Überraschender Schicksalsschlag
„Der Tod schafft Klarheit“

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester hinterfragt Unternehmerin Vanessa Weber, was in ihrem Leben wirklich wichtig ist – und was aus ihrer Firma werden würde, falls sie überraschend stirbt.

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© privat

Anfang Januar ist meine Schwester Byanka gestorben. Sie ist abends schlafen gegangen und am nächsten Morgen nicht mehr aufgewacht. Wahrscheinlich ein Herzinfarkt, sagen die Ärzte. Byanka wurde 49 Jahre alt.

Als ich von ihrem Tod erfuhr, fühlte ich mich, als wäre mir der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Ich habe danach viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Wir alle konnten es nicht fassen und können es noch immer nicht. Schließlich war meine Schwester kerngesund gewesen, noch Ende November hatte sie beim Arzt ihre Blutwerte kontrollieren lassen. Und doch ist sie nun fort und alles ist anders.

Nach Byankas Tod habe ich es mental 14 Tage lang nicht geschafft, in die Firma zu gehen. Auch für mein Team war ich kaum ansprechbar. Meine Mitarbeiter hatten das Geschäft perfekt im Griff; dafür bin ich unendlich dankbar. Dafür, und auch für die große Anteilnahme und Unterstützung, die ich von ihnen erfahren habe.

Byankas Tod hat mir gezeigt, wie schnell und unerwartet das Leben zu Ende gehen kann. Und auch, wie schnell sich das Leben auf einen Schlag ändern kann. Mein Partner und ich haben Byankas Sohn Joshua bei uns aufgenommen. Für mich war das selbstverständlich – nicht nur, weil ich Joshuas Patentante bin, sondern auch, weil wir ein enges und liebevolles Verhältnis zueinander haben. Ich wurde also von einem Tag auf den anderen zur Erziehungsberechtigten eines 17-Jährigen. Das ist natürlich eine krasse Veränderung, aber ich freue mich auf die Aufgabe – und mit kaltem Wasser kann ich bekanntlich umgehen!

Ich habe in den vergangenen Wochen viel nachgedacht – über mich, mein Leben und den Tod. Diese Fragen haben mich besonders beschäftigt:

Was soll aus meiner Firma werden?

Wenn ich jetzt sterben würde: Was würde ich mir für meine Firma wünschen? Wer könnte sie weiterführen? Wie soll sie geführt werden? Mit all diesen Fragen hatte ich mich noch nie intensiv auseinandergesetzt. Warum auch, dachte ich bisher, ich bin doch erst 39 Jahre alt.

Ich möchte mich diesen Fragen nun stellen; denn damit stelle ich sicher, dass die Firma in meinem Sinne weitergeführt wird. Schließlich kann keiner wissen, was ich im Kopf habe. Sicher, es sind Fragen, die sich wohl niemand gern stellt. Und doch lohnt es sich für jeden Unternehmer, seine eigenen Antworten zu finden. Ausreden wie: „Ich bin topfit und alle anderen in meiner Familie sind steinalt geworden“ gelten nicht.

In den nächsten Wochen will ich mein Testament verfassen, eine Patientenverfügung aufsetzen, meinen Angehörigen Wünsche für meine Beerdigung hinterlassen. Und ich werde mich hinsetzen und aufschreiben, was mit meiner Firma passieren soll. Ich habe mir darüber in den vergangenen Wochen schon viele Gedanken gemacht, doch ich brauche noch etwas Zeit, um alles innerlich zu sortieren und zu Papier zu bringen.

Auch ganz pragmatische Fragen sollte man klären: Ist in Notfällen jemand außer mir unterschriftsberechtigt? Hat jemand Zugriff auf die Konten des Unternehmens? Zumindest das ist in meiner Firma bereits geregelt.

Mehr dazu hier: Notfallkoffer für Unternehmen: Was, wenn der Chef plötzlich ausfällt?

Was ist mir wirklich wichtig?

Wenn das Leben zu Ende geht, wird keiner sagen: „Hätte ich mal mehr gearbeitet!“ Das ist natürlich keine neue Erkenntnis. Und doch traf sie mich nach Byankas Tod mit großer Wucht.

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Ich war zuletzt häufig bis zu 50 Stunden pro Woche in der Firma, obwohl ich kürzertreten wollte; dazu kam noch die Zeit, die ich für meine Ehrenämter brauchte. Es gab Zeiten, da habe ich sogar noch deutlich mehr gearbeitet. Wenn ich nicht den ganzen Tag am Computer saß, hatte ich ein regelrecht schlechtes Gewissen. Damit soll nun definitiv Schluss sein. Arbeit ist nicht das Wichtigste im Leben.

Natürlich werde ich nun nicht alles hinter mir lassen und jahrelang um die Welt reisen – dafür liebe ich meine Firma viel zu sehr. Ich werde mir aber künftig erlauben, flexibler zu arbeiten: Auch mal später kommen, früher gehen oder bei schönem Wetter das Notebook im Garten aufklappen statt im Büro.

