Geschenke für Geschäftspartner So bleibt Ihr Geschenk steuerfrei
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Beliebtes Geschenk für Geschäftspartner: eine gute Flasche Wein.

Beliebtes Geschenk für Geschäftspartner: eine gute Flasche Wein.© Africa Studio / Fotolia.com

Beschenken Sie Ihre Geschäftspartner und Mitarbeiter? Dann sollten Sie dafür sorgen, dass die Geschenke steuerfrei sind. Worauf Sie achten sollten - und wann diese auch als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar sind.

Wer Geschäftspartnern, Kunden oder Mitarbeitern ein Geschenk macht, tut dies in der Regel, um ihnen eine Freude zu machen. Doch die kleinen Aufmerksamkeiten können womöglich Umstände bereiten: Denn auf den Wert des Geschenks muss der Beschenkte in bestimmten Fällen Steuern zahlen.

Für das schenkende Unternehmen eine unangenehme Situation: „Stellen Sie sich einmal vor, Sie schicken einem Kunden zwei Flaschen Wein für einen schönen Abend und müssen ihm am Ende sagen: Hier ist der Beleg, Sie müssen soundso viel versteuern“, sagt Lutz Engelsing, Steuerberater bei der Bonner Kanzlei DHPG. „Das ist total realitätsfremd.“

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Welche Regeln für Geschenke an Geschäftsfreunde und Mitarbeiter gelten – und wann diese als Betriebsausgabe abzugsfähig sind.

Bis zu welchem Betrag sind Geschenke für Geschäftsfreunde steuerfrei?

Auf Geschenke, deren Anschaffungswert 10 Euro nicht übersteigt, muss der Empfänger keine Steuern zahlen. Solche kleinen Geschenke werden auch Streuwerbeartikel genannt, schließlich handelt es sich dabei oft um Kugelschreiber, Schreibblöcke oder andere Kleinigkeiten. Aber auch eine Flasche Wein, die weniger als zehn Euro kosten, muss der Empfänger nicht versteuern. Maßgeblich ist hier der Nettobetrag ohne Umsatzsteuer, wenn Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

Achtung: Kostet die Flasche Wein beispielsweise nur einen Euro mehr, ist das Geschenk nicht mehr steuerfrei. Der Empfänger müsste darauf also eigentlich Steuern zahlen.

Die Alternative: Pauschalversteuerung für Geschenke

Wer verhindern will, dass Geschäftspartner Steuern für ein Geschenk zahlen müssen, kann die Steuerzahlung ans Finanzamt übernehmen. Laut Paragraf 37b Einkommenssteuergesetz (EStG) gilt dafür ein pauschaler Steuersatz von 30 Prozent (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Mit der Pauschalsteuer ist der Beschenkte aus dem Schneider und hat einen doppelten Vorteil: Er muss darauf keine Steuern zahlen und das Geschenk auch nicht als Betriebseinnahme verbuchen.

Allerdings muss ihm der Schenkende mitteilen, dass er die Steuer für das Geschenk übernommen hat. „Wenn der Kunde das nicht weiß, müsste er das Geschenk wiederum versteuern. Sonst macht er sich der Steuerhinterziehung schuldig“, sagt Engelsing.

Praxistipp: Einfach ans Ende des Briefs oder der Karte zum Geschenk den kleinen Hinweis schreiben: „Übrigens, die Steuer übernehmen auch wir für Sie.“ Dann weiß der Geschäftspartner Bescheid.

Übrigens: Wer noch nicht weiß, welches Geschenk er Geschäftsfreunden machen soll, findet hier 20 Geschenkideen, die garantiert origineller und individueller sind als der obligatorische Geschenkkorb.

Für welche Geschenke ist die Pauschalversteuerung möglich?

Die Regelung für die pauschale Versteuerung (Pauschalierung) gilt grundsätzlich für alle Geschenke, die aus betrieblichem Anlass und zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn übergeben werden. Die Geschenke müssen also in einem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit einem Geschäfts- bzw. Vertragsverhältnis stehen.

Zuwendungen zur Anbahnung eines Vertragsverhältnisses fallen damit nicht unter die Regelung.

Welchen Wert muss man für ein Geschenk ansetzen?

Als Bemessungsgrundlage gelten alle tatsächlich angefallenen Kosten für das Firmengeschenk. Lassen sich diese nicht genau ermitteln, müssen Sie diese gegebenenfalls schätzen. Bei einem selbst hergestellten Produkt sind grundsätzlich die Herstellungskosten (zuzüglich Umsatzsteuer) anzusetzen.

Was gilt für Geschenke für ausländische Geschäftspartner?

