Vermögensplanung So erstellen Sie Ihren Vermögensplan in drei Schritten

Geld ins Sparschwein? Bei Ihrer Vermögensplanung müssen sich Unternehmer mehr Gedanken machen.

Geld ins Sparschwein? Bei Ihrer Vermögensplanung müssen sich Unternehmer mehr Gedanken machen.© MissTuni / iStock / Getty Images Plus

Für Unternehmer ist die private Vermögensplanung besonders wichtig – sie müssen sich fürs Alter selbst absichern. Nur wo und wie anfangen? Mit dieser Anleitung kommen Sie in die Gänge.

Die Planung der privaten Finanzen macht den wenigsten Menschen Freude. Das ist auch, oder gerade, bei Unternehmern der Fall. Ein gewisses Verständnis kann ich dieser Verhaltensweise entgegenbringen, liegt der Fokus eines Unternehmers doch häufig sehr stark auf der Entwicklung des eigenen Unternehmens. Doch gerade für Unternehmer ist die private Vermögensplanung besonders wichtig. Naturgemäß liegt eine hohe Vermögens- und Risikokonzentration im Unternehmen vor – und gerade hier liegt das Problem. Unternehmer müssen nicht nur für ihre Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, sondern auch für sich selbst und ihre Familie. Deshalb sollten sie nach und nach Vermögen auf die Privatseite schaufeln.

Nur wie? Viele, die sich um ihre Vermögensplanung kümmern wollen, stehen wie der Ochs vorm Berg: Reicht es, was ich an Absicherung fürs Alter habe? Lasse ich mich beraten? Von wem lasse ich mich beraten? Welche Produkte eignen sich für den Vermögensaufbau?

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Dabei kann es helfen, wenn man sich auf seine unternehmerischen Qualitäten besinnt. Was ist notwendig, um ein langfristig erfolgreiches Unternehmen aufzubauen? Man benötigt eine Vision: einen Sinn und Zweck, ein Warum. Diese Vision dient als „Nordstern“, an dem man sein gesamtes Handeln ausrichtet und der es einem ermöglicht, gute Entscheidungen zu treffen.

Ist das Warum gefunden, muss man sich mit den Zielen beschäftigen. Diese müssen konkret sein. Genau beschrieben, zeitlich fixiert und messbar. Und sie müssen dem „Großen Ganzen“ dienen. Sind die Ziele beschrieben, macht man sich an die Arbeit und überlegt, was nötig ist, um die Ziele zu erreichen. Mit diesen Fragen hat sich vermutlich jeder Unternehmer schon beschäftigt. Und nicht anders funktioniert es bei der privaten Vermögensplanung. Sie brauchen eine Vision, Ziele und dann geht es um die Umsetzung.

1. Die Vision / das Warum

Es gibt einige Fragen, die sich als hilfreich herausgestellt haben. Diese sollten Sie sich stellen:

  • Was bedeutet Geld für mich?
  • Was könnte Geld in meinem Leben bewirken?
  • Was ist mir besonders wichtig in Bezug auf Geld?

Zugegeben, Antworten auf diese Fragen zu finden, ist nicht einfach und wird einige Zeit beanspruchen. Aber es lohnt sich. Wiederholen Sie die Fragen so lange, bis Sie der Meinung sind, den Sinn gefunden zu haben, den Geld für Sie hat.

Bei vielen Unternehmern, die ich beraten habe, geht es um Unabhängigkeit, Freiheit, den Wunsch, sein Leben so zu gestalten wie man es selber möchte. Häufig ist auch der Wunsch, etwas für die nächste Generation zu hinterlassen oder etwas Bedeutungsvolles zu tun.

Diese Vision ist so wichtig, weil sie einem die Möglichkeit gibt, seine Ziele emotional aufzuladen und somit für eine intrinsische Motivation sorgt.

