen eine unangenehme Situation: „Stellen Sie sich einmal vor, Sie laden einen Kunden zu einem Bundesliga-Spiel ein, haben einen schönen Abend und müssen ihm am Ende sagen: Hier ist der Beleg, du musst soundsoviel versteuern“, sagt Lutz Engelsing, Steuerberater und Partner bei der Bonner Kanzlei DHPG. „Das ist total realitätsfremd.“

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Die Alternative: Pauschalversteuerung für Geschenke

Alternativ kann das schenkende Unternehmen die Eintrittskarte oder den Wein für seine Geschäftspartner auch selbst versteuern – und zwar laut § 37b EStG pauschal mit einem Steuersatz von 30 Prozent (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Mit der Pauschalsteuer ist die Steuerpflicht des Beschenkten abgegolten; das schenkende Unternehmen muss ihm mitteilen, dass es die Steuer für sein Geschenk übernommen hat.

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Hat sich eine Firma entschieden, Geschenke pauschal zu versteuern, gilt dies für alle Zuwendungen binnen eines Jahres. Man kann also nicht bei nur einem Kunden sagen: „Für dich übernehme ich die Steuer – für andere Kunden aber nicht.“

Doch müssen Unternehmen tatsächlich bei allen Geschenken noch einmal 30 Prozent Steuer obendrauf zahlen, damit dem Empfänger keine Unannehmlichkeiten entstehen? Und gilt die Vorschrift auch für den Kugelschreiber, den man Kunden schenkt? Die wichtigsten Fakten im Überblick. Übrigens, wer noch nicht weiß, was er beispielsweise Geschäftsfreunden zu Weihnachten schenken soll, findet hier 20 Geschenkideen, die garantiert origineller und individueller sind als der obligatorische Geschenkkorb.

Für welche Geschenke ist die Pauschalversteuerung anwendbar?

Die Regelung für die pauschale Versteuerung gilt grundsätzlich für alle Geschenke, die aus betrieblichem Anlass und zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn übergeben werden. Die Geschenke müssen in einem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit einem Geschäfts- bzw. Vertragsverhältnis stehen.

Zuwendungen zur Anbahnung eines Vertragsverhältnisses fallen damit nicht unter die Regelung; ebenso wenig Geschenke, die der Empfänger nicht selbst versteuern müsste (welche das sind, siehe unten).

Bis zu welcher Freigrenze sind Geschenke für Geschäftsfreunde steuerfrei?

Auf Geschenke an Geschäftspartner, deren Anschaffungswert 10 Euro nicht übersteigt (inklusive Mehrwertsteuer!), müssen Unternehmen keine Steuern zahlen. Aber Achtung: Kostet die Flasche Wein 11 Euro, müssen Unternehmen die pauschale Steuer in Höhe von 30 Prozent auf den vollen Betrag entrichten, wenn der Kunde für das Geschenk keine Steuern zahlen soll.

Welchen Wert muss man für ein Geschenk ansetzen?

Als Bemessungsgrundlage gelten alle tatsächlich angefallenen Kosten für das Geschenk. Lassen sich diese nicht genau ermitteln, müssen sie gegebenenfalls geschätzt werden. Bei einem selbst hergestellten Produkt sind grundsätzlich die Herstellungskosten (zuzüglich Umsatzsteuer) anzusetzen.

Was gilt für Geschenke für ausländische Geschäftspartner?

Wer Geschäftsfreunde aus dem Ausland zu Events einlädt oder ihnen Geschenke macht, muss keine Pauschalsteuer darauf bezahlen (BFH, Az. VI R 57/11); denn auch der Geschäftspartner müsste hierfür in Deutschland keine Steuern zahlen.

Was gilt für Preisausschreiben und Verlosungen?

Weil der Empfänger Gewinne aus Preisausschreiben und Verlosungen nicht versteuern muss, müssen auch Unternehmen, die Preise verlosen, diese nicht pauschal versteuern. Was gilt für Bewirtungskosten bei Geschäftsessen?

Für Geschäftsessen mit Kunden oder anderen Geschäftspartnern muss grundsätzlich keine Pauschalsteuer gezahlt werden. Geschäftsessen mit Mitarbeitern sind bis zu einem Betrag von 60 Euro brutto steuerfrei.

Was gilt für Geschenke an Mitarbeiter bei einem persönlichen Anlass?

Ein Mitarbeiter hat Geburtstag oder heiratet? In diesem Fall wird für Sachgeschenke (kein Bargeld!) bis 60 Euro brutto pro Arbeitnehmer und Anlass keine Pauschalsteuer fällig. Achtung: Wird diese Freigrenze auch nur um einen Cent überschritten, ist das komplette Geschenk steuerpflichtig!

Welche anderen Möglichkeiten habe ich, Mitarbeitern steuerfreie Geschenke zu machen?

