Google beantwortet Suchanfragen immer häufiger mit KI-generierten Zusammenfassungen, den sogenannten AI Overviews. Sie stehen oberhalb der klassischen Suchergebnisse. In kompakten Infoboxen bündeln sie Informationen aus verschiedenen Quellen und liefern oft schon direkt eine Antwort auf die Suchanfrage.
Laut einer Analyse des deutschen SEO-Tool-Anbieters Sistrix, bei der mehr als 100 Millionen Keywords untersucht wurden, verlieren Websites in Deutschland durch diese AI Overviews rund 265 Millionen Klicks pro Monat. Denn wer bei Google eine Frage ins Suchfeld tippt und die Antwort direkt oben zusammengefasst bekommt, klickt oft nicht mehr weiter.
Wer also in den AI Overviews nicht als Quelle auftaucht und von der Google-KI zitiert wird, ist unsichtbar, wenn Menschen nach Lösungen, Anbietern oder Produkten suchen. Jahrelang reichte es, SEO-Regeln zu befolgen. Doch die AI Overviews wählen Quellen nach anderen Kriterien aus.
Wie also schafft man es heute mit seinem Unternehmen in die AI Overviews?
Roland Eisenbrand, Chefredakteur OMR Daily und Head of Content des OMR Festival hat bei seiner Keynote „OMR State of the Internet 2026“ drei Methoden vorgestellt, um gefunden zu werden:
1. Chunking: Wie baue ich Website-Texte auf, damit sie in den AI Overviews landen?
Bei klassischem SEO ging es oft darum, ein Hauptkeyword an den richtigen Stellen und in der richtigen Dosierung auf der Unternehmenswebsite einzubauen. Um in den AI Overviews sichtbar zu sein reicht das nicht mehr aus. Inhalte müssen so aufgebaut sein, dass KI-Suchsysteme sie verstehen, zusammenfassen und zitieren können. Dieser Ansatz wird als GEO bezeichnet, kurz für Generative Engine Optimization.
Laut Roland Eisenbrand kommt es darauf an, dass der Inhalt eines Texts eine konkrete Frage beantwortet und die Texte klar strukturiert sind. Hier setzt Chunking an: Inhalte werden in kleine, klar abgegrenzte Abschnitte zerlegt. Jeder Abschnitt beantwortet eine Frage.
Statt einen allgemeinen Blogbeitrag zu schreiben, kann ein Sanitär- und Heizungsbetrieb beispielsweise typische Kundenfragen beantworten:
- Abfluss stinkt, was tun?
- Warum gluckert meine Heizung?
- Was kostet es, einen verstopften Abfluss professionell reinigen zu lassen?
Wie setze ich Chunking auf meiner Website um?
- Zerlege die Texte auf deiner Website in kleine Abschnitte, die jeweils einzelne Fragen beantworten
- Füge Zwischenüberschriften ein, am besten in Form einer typischen (Kunden)-Frage
- Nutze klassische FAQ- oder „How-to“-Format
- Schreibe nüchtern und faktenbasiert
- Folge dem Muster: 1 Frage + maximal 2 Sätze als Antwort
Wenn ein Kunde eine dieser Fragen googelt, kann Google deine Antwort leichter aufgreifen und dein Unternehmen als Quelle nennen. So wird deine Marke direkt in den AI Overviews sichtbar und schon vor einem möglichen ersten Klick zum ersten Touchpoint.

2. Listicles: Google zitiert in seinen Overviews gerne Listen und Rankings. Warum?
Listen funktionieren gut, weil sie Inhalte auf Websiten übersichtlich darstellen. Laut Eisenbrand machen Artikel in Listenformat fast ein Drittel der zitierten Inhalte in Google KI-Overviews aus. Er bezieht sich dabei auf eine Untersuchung von Promptwatch, einer US-amerikanischen Plattform zur Analyse von Sichtbarkeit in KI-Suchsystemen. Die Auswertung basiert auf mehr als 20 Millionen Quellenverweisen der Google Overviews, die Promptwatch zwischen Januar und April 2026 nach Content-Format sortiert hat.
Wie binde ich Listicles in meine Website ein?
Ein paar Beispiele:
- Ein Fahrradgeschäft könnte auf der Website einen Blog-Artikel veröffentlichen: „Fahrradschlauch wechseln: 5 Schritte, die du beachten musst“.
- Beim Malereibetrieb bietet sich ein Erste-Hilfe-Artikel an, wie: „Tapetenreste mit Haushaltsmittel entfernen: 3 Tricks“.
- Ein Catering-Service könnte einen Ratgeber veröffentlichen: „Catering für 30 Personen planen: 5 Dinge, die du vorher klären solltest“.
Wichtig: Füttere die einzelnen Schritte und Tricks mit deiner fachlichen Expertise. Schreibe also nicht nur „Tapetenreste einweichen“, sondern ergänze, wie lange, womit und bei welchen Wandoberflächen Vorsicht geboten ist. Wenn es passt, kannst du hier auch auf deine eigenen Produkte oder Dienstleistungen hinweisen.
3. Youtube: Wie erhöhen Videos die Chance, in AI Overviews aufzutauchen?
Auch Youtube-Videos können als Quelle dienen. Roland Eisenbrand verweist auf Promptwatch-Daten, nach denen Youtube als eine der meist zitierten Plattformen in den Google KI-Overviews gelistet wird. (Hier zeigt ein Live-Report, welche Social-Plattformen in den vergangenen 30 Tagen am häufigsten in Googles AI Overview zitiert wurden.)
Für dein Unternehmen heißt das: Du kannst mit (einfachen) Videos deine Sichtbarkeit vergrößern, wenn du darin Kundenfragen beantwortest, etwa so:
- Ein Anbieter für Wärmepumpen könnte in einem Video erklären: „Wärmepumpen im Altbau: Geht das?“
- Ein Möbelhaus zeigt in einem Video „Kleinen Flur richtig einrichten“
- Ein Gartenbauprofi vergleicht „Holz, WPC oder Naturstein – welcher Terrassenbelag ist frostsicher?“
Es braucht keine aufwändig produzierten Videos. Dein Smartphone reicht, so präsentierst du dich authentisch und nahbar. Wichtig ist, dass du deine Expertise zeigst.
Wie bereitest du Youtube-Videos für AI Overviews vor?
Damit Google dein Video für die AI Overviews besser einordnen kann, braucht es laut Eisenbrand eine saubere Struktur:
- Formuliere den Titel des Videos als konkrete Frage oder Problemlösung.
- Schreibe eine ausführliche Videobeschreibung (daran bedient sich die AI-Overview).
- Teile das Video in Kapitel ein.
- Youtube erstellt zu vielen Videos automatisch ein Transkript. Prüfe es vor der Veröffentlichung auf Fehler, damit Fachbegriffe und relevante Informationen korrekt erfasst werden.
Ein einzelner Listenartikel, eine FAQ-Seite oder ein Youtube-Video reichen meist nicht aus, um dauerhaft in den AI-Overviews aufzutauchen. Sichtbarkeit entsteht, wenn mehrere Dinge zusammenspielen: klar strukturierte Inhalte auf deiner Website, fachliche Antworten auf typische Kundenfragen und zusätzliche Quellen wie Youtube, die deine Expertise sichtbar machen.
