Umgang mit Disruption
So erfindest du dein Geschäftsmodell in der Krise neu

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bedrohen ganze Branchen. Doch wer rechtzeitig handelt, kann sein Unternehmen neu aufstellen. Das beweist der ehemalige Hersteller von Diarahmen Airworks.

25. März 2026, 14:16 Uhr, von Peter Neitzsch, Wirtschaftsredakteur

Bild eines Rettungsrings auf orangenem Hintergrund
Ein neues Geschäftsmodell kann für Unternehmen ein Rettungsring in der Krise sein.
© Lpettet / Getty Images

Der Unternehmer Marc Loersch weiß, was es heißt, wenn der Fortschritt das eigene Produkt ausradiert: Jahrzehntelang drehte sich im ­Familienunternehmen alles um Dia­rahmen. Der Vater Hanns Loersch gründete den gleichnamigen Betrieb in den 1960er-Jahren. Die Nachfrage war groß – und entsprechend rasant wuchs die Hanns Loersch GmbH & Co. KG. Die Firma verkaufte die Rahmen unter der ­Marke Quickpoint und fertigte später auch für ­Branchengrößen wie Agfa, Fuji oder Kodak.

Ende der 1980er-Jahre gehörte das Unternehmen zu den drei größten Herstellern von Diarahmen weltweit. Am Standort Straelen am Niederrhein beschäftigte es rund 120 Mitarbeitende – weitere 40 Mitarbeitende waren in ­einem Werk in den USA angestellt.

Die Firma baute auch die Maschinen, mit denen Dias im Fotostudio oder Fotolabor gerahmt wurden. ­Eine Erfolgsgeschichte – bis der Markt für ­analoge Fotografie kollabierte und damit das ­Geschäftsmodell des Unternehmens.

KI setzt Geschäftsmodelle unter Druck

So wie der Hanns Loersch GmbH & Co. KG geht es heute vielen Unternehmen: Ihr Geschäftsmodell gerät unter Druck, einige müssen sogar Insolvenz anmelden. 2025 erreichte die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland mit rund 23.900 den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Die Gründe dafür sind vielfältig: die anhaltende konjunkturelle Schwäche, Lieferkettenprobleme, Konkurrenz aus Fernost und hohe Zölle.


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