Ich weiß, dass diese Arbeitsweise für viele aus der älteren Generation undenkbar ist. Ich bin aber fest überzeugt, dass ich so effektiver arbeite. Dass Menschen den ganzen Tag ohne Pausen voll leistungsfähig sind, halte ich für eine Illusion. Und im Tagesgeschäft mische ich ohnehin schon lange nicht mehr mit: Meine Themen sind Personal, Strategie, Innovation und Marketing/Außenauftritt.

Um Ideen zu entwickeln, bringt es mir nichts, acht Stunden vorm PC zu hocken. Ich brauche Pausen und neuen Input; es hilft mir, Vorträge zu hören, Bücher zu lesen, Hörbücher oder Podcasts hören, mich zu unterhalten. Und das, was dann in meinem Kopf entsteht, muss reifen. Das passiert häufig nicht, wenn ich angestrengt nachdenke, sondern in entspannter Atmosphäre, vielleicht beim Schwimmengehen, wenn ich im Wald Bäume pflanze oder wenn ich einfach in der Sonne sitze.

Meinem Team habe ich meinen Entschluss bereits mitgeteilt. Die sehen das ganz entspannt. „Ob du oben in deinem Büro sitzt oder bei dir zuhause bist, macht für mich keinen Unterschied: Wenn ich dich erreichen will, kann ich das so oder so – per Handy, Mail oder Whatsapp“, sagte eine meiner Mitarbeiterinnen. Selbstverständlich bin ich telefonisch erreichbar und komme auch weiterhin jeden Tag in die Firma.

Stattdessen will ich häufiger Dinge tun, die mir gut tun. Und das, was ich mir vorgenommen habe, nicht weiter rausschieben, sondern wirklich machen. Schließlich hat schon der römische Kaiser und Philosoph Mark Aurel gesagt: „Man bereut nie, was man getan, sondern immer, was man nicht getan hat.“ Zwar habe ich auch bisher schon nach diesem Grundsatz gelebt, ich will es aber künftig noch konsequenter tun.

Wenn ich mich mit jemandem streite, versuche ich, mich noch am selben Abend zu vertragen. Denn wer weiß, ob ich am nächsten Morgen noch die Gelegenheit dazu haben werde.

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Der Tod bringt viel Leid mit sich, aber er bringt den Hinterbliebenen auch eine besondere Klarheit: Er hilft, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Er macht uns bewusst, dass unser Leben nun einmal endlich ist – und dass wir nicht so leben sollten, als hätten wir unendlich Zeit.

Zum Schluss möchte ich ein Video mit euch teilen, das meine Schwester vor ein paar Jahren auf ihrer Facebook-Pinnwand gepostet hat. Sie hat ihr Leben schon immer so gelebt, wie es Vera F. Birkenbihl in diesem Video rät.

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem offenen Beitrag ein paar Denkanstöße geben.