Eine umfassende Übersicht finden Sie in dem Artikel: „Steuerfreie Arbeitgeberleistungen: Die beliebtesten Alternativen zur Gehaltserhöhung“.

Was gilt, wenn Mitarbeiter Kunden zu Events begleiten?

Ein Unternehmer lädt einen Kunden zum Fußballspiel oder ins Theater ein und ein Mitarbeiter kommt mit, um den Kunden zu betreuen – ein Fall fürs Finanzamt? „Die Frage ist: Hat der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter damit ein Geschenk gemacht? Oder zählt das als Teil der Arbeit?“, sagt Engelsing. „Der Bundesfinanzhof hat gesagt: Wenn Arbeitnehmer auf Veranlassung des Arbeitgebers Kunden betreuen, erfolgt der Stadionbesuch aus überwiegend eigenbetrieblichem Interesse (Az. VI R 78/12). Und dann ist das kein Geschenk an den Mitarbeiter im Sinn des Paragrafen 37 b EStG.“ Das heißt: Das Unternehmen muss auf den Wert der Eintrittskarte nicht pauschal 30 Prozent Steuern an den Staat zahlen (sehr wohl aber auf den Wert der Kunden-Eintrittskarte!).

Wie bindend sind solche Urteile für andere Finanzämter?

„Früher galten die Urteile nur für den jeweiligen Einzelfall und die Finanzämter konnten sich im Zweifel querstellen“, sagt Engelsing. Das Bundesfinanzministerium hat die Vorschriften zu Geschenken für Geschäftspartner aber 2015 präzisiert; die Anweisungen des Ministeriums gelten seither verbindlich für alle Finanzämter in Deutschland. „Durch die Anweisungen des Bundesfinanzministeriums müssen alle Finanzverwaltungen die Urteile anerkennen und anwenden.“

Sind Geschenke an Geschäftsfreunde als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar?

Geschenke für Geschäftspartner können als Betriebsausgabe abgesetzt werden – und zwar bis zu einem Betrag von 35 Euro inklusive Umsatzsteuer. Die Freigrenze gilt pro Kunde und Jahr: Wer zum Beispiel einem Kunden zum Geburtstag eine Flasche Wein für 25 Euro geschenkt hat, kann an Weihnachten nicht noch einmal einen ähnlichen Wert drauflegen.

Übernimmt ein Unternehmen die Steuer für den Beschenkten, kann auch sie steuerlich geltend gemacht werden. Achtung: Im März 2017 stiftete der Bundesfinanzhof Verwirrung mit einem Urteil, wonach die Summe aus Geschenk und Geschenkesteuer 35 Euro nicht überschreiten dürfe (BFH, Az.: IV R 13/14), sonst falle der Abzug als Betriebsausgabe weg. Mit dieser Aussage geistert das Urteil auch über viele Seiten im Netz.

Das Bundesfinanzministerium hat aber rasch klargemacht, dass die Finanzämter es in diesem Punkt nicht anwenden sollen. Es bleibt also alles beim alten: Für den Betriebsausgabenabzug kommt es weiterhin nur auf den puren Geschenkewert an, der nicht über 35 Euro liegen darf. Die für den Beschenkten übernommene Steuer zählt nicht zum Geschenkewert.

Gilt die 35-Euro-Grenze netto oder brutto?

Das hängt davon ab, ob das schenkende Unternehmen zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Ist das der Fall, darf der Nettowert des Geschenks die 35-Euro-Grenze nicht überschreiten. Macht das Unternehmen aber von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch, ist der Bruttowert des Geschenks maßgeblich.

Was muss man beachten, damit der Betriebsausgabenabzug möglich ist?

Die Ausgaben müssen einzeln auf einem Extra-Konto in der Buchhaltung vermerkt werden, sonst droht Ärger mit dem Finanzamt: „Geschenke an Geschäftsfreunde“ heißt es dann zum Beispiel. Wer gegen die getrennte Aufzeichnung verstößt, darf übrigens auch Präsente mit einem Wert unter 35 Euro nicht als Betriebsausgabe steuerlich absetzen. Für die Buchung muss auf jeden Fall der Name des Beschenkten angegeben werden.

Firmenchefs, die Geschenke gleich im Dutzend bestellen, sollten eine gesonderte Liste anfertigen, auf welcher der Name des Geschäftspartners, die jeweilige Gabe und dessen Wert genannt werden. Präsente gleicher Art dürfen in einer Sammelbuchung angegeben werden. Vorausgesetzt,

  • der Name des Empfängers ist auf dem Buchungsbeleg ersichtlich oder
  • es handelt sich um Geschenke, bei denen auf dem ersten Blick ersichtlich ist, dass ihr Wert die Freigrenze von 35 Euro nicht überschreitet. Dies ist beispielsweise bei Kugelschreibern der Fall.

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