Duzen oder Siezen? Anrede im Betrieb: „Das Du ist ein falscher Freund“

„Wir duzen uns hier“. Dieser Satz soll Lockerheit vermitteln – schafft aber einige Probleme. Der Unternehmensberater und Soziologe Ronny Jahn erklärt, warum Sie Beschäftigte lieber siezen sollten.

Duzen oder siezen

© Marie Maerz / photocase.de

Herr Jahn, wie halten es deutsche Unternehmen mit dem Siezen und Duzen?

Ronny Jahn: Generell kann man beobachten, dass sich in Deutschland seit der Jahrhundertwende eine Duz-Kultur entwickelt. Das „Du“ wird immer mehr zur Norm, während man das „Sie“ begründen muss. Vor 20 Jahren war es noch andersherum.

Wann ist das „Du“ angebracht?

Grundsätzlich ist es von der Hierarchieebene, dem Alter, der Erfahrung, der Zugehörigkeitsdauer zur Organisation sowie der Organisationskultur abhängig, ob man jemanden duzen kann oder nicht. Intuitiv ist klar, dass man sich beispielsweise in einer Gerichtsverhandlung nicht duzt ebenso in einer Klinik. In einem Startup oder einer Werbeagentur wird es eher andersherum sein. Man könnte fast sagen, je ernster die Sache wird, desto eher wird man das „Sie“ antreffen, je verspielter und kreativer hingegen das „Du“. Hier gibt es aber keine klaren Regeln, aber spätestens ab einem Alter von 50 Jahren aufwärts und einer Betriebszugehörigkeit von mehr als 20 Jahren, würde ich jedoch mit dem „Du“ immer vorsichtig sein. Die Chefin oder den Chef sollte man zumindest zu Beginn immer Siezen.

In kleinen Betrieben kennen sich alle untereinander. Wäre es da nicht die einfachste Lösung, wenn sich alle duzen – inklusive Chef?

Das denkt man immer und das ist ja auch oft der Fall. Aber zu glauben, dass sich in einem Unternehmen alle liebhaben, nur, weil man sich duzt, ist naiv. Durch das Duzen entsteht der Eindruck, dass es keine Unterschiede mehr gibt, aber das ist natürlich Quatsch. Der Geschäftsführer muss weiterhin auch unangenehme Entscheidungen treffen und sie verkünden. Das „Du“ macht die Sache nicht leichter, sondern schwerer.

Mit unangenehmen Entscheidungen meinen Sie eine Kündigung?

Es gibt ganz viele Beispiele, bei denen das „Du“ eher hinderlich als förderlich ist. Nehmen wir ein Bewerbungsgespräch: Der Bewerber weiß ganz genau, dass er bewertet wird und in Konkurrenz zu anderen Jobsuchenden steht. Das „Du“ verschleiert diese Tatsache. Da stimmt einfach die Form nicht mit dem Inhalt überein.

Und wenn der Mitarbeiter an Bord ist?

Innerhalb der Belegschaft wird es bei Gesprächen schwierig, in denen ein Problem angesprochen wird. Wenn eine Führungskraft beispielsweise thematisieren muss, dass ein Mitarbeiter regelmäßig zu früh in den Feierband geht oder seine Kompetenzen überschreitet. Für Kritik oder gar eine Abmahnung ist ein Mindestmaß an Distanz notwendig. Das „Du“ macht aber genau das Gegenteil, es drückt Nähe aus. Aus dieser Nähe heraus eine kritische Distanz einzunehmen und Kritik zu üben, ist nicht unmöglich, aber eine soziale Herausforderung. Das rollenförmige „Sie“ ist hier hilfreicher und macht es leichter.

Zur Person


Ronny Jahn ist promivierter Soziologe und Führungskräftecoach. Er ist Senior-Berater und geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens Person + Organisation in Berlin.

Inwiefern?

Weil das „Du“ mitunter ein falscher Freund ist. Der Chef bleibt der Chef und ist eben nicht der Freund, der es immer gut mit einem meint. Duzen im Arbeitskontext und insbesondere das Duzen mit Führungskräften bedeutet immer, dass man im gegenseitigen Miteinander mehr aushandeln und permanent Grenzen ausloten muss, um seine Rolle zu finden und zu halten.

Wie können intelligente Grenzen aussehen?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Geschäftsleitung kann sich zum Beispiel durch Gesprächsthemen, die Wortwahl oder ihren Kleidungsstil abheben. Sie kann und sollte immer ein Stück weniger leger gekleidet sein als die Mitarbeiter. Sie sollte die Grenze in ihr Privatleben nie vollends auflösen. Sie sollte mit ihren Worten sorgsam umgehen. Kurzum: Führungskräfte sollten immer ein Mindestmaß an Distanz halten. Zum Wohle ihrer Organisation, zum Wohle ihrer Mitarbeiter und zu ihrem eigenen Wohl.

