GWG-Grenze Das gilt bei der Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter

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Tristesse im Büro? Dank der GWG-Grenze können geringwertige Wirtschaftsgüter wie neue Möbel sofort abgeschrieben werden.

Tristesse im Büro? Dank der GWG-Grenze können geringwertige Wirtschaftsgüter wie neue Möbel sofort abgeschrieben werden.© brezelwurst / photocase.de

2018 wurde die GWG-Grenze angehoben: Unternehmen können Büromöbel oder Werkzeuge, die maximal 800 Euro kosten, sofort abschreiben. Wichtige Fragen und Antworten zur GWG-Grenze.

Davon kann jedes Unternehmen profitieren: Nach mehr als 50 Jahren wurde 2018 erstmals die Betragsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG-Grenze) angehoben, also die Grenze, bis zu der Werkzeuge oder Büromöbel sofort komplett als Betriebsausgaben abgeschrieben werden können.

Welcher Betrag gilt für die GWG-Grenze?

Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG), die nach dem 1. Januar 2018 angeschafft wurden, ist eine Sofortabschreibung bis zu einem Betrag von 800 Euro netto (952 Euro brutto) möglich. Bis Ende 2017 lag die Betragsgrenze bei 410 Euro netto. Die Anhebung der GWG-Grenze ist im „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ geregelt.

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Welche Güter gelten laut Definition als geringwertige Wirtschaftsgüter?

Als GWG gelten bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die eigenständig nutzbar sind. Das sind zum Beispiel kleinere Büromöbel wie Bilder, Kaffeemaschinen, Schreibtischlampen, Bürocontainer, Telefone oder Werkzeuge.

Ein Drucker gilt beispielsweise nur dann als GWG, wenn er eine Kopierfunktion hat – und somit auch ohne Computer genutzt werden kann. Gilt der Drucker nicht als geringwertiges Wirtschaftsgut, muss er über drei Jahre abgeschrieben werden. Bei Stühlen oder Tischen für die Firmenräume sind es sogar 13 Jahre. Ausnahme: Auch Computer-Softwareprogramme bis 800 Euro gelten als GWG.

Wie können Unternehmen von der angehobenen GWG-Grenze profitieren?

„Neu angeschaffte Gegenstände sofort abzusetzen, bringt einen enormen Liquiditätsvorteil, weil ich dadurch für das laufende Jahr weniger Steuern zahlen muss“, sagt Klaus Bührer, Steuerberater und Partner in der Kanzlei Dornbach. „Und ich eben nicht über Jahre hinweg nur einen Bruchteil vom Kaufpreis absetzen kann.“

Können GWG auch in einem Sammelposten abgeschrieben werden?

Unternehmen haben steuerlich auch die Möglichkeit, einen Sammelposten für geringwertigen Wirtschaftsgüter zu bilden. Das ist möglich, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um den darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, zwischen 250 Euro (bis Ende 2017: 150 Euro) und 1000 Euro liegen. Dieser Sammelposten (auch Pool genannt) muss im Jahr der Bildung und den darauf folgenden vier Jahren abgeschrieben werden, also mit 20 Prozent pro Jahr.

Welche Aufzeichnungspflichten gelten für geringwertige Wirtschaftsgüter?

Seit 2018 gelten für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Wert 250 Euro netto (bis Ende 2017: 150 Euro netto) übersteigt, besondere Aufzeichnungspflichten. Solche GWG müssen zu Dokumentationszwecken in einem gesonderten Verzeichnis erfasst werden, und zwar unter Angabe des Tags der Anschaffung oder Herstellung und der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Auf ein solches Verzeichnis kann nach § 6 Abs. 2 Satz 4 Einkommenssteuergesetz (EStG) verzichtet werden, wenn diese Angaben aus der Buchführung ersichtlich sind.

Für geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Wert von bis zu 250 Euro netto, also Kleinbetragsrechnungen, gelten keine besonderen Aufzeichnungspflichten.

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