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Ein Freitagabend im Oktober 2024. Dietmar Klug sitzt vor dem Bildschirm in seinem Büro, klickt auf ein kurzes Demo-Video auf einer Website und hört zu. Eine KI-Stimme führt ein Gespräch – natürlich, reaktionsschnell, realistisch wie ein Mensch. Weder klingt die Stimme nach Maschine, noch fällt ein Satz, der wirkt, wie aus einer Datenbank gezogen.
Klug, 58, ist seit mehr als 30 Jahren im Callcenter-Geschäft; er weiß, worauf es beim Telefonieren ankommt. Sein erster Gedanke: Das ist Fake. „Es war zu perfekt“, sagt er.
Einen so flüssigen Dialog mit einer KI hatte er noch nicht erlebt. Doch schon bald sollte ihm klar werden: Was er hörte, war echt. Echt KI.
Klug ist Geschäftsführer von TDM aus Sarstedt bei Hannover. Das Familienunternehmen mit knapp 400 Mitarbeitenden betreibt seit mehr als 40 Jahren ein Callcenter. Hier führen Menschen Telefonate für andere Unternehmen, im Kundenservice, für das Marketing. Ein Geschäftsmodell, das eine sprechende KI in seinen Grundlagen erschüttert.
Gestiegener Wettbewerbsdruck durch KI
Nils Urbach, der als Professor am Research Lab for Digital Innovation & Transformation der Frankfurt University of Applied Sciences forscht, beschreibt die Auswirkungen von KI auf die Branche. „Ein Geschäftsmodell, das im Wesentlichen darauf basiert, dass Menschen standardisierbare Anfragen bearbeiten, gerät unmittelbar unter Druck.“
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