Wer Geschäftsfreunden aus dem Ausland ein Geschenk machen will, muss darauf keine Pauschalsteuer bezahlen (BFH, Az. VI R 57/11); schließlich müsste auch der Geschäftspartner hierfür in Deutschland keine Steuern zahlen.

Was gilt für Preisausschreiben und Verlosungen?

Hier gilt dieselbe Grundregel wie bei Geschenken an Geschäftsfreunde aus dem Ausland. Weil der Empfänger Gewinne aus Preisausschreiben und Verlosungen nicht versteuern muss, müssen auch Unternehmen, die Preise verlosen, diese nicht pauschal versteuern. Das hatte das Bundesfinanzministerium vor einigen Jahren in einem BMF-Schreiben klargestellt.

Was gilt für Bewirtungskosten bei Geschäftsessen?

Für Geschäftsessen mit Kunden oder anderen Geschäftspartnern muss grundsätzlich keine Pauschalsteuer gezahlt werden. Geschäftsessen mit Mitarbeitern sind bis zu einem Betrag von 60 Euro je Mitarbeiter steuerfrei, wenn sie ganz überwiegend aus einem betrieblichem Interesse heraus erfolgen.

Was gilt für Geschenke an Mitarbeiter bei einem persönlichen Anlass?

Ein Mitarbeiter hat Geburtstag oder heiratet? Geschenke zu einem persönlichen Anlass sind bis zu einem Betrag von 60 Euro (brutto) pro Arbeitnehmer und Anlass steuerfrei. Das gilt jedoch nur für Sachzuwendungen und nicht für Bargeld. Achtung: Wird diese Freigrenze auch nur um einen Cent überschritten, wird das komplette Geschenk steuerpflichtig!

Was gilt, wenn Mitarbeiter einen Kunden zu einem Event begleiten?

Im Moment sind Theaterbesuche oder das Ansehen von Bundesligaspielen im Stadion zwar nicht möglich. Aber wenn die Corona-Fälle deutlich sinken, dürfte auch das wieder eine gute Möglichkeit sein, Geschäftspartnern eine Freude zu machen. Lädt ein Unternehmer einen Kunden dazu ein und ein Mitarbeiter kommt mit, um den Kunden zu betreuen, stellt sich die Frage: Muss der Mitarbeiter den Eintrittspreis als geldwerten Vorteil versteuern?

Ob der Mitarbeiter darauf Steuern zahlen muss, hängt davon ab, ob der Arbeitgeber ihm damit ein Geschenk macht oder ob der Besuch als Teil der Arbeit zählt. „Wenn Arbeitnehmer auf Veranlassung des Arbeitgebers Kunden betreuen, erfolgt der Stadionbesuch laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs aus überwiegend eigenbetrieblichem Interesse. Dann ist das kein Geschenk an den Mitarbeiter im Sinn des Paragrafen 37 b EStG“, erklärt Engelsing.

Heißt: Der Mitarbeiter muss die Eintrittskarte nicht als geldwerten Vorteil versteuern. Auch der Arbeitgeber muss auf den Wert der Eintrittskarte nicht pauschal 30 Prozent Steuern an den Staat zahlen.

Soll auch der Kunde keine Steuer für den netten Nachmittag im Stadion oder den Theaterbesuch zahlen, muss das Unternehmen für das Kundenticket wiederum 30 Prozent Pauschalsteuer ans Finanzamt überweisen.

Wie bindend sind solche Urteile für andere Finanzämter?

„Früher galten die Urteile nur für den jeweiligen Einzelfall und die Finanzämter konnten sich im Zweifel querstellen“, sagt Engelsing. Das Bundesfinanzministerium hat die Vorschriften zu Geschenken für Geschäftspartner aber 2015 präzisiert; die Anweisungen des Ministeriums gelten seither verbindlich für alle Finanzämter in Deutschland. „Durch die Anweisungen des Bundesfinanzministeriums müssen alle Finanzverwaltungen die Urteile anerkennen und anwenden.“

Unter welchen Voraussetzungen sind die Aufwendungen als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig?

Kundengeschenke und Geschenke für Geschäftspartner können als Betriebsausgabe abgesetzt werden – und zwar bis zu einem Betrag von 35 Euro. Sobald ein Geschenk also mehr als 35 Euro kostet, gilt ein Abzugsverbot und man kann man es nicht mehr als Betriebsausgabe abziehen.

Die Wertgrenze gilt pro Kunde und Wirtschaftsjahr: Wer zum Beispiel einem Kunden zum Geburtstag eine Flasche Wein für 25 Euro geschenkt hat, kann an Weihnachten nicht noch einmal einen ähnlichen Wert drauflegen.

Übernimmt ein Unternehmen die Steuer für den Beschenkten, kann auch sie steuerlich geltend gemacht werden. Achtung: Im März 2017 stiftete der Bundesfinanzhof Verwirrung mit einem Urteil, wonach die Summe aus Geschenk und Geschenkesteuer 35 Euro nicht überschreiten dürfe (BFH, Az.: IV R 13/14), sonst falle der Abzug als Betriebsausgabe weg.

Das Bundesfinanzministerium stellte aber rasch klar, dass die Finanzämter das Urteil in diesem Punkt nicht anwenden sollen. Es bleibt also alles beim Alten: Für den Betriebsausgabenabzug kommt es weiterhin nur auf den puren Geschenkewert an, der nicht über 35 Euro liegen darf. Die für den Beschenkten übernommene Steuer zählt nicht zum Geschenkewert.

Gilt die 35-Euro-Grenze netto oder brutto?

Das hängt davon ab, ob das schenkende Unternehmen zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Ist das der Fall, darf der Nettowert des Geschenks die 35-Euro-Grenze nicht überschreiten. Macht das Unternehmen aber von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch, ist der Bruttowert des Firmengeschenks maßgeblich.

Was muss man beachten, damit der Betriebsausgabenabzug möglich ist?

Die Ausgaben müssen einzeln auf einem Extra-Konto in der Buchhaltung vermerkt werden, sonst droht Ärger mit dem Finanzamt. Wer gegen die getrennte Aufzeichnung verstößt, darf übrigens auch Präsente mit einem Wert unter 35 Euro nicht als Betriebsausgabe steuerlich absetzen. Für die Buchung muss auf jeden Fall der Name des Beschenkten angegeben werden.

Firmen, die Geschenke gleich im Dutzend bestellen, sollten eine gesonderte Liste anfertigen, auf welcher der Name des Geschäftspartners, die jeweilige Gabe und dessen Wert genannt werden. Geschenke gleicher Art dürfen in einer Sammelbuchung angegeben werden, vorausgesetzt:

  • der Name des Empfängers ist auf dem Buchungsbeleg ersichtlich oder
  • es handelt sich um Geschenke, bei denen auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass ihr Wert die Freigrenze von 35 Euro nicht überschreitet. Dies ist beispielsweise bei Kugelschreibern der Fall.

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5 Kommentare
  • Alexander Beck 19. Juni 2019 12:43

    Bezugnahme auf den Satz……..Auf Geschenke an Geschäftspartner, deren Anschaffungswert 10 Euro nicht übersteigt (inklusive Mehrwertsteuer!), müssen Unternehmen keine Steuern zahlen.

    Für die allermeisten Unternehmen, sicherlich über 95 % die vorsteuerabzugsberechtigt sind gilt folgendes:

    Auf Geschenke an Geschäftspartner, deren Anschaffungswert 10 Euro nicht übersteigt (exklusive Mehrwertsteuer!!!!! NICHT INKLUSIVE), müssen Unternehmen keine Steuern zahlen.

    Ausgenommen von der Vorsteuerabzugsberechtigung sind nur Kleinunternehmen und Unternehmen, die bestimmte, von der Steuer befreite Leistungen erbringen. Diese wenigen Unternehmen im Vergleich zu den vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen spielen keine Rolle beim Einkauf von Geschenken unter 10,00 Euro. Wird jeder Werbemittelhändler bestätigen.

  • Erw. Muel 13. Juni 2019 13:58

    Hallo,

    was ist eigentlich mit Geschenken an Geschäftspartner ohne betrieblichem Anlaß z.B. persönlicher Art bis zu 10 Euro und bis zu 35 Euro?
    Sind das dann Betriebsausgaben?
    Ich würde ja sagen, was meinen Sie?

    Ich freue mich über eine Rückmeldung!

    • Angelika Unger 13. Juni 2019 16:12

      Hallo Erw. Muel,

      siehe oben: Geschenke für Geschäftspartner können als Betriebsausgabe abgesetzt werden – und zwar bis zu einem Betrag von 35 Euro inklusive Umsatzsteuer. Die Freigrenze gilt pro Kunde und Jahr.

      Viele Grüße vom impulse-Team

  • Anonymous 16. Januar 2019 09:54

    Die Freigrenze für Geschenke beträgt 35 Euro brutto, nicht 10 Euro!

    • Angelika Unger 16. Januar 2019 10:04

      Hallo, da irren Sie sich: Geschenke für Geschäftspartner können als Betriebsausgabe abgesetzt werden – und zwar bis zu einem Betrag von 35 Euro inklusive Umsatzsteuer. Die Freigrenze, bis zu der Geschenke steuerfrei sind, liegt aber bei 10 Euro (siehe oben).

      Viele Grüße vom impulse-Team

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