Brückentage Wenn sich Mitarbeiter um Brückentage streiten

Wer Brückentage 2018 clever nutzt, kann seinen Urlaub deutlich verlängern. Aber was, wenn es deswegen Streit zwischen Mitarbeitern gibt?

Wer Brückentage 2018 clever nutzt, kann seinen Urlaub deutlich verlängern. Aber was, wenn es deswegen Streit zwischen Mitarbeitern gibt?© animaflora - Fotolia.com

Wer Brückentage nutzt, kann seinen Urlaub 2018 verlängern. Aber was gilt, wenn alle frei haben wollen? Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen sollten.

2018 liegen viele Brückentage für Arbeitnehmer sehr günstig – manche aber auch mitten in der Woche. Auch für Unternehmer sind Brückentage perfekt, um mal abzuschalten. Denn an diesen Tagen ist es in vielen Firmen deutlich ruhiger als sonst. Chefs sollten also die Gelegenheit nutzen und sich einen Tag zum Durchschnaufen und Erholen gönnen! 2018 stehen diese Feiertage und Brückentage an:

  • Das Jahr beginnt mit einem freien Montag: Neujahr 2018.
  • Wer vor oder nach Ostern (30. März bis 2. April) vier Tage Urlaub nimmt, kann zehn Tage ausspannen.
  • Der erste echte Brückentag folgt zwei Wochen später: Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, fällt auf einen Dienstag – wer sich den Montag freinimmt, kann das Wochenende um zwei Tage verlängern.
  • Christi Himmelfahrt fällt 2018 auf Donnerstag, 10. Mai. Wer den Freitag als Brückentag freinimmt, kommt auf vier freie Tage.
  • Am Sonntag, 20. Mai, folgt Pfingsten. Der Pfingstmontag (21. Mai) ist in allen Bundesländern Feiertag.
  • Einwohner von Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland können zehn Tage später schon wieder ein Brückentag-Wochenende einplanen: Fronleichnam fällt auf Donnerstag, 31. Mai. Der Freitag bietet sich also wieder als Urlaubstag an.
  • Mariä Himmelfahrt wird nur im Saarland und Bayern als Feiertag begangen – am Mittwoch, 15. August.
  • In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen darf man sich über einen freien Mittwoch freuen: Der Reformationstag am 31. Oktober.
  • Der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) fällt 2018 ebenfalls auf einen Mittwoch. Für ein langes Wochenende braucht man also gleich zwei Urlaubstage.
  • In Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und Nordrhein-Westfalen schließt sich mit dem katholischen Feiertag Allerheiligen am Donnerstag, 1. November, ein weiterer Brückentag an.
  • Der Buß- und Bettag ist nur noch in Sachsen ein Feiertag. 2018 fällt er auf Mittwoch, 21. November.
  • Der erste und zweite Weihnachtsfeiertag fällt auf einen Dienstag und Mittwoch. Zwischen dem vierten Adventswochenende und den Weihnachtsfeiertagen liegt damit ein Arbeitstag – Heiligabend. Wer Heiligabend nicht grundsätzlich freigibt, kann den Tag als Brückentag nutzen.
  • Der nächste Brückentag ist Silvester – denn Neujahr 2019 fällt auf einen Dienstag.

Was tun, wenn es Streit um Brückentage gibt?

An einem Brückentag Urlaub zu nehmen, ist bei Mitarbeitern extrem beliebt. Aber was können Chefs tun, wenn sich Mitarbeiter um bestimmte Brückentage streiten? Schließlich können ja meist nicht alle Mitarbeiter an solchen Tage fehlen.

Anzeige

In vielen Unternehmen gilt dann das Motto: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Aber ist diese Verfahrensweise auch legitim? „Diese Praxis ist nicht zu beanstanden, das ist erlaubt“, sagt Alexander Birkhahn, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Dornbach. „Aber man muss darauf achten, dass nicht immer die gleichen Mitarbeiter Urlaub an Brückentagen bekommen, nur weil sie als erstes Urlaub dafür einreichen. Das geht nicht.“ Hier gelte der Grundsatz der Gleichbehandlung. Zumindest im Laufe des Jahres sollten möglichst alle Mitarbeiter mal zum Zug kommen.

Deadline für Urlaub an Brückentagen setzen

Um eine möglichst faire Verteilung der Brückentage zu ermöglichen, können Arbeitgeber auch eine Deadline setzen, bis wann Urlaub für Brückentage eingereicht werden muss. „Dann kann der Arbeitgeber bis zu diesem Termin alle Anträge sammeln und dann auswählen, wer ihn am Ende bekommt“, sagt Birkhahn. Dabei sollten soziale Gesichtspunkte berücksichtigt werden (siehe unten).

Wann dürfen Arbeitgeber einen Urlaubswunsch verweigern?

Verweigert werden dürfen Urlaubswünsche grundsätzlich nur, wenn dringende betriebliche Gründe oder soziale Gesichtspunkte dagegensprechen. Im Bundesurlaubsgesetz § 7 Absatz 1 heißt es dazu: „Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.“

Als soziale Gesichtspunkte gelten laut gängiger Rechtsprechung zum Beispiel:

  • Schulferien von schulpflichtigen Kindern
  • Schließzeiten von Kitas
  • Urlaubsmöglichkeiten des Partners
  • Alter
  • Betriebszugehörigkeit
  • Erholungsbedürftigkeit

Soziale Gesichtspunkte greifen jedoch erst dann, wenn aufgrund dringender betrieblicher Gründe nicht allen Mitarbeiter ein Urlaubstag gewährt werden kann. Wenn also nicht mehr sichergestellt wäre, dass der Betrieb mit knappem Personal aufrechterhalten werden kann, dürfen Arbeitgeber einen Urlaubswunsch ablehnen.

Wann dürfen Arbeitgeber bereits gewährten Urlaub an Brückentagen widerrufen?

„Das müssen schon ganz erhebliche Gründe sein, die zum Widerruf berechtigen, zum Beispiel akute Notsituationen“, sagt Birkhahn. Übliche betriebliche Schwankungen, beispielsweise beim Personalstand oder der Auftragslage, berechtigten dagegen nicht zum Widerruf eines Urlaubs. Und wenn plötzlich ein riesiger Auftrag reinkommt, der nicht abzusehen war? „Beim Sommerurlaub von vier Wochen könnte das ein Grund für einen Widerruf sein“, sagt Birkhahn. „Aber bei einem Brückentag geht das nicht.“

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...