Nachfolge steuerlich gestalten
5 Modelle, mit denen du bei der Übergabe der Firma Steuern sparst

Zehntausende Unternehmerinnen und Unternehmer stehen vor der Frage: Wie lässt sich die Firma steuergünstig auf die Kinder übertragen? Diese fünf Modelle kannst du für deine Nachfolgelösung nutzen.

6. November 2026, 14:40 Uhr , von Julia Poggensee

Ein Arm übergibt einem anderen Arm einen roten Staffelstab
Staffelübergabe: Viele Unternehmer übergeben ihr Unternehmen an die nächste Generation.
© C.J. Burton/The Image Ba/Getty Images

Wenn Stefan Blohm eines Tages sein ­IT-Unternehmen an seine Tochter übergibt, sollte dafür die steuerlich beste Lösung her. Seine Idee: Die Tochter würde die Firma übernehmen und ihm im Gegenzug eine lebenslange Rente zahlen. „Ich hatte ­recherchiert und gedacht, dass ich mit dem Modell der Leibrente besonders ­steuergünstig verfahre“, sagt der Inhaber des KDG Tech Centers. Seine sieben ­Mitarbeitenden reparieren Notebooks, etwa für Ministerien, die Bundeswehr und den Bundestag.

Um sicherzugehen, holte sich der 70-jährige Blohm Rat bei einem Steuerberater und einem Rechtsanwalt. Das Ergebnis überraschte ihn: Für seine Familie hätte es steuerlich kaum ­einen Unterschied gemacht, ob er das Unternehmen gegen Leibrente überträgt oder später vererbt. Die Leibrente hätte jedoch deutlich mehr Aufwand bedeutet.

Derzeit stehen viele Unternehmerinnen und Unternehmer vor einer ähnlichen Entscheidung wie Stefan Blohm: Nach einer Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn stehen bis 2030 deutschlandweit in rund 186.000 Unternehmen Übergaben an.

Doch wie lässt sich ein Betrieb steuergünstig auf die nächste Generation übertragen? Wie können sich Inhaber ein Auskommen im Alter sichern, ohne ihren Nachfolgern eine zu hohe Last aufzubürden? Dafür gibt es verschiedene Modelle – von der Leibrente über eine Schenkung, mit oder ohne Nießbrauch, bis zum ­Verkäuferdarlehen oder der Gründung einer Familienstiftung. Welche Variante geeignet ist, hängt von der Firmenstruktur, der finanziellen Situation und den Zielen der Familie ab.

1. Lebenslange Leibrente

Beim Modell der Leibrente übertragen die ­Eltern das Unternehmen auf die nächste Generation und erhalten dafür regelmäßige Zah­lungen, häufig bis an ihr Lebensende. „Einige ­Unternehmer wünschen sich eine Absicherung im Alter“, sagt Jens Stenert, Fachanwalt für ­Steuerrecht und Steuerberater bei der Kanzlei Streck Mack Schwedhelm in Köln. Dafür könne eine Leibrente sehr vorteilhaft sein.


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