2. Ziele

Wenn Sie Ihre Vision kennen, ist es wichtig ein „Preisschild“ daran zu hängen. Nehmen wir an, das Thema Unabhängigkeit ist Ihnen wichtig. Dann müssen Sie für sich herausfinden, was das konkret für Sie bedeutet. Beispielsweise könnten Sie sagen, dass Sie zum 60. Lebensjahr in der Lage sein möchten, aus den Erträgen Ihres Vermögens Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Listen Sie alle laufenden Ausgaben über ein Jahr zuzüglich eines Betrages zur freien Verfügung auf. Sie kommen beispielsweise auf 50.000 Euro.
  2. Prüfen Sie, welches Einkommen Ihnen mit 60 Jahren zur Verfügung steht. Vielleicht haben Sie schon eine private Altersvorsorge, beispielsweise eine private Rentenversicherung oder eine Rürup-Rente, vielleicht haben Sie aus früheren Tätigkeiten gesetzliche Rentenansprüche oder Anspruch auf eine Betriebsrente, vielleicht können Sie mit Mieteinnahmen rechnen. Nehmen wir an, das sind 30.000 Euro im Jahr.
  3. Ermitteln Sie die Differenz: 50.000 – 30.000 = 20.000 Euro
  4. Ermitteln Sie die benötigte Summe. Ein durchschnittlich risikobereiter Anleger mit einer Aktienquote von 50 bis 60 Prozent kann eine langfristig realistische Rendite von 5 Prozent abzüglich einer kalkulatorischen Inflation von 2 Prozent annehmen und kommt somit auf eine Rendite von 3 Prozent. Um die benötigte Summe einfach zu berechnen, können Sie den Kehrwert der Rendite (3 Prozent) nehmen (100/3=33) und diesen mit der ermittelten Differenz multiplizieren. Bei einer Rendite von 3 Prozent sähe das folgendermaßen aus: 20.000 Euro x 33 = 660.000 Euro.

Damit Sie Ihr „Warum“, Ihre Vision der Unabhängigkeit erreichen, benötigen Sie also zum 60. Geburtstag eine Summe von 660.000 Euro.

In dieser Form können Sie auch mit Zwischenzielen vorgehen.

Wie erreichen Sie nun Ihre Ziele?

Prüfen Sie, welche Summe Sie einmalig und laufend investieren können beziehungsweise müssen, und welcher zeitliche Horizont Ihnen zur Verfügung steht.

Nehmen wir an, Sie sind 40 Jahre alt und können 50.000 Euro zu Beginn investieren. Bei einer Rendite von drei Prozent müssten Sie monatlich rund 1700 Euro investieren, bei fünf Prozent 1300 Euro und bei sieben Prozent rund 900 Euro.

So können Sie sich einfach herantasten, wie realistisch Ihr Ziel ist.

3. Umsetzung

Sie haben eine motivierende Vision und die notwendigen Ziele erarbeitet. Jetzt geht es an die Umsetzung. Wie schaffen Sie es nun, Ihren Plan umzusetzen?

Leider lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Es gibt schlicht zu viele individuelle Determinanten die es zu beachten gilt: persönliches Risikoprofil, familiäre und steuerliche Situation, individuelle Liquiditätsplanung etc.

Sie haben zwei Möglichkeiten:

  1. Wer firm in Sachen Geldanlage ist, der kann selbst nach passenden Strategien suchen. Recherchieren Sie rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen, Produktkategorien, Kostenstrukturen etc. Planen Sie hierfür genug Zeit ein.
  2. Trauen Sie sich das nicht zu oder finden es schlicht zu aufwändig, dann kann ein Finanzberater Ihnen helfen, Ihre Planung in die Tat umzusetzen. Achten Sie darauf, dass Ihr Berater wirklich unabhängig ist. Er sollte ausschließlich von Ihnen durch ein Honorar vergütet werden um Interessenkonflikte auszuschließen.

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1 Kommentar
  • Ingo Ullrich 1. März 2019 09:04

    1) Wie auch immer eine Beratertätigkeit aussieht, immer den der berät fragen und zeigen lassen wie er es händelt, ist interessant zu erfahren.
    2) wir persönlich haben in jungen Jahren viel auf „Vermögensberater“ gehört und viel Lehrgeld bezahlt…nach wie vor ist die sicherste Alterversorgung „Betongold“ alles andere ist und bleibt fiktiv. Es ist zwar spät gewesen diese Einsicht zu gewinnen, aber noch nicht zu spät. Hier bleibt das einzig fiktive die zuküntige Zahlung des Objektes, viele Banken akzeptieren z.B die normale Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht (Miete in die eigene Tasche und nicht in fremde Tasche), die wollen immer eine min 40%tige EK-Leistung und 100% Absicherung, wenn man aber seinen Finanzierungsmodel auf 20 Jahre rechnet mit einer Freiklausel, das man immer bei Überschuß Sondertilgungen tätigen kann, ist ein Ende absehbar. Wir haben 2014 gebaut und sind (stand der Dinge heute) in 10 Jahren fertig, bzw, wir haben 2022 den ROI erreicht. Wir haben das aber auch durch einen hohen Anteil an Eigenleistung geschafft, dadurch ist der Kostenfaktor an dem Gesamtvolumen (Wertgutachten heute) auf 55% gesunken.

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