Sollten Führungskräfte dann also lieber komplett auf das Duzen verzichten?

Ich bin tatsächlich kein Freund des hierarchieübergreifenden Duzens. Deshalb empfehle ich auch Führungskräften möglichst lange beim „Sie“ zu bleiben. Gleichzeitig wird sich der Siegeszug der „Duz-Kultur“ zumindest in absehbarer Zeit nicht aufhalten lassen.

Warum?

Das „Du“ suggeriert Gemeinschaft, Sicherheit und Vertrautheit. Es täuscht darüber hinweg, dass der Organisationszweck, Umsatz, Gewinn und Marktanteil weiterhin die bestimmenden Faktoren sind, nach denen unternehmerische Entscheidungen getroffen und Erfolge bemessen werden. Die Firma ist eben etwas anderes als die Familie.

Was ist der Unterschied?

Die Familie ist der Inbegriff für Nähe und Geborgenheit. Hier ist man „ganzer“ Mensch, das heißt, alle Lebensthemen können auf den Tisch. Begründet werden muss, wenn ein Thema ausgeschlossen wird. Aus der Familie kann man auch nicht austreten. Im Unternehmen ist es genau andersherum: Hier muss ich begründen, wenn ich Themen, die die spezifische Arbeitsrolle überschreiten, anspreche. Etwa das Liebesleben von Mitarbeitern. In dem ich den Arbeitsvertrag kündige, kann ich aus Unternehmen auch austreten. „Du“ und „Sie“ sind Orientierungspunkte, die uns anzeigen, in welchen sozialen Gewässern wir uns bewegen. Wenn das „Sie“ wegfällt, ist das Navigieren schwerer und wir müssen mehr auf Sicht fahren.

Früher war das „Sie“ Ausdruck von Respekt. Gilt das noch?

Naja, jeder weiß, man sagt eher „Du Arschloch“ als „Sie Arschloch“. Das „Sie“ ist zuallererst distanzierter und bewahrt vor Enthemmung.

Viele Mitarbeiter finden es fürchterlich steif und altmodisch gesiezt zu werden.

Ja, das ist aber kein Argument gegen das „Siezen“. Ich würde sagen, wir haben kollektiv eher eine Abneigung gegen das Erwachsenwerden und wünschen uns wohlige familiäre Wärme auch in der Arbeitswelt.

Warum breitet sich die Duz-Kultur weiter aus, wenn sie so viele Nachteile hat?

In Unternehmen sind das meiner Erfahrung nach vor allem Marketinggründe. Der Konzern kommt dadurch in der Außendarstellung sympathischer und nahbarer rüber. Die Realität ist aber eine andere.

Zurück zum „Sie“. Wie sollte eine Führungskraft reagieren, wenn sie geduzt wird, ohne es zu wollen?

Sie sollte beim „Sie“ bleiben, und zwar zunächst ganz locker in dem sie den Mitarbeiter im Gegenzug „siezt“. Die Führungskraft setzt damit die Norm. Es wäre schon sehr erklärungsbedürftig, wenn der Mitarbeiter darauf weiterhin beim „Du“ bleibt. Entweder er ist schlicht unaufmerksam und hat das „Sie“ überhört oder er unterläuft die Autorität der Führungskraft – beides wäre ein No-Go. In der Regel passiert dies aber auch nicht.

Eine Gelegenheit, bei der Vertrautheit zwischen Menschen entsteht, ist eine Betriebsfeier. Nehmen wir an, der Geschäftsführer ist gut drauf und bietet einem Mitarbeiter aus einer Laune heraus das „Du“ an. Gilt das am nächsten Tag auch noch?

Als Chef sollte man immer wissen, was die eigene Rolle erfordert. Betrunken sein und Rollenvergessenheit auf der Betriebsfeier gehören sicher nicht dazu. Sollte es dennoch dazu kommen und man ungewollt beim „Du“ landen, gibt es zwei Varianten.

Welche sind das?

Erstens beim „Du“ bleiben und gleichzeitig darauf achten, dass nicht noch mehr Distanz verloren geht. Zweitens offen ansprechen, dass der Abend missraten ist, man aber gerne wieder zum „Sie“ will – aus Respekt vor der gemeinsamen guten Zusammenarbeit. Die zweite Variante wird sicherlich kurzfristig Irritationen auslösen, kann aber mittelfristig das wechselseige Vertrauen durchaus stärken. Unprofessionell und wenig autoritäts- wie vertrauensbildend wäre es dagegen kommentarlos einfach wieder zum „Sie“ überzugehen.

Wie kann man als Führungskraft einen