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Anfang Januar ist meine Schwester Byanka gestorben. Sie ist abends schlafen gegangen und am nächsten Morgen nicht mehr aufgewacht. Wahrscheinlich ein Herzinfarkt, sagen die Ärzte. Byanka wurde 49 Jahre alt. Als ich von ihrem Tod erfuhr, fühlte ich mich, als wäre mir der Boden unter den Füßen weggerissen worden. Ich habe danach viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Wir alle konnten es nicht fassen und können es noch immer nicht. Schließlich war meine Schwester kerngesund gewesen, noch Ende November hatte sie beim Arzt ihre Blutwerte kontrollieren lassen. Und doch ist sie nun fort und alles ist anders. Nach Byankas Tod habe ich es mental 14 Tage lang nicht geschafft, in die Firma zu gehen. Auch für mein Team war ich kaum ansprechbar. Meine Mitarbeiter hatten das Geschäft perfekt im Griff; dafür bin ich unendlich dankbar. Dafür, und auch für die große Anteilnahme und Unterstützung, die ich von ihnen erfahren habe. Byankas Tod hat mir gezeigt, wie schnell und unerwartet das Leben zu Ende gehen kann. Und auch, wie schnell sich das Leben auf einen Schlag ändern kann. Mein Partner und ich haben Byankas Sohn Joshua bei uns aufgenommen. Für mich war das selbstverständlich – nicht nur, weil ich Joshuas Patentante bin, sondern auch, weil wir ein enges und liebevolles Verhältnis zueinander haben. Ich wurde also von einem Tag auf den anderen zur Erziehungsberechtigten eines 17-Jährigen. Das ist natürlich eine krasse Veränderung, aber ich freue mich auf die Aufgabe – und mit kaltem Wasser kann ich bekanntlich umgehen! Ich habe in den vergangenen Wochen viel nachgedacht - über mich, mein Leben und den Tod. Diese Fragen haben mich besonders beschäftigt: Was soll aus meiner Firma werden? Wenn ich jetzt sterben würde: Was würde ich mir für meine Firma wünschen? Wer könnte sie weiterführen? Wie soll sie geführt werden? Mit all diesen Fragen hatte ich mich noch nie intensiv auseinandergesetzt. Warum auch, dachte ich bisher, ich bin doch erst 39 Jahre alt. Ich möchte mich diesen Fragen nun stellen; denn damit stelle ich sicher, dass die Firma in meinem Sinne weitergeführt wird. Schließlich kann keiner wissen, was ich im Kopf habe. Sicher, es sind Fragen, die sich wohl niemand gern stellt. Und doch lohnt es sich für jeden Unternehmer, seine eigenen Antworten zu finden. Ausreden wie: „Ich bin topfit und alle anderen in meiner Familie sind steinalt geworden“ gelten nicht. In den nächsten Wochen will ich mein Testament verfassen, eine Patientenverfügung aufsetzen, meinen Angehörigen Wünsche für meine Beerdigung hinterlassen. Und ich werde mich hinsetzen und aufschreiben, was mit meiner Firma passieren soll. Ich habe mir darüber in den vergangenen Wochen schon viele Gedanken gemacht, doch ich brauche noch etwas Zeit, um alles innerlich zu sortieren und zu Papier zu bringen. Auch ganz pragmatische Fragen sollte man klären: Ist in Notfällen jemand außer mir unterschriftsberechtigt? Hat jemand Zugriff auf die Konten des Unternehmens? Zumindest das ist in meiner Firma bereits geregelt. Mehr dazu hier: Notfallkoffer für Unternehmen: Was, wenn der Chef plötzlich ausfällt? Was ist mir wirklich wichtig? Wenn das Leben zu Ende geht, wird keiner sagen: „Hätte ich mal mehr gearbeitet!“ Das ist natürlich keine neue Erkenntnis. Und doch traf sie mich nach Byankas Tod mit großer Wucht. Ich war zuletzt häufig bis zu 50 Stunden pro Woche in der Firma, obwohl ich kürzertreten wollte; dazu kam noch die Zeit, die ich für meine Ehrenämter brauchte. Es gab Zeiten, da habe ich sogar noch deutlich mehr gearbeitet. Wenn ich nicht den ganzen Tag am Computer saß, hatte ich ein regelrecht schlechtes Gewissen. Damit soll nun definitiv Schluss sein. Arbeit ist nicht das Wichtigste im Leben. Natürlich werde ich nun nicht alles hinter mir lassen und jahrelang um die Welt reisen – dafür liebe ich meine Firma viel zu sehr. Ich werde mir aber künftig erlauben, flexibler zu arbeiten: Auch mal später kommen, früher gehen oder bei schönem Wetter das Notebook im Garten aufklappen statt im Büro. Ich weiß, dass diese Arbeitsweise für viele aus der älteren Generation undenkbar ist. Ich bin aber fest überzeugt, dass ich so effektiver arbeite. Dass Menschen den ganzen Tag ohne Pausen voll leistungsfähig sind, halte ich für eine Illusion. Und im Tagesgeschäft mische ich ohnehin schon lange nicht mehr mit: Meine Themen sind Personal, Strategie, Innovation und Marketing/Außenauftritt. Um Ideen zu entwickeln, bringt es mir nichts, acht Stunden vorm PC zu hocken. Ich brauche Pausen und neuen Input; es hilft mir, Vorträge zu hören, Bücher zu lesen, Hörbücher oder Podcasts hören, mich zu unterhalten. Und das, was dann in meinem Kopf entsteht, muss reifen. Das passiert häufig nicht, wenn ich angestrengt nachdenke, sondern in entspannter Atmosphäre, vielleicht beim Schwimmengehen, wenn ich im Wald Bäume pflanze oder wenn ich einfach in der Sonne sitze. Meinem Team habe ich meinen Entschluss bereits mitgeteilt. Die sehen das ganz entspannt. „Ob du oben in deinem Büro sitzt oder bei dir zuhause bist, macht für mich keinen Unterschied: Wenn ich dich erreichen will, kann ich das so oder so – per Handy, Mail oder Whatsapp“, sagte eine meiner Mitarbeiterinnen. Selbstverständlich bin ich telefonisch erreichbar und komme auch weiterhin jeden Tag in die Firma. Stattdessen will ich häufiger Dinge tun, die mir gut tun. Und das, was ich mir vorgenommen habe, nicht weiter rausschieben, sondern wirklich machen. Schließlich hat schon der römische Kaiser und Philosoph Mark Aurel gesagt: „Man bereut nie, was man getan, sondern immer, was man nicht getan hat.“ Zwar habe ich auch bisher schon nach diesem Grundsatz gelebt, ich will es aber künftig noch konsequenter tun. Wenn ich mich mit jemandem streite, versuche ich, mich noch am selben Abend zu vertragen. Denn wer weiß, ob ich am nächsten Morgen noch die Gelegenheit dazu haben werde. Der Tod bringt viel Leid mit sich, aber er bringt den Hinterbliebenen auch eine besondere Klarheit: Er hilft, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Er macht uns bewusst, dass unser Leben nun einmal endlich ist – und dass wir nicht so leben sollten, als hätten wir unendlich Zeit. Zum Schluss möchte ich ein Video mit euch teilen, das meine Schwester vor ein paar Jahren auf ihrer Facebook-Pinnwand gepostet hat. Sie hat ihr Leben schon immer so gelebt, wie es Vera F. Birkenbihl in diesem Video rät. Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem offenen Beitrag ein paar Denkanstöße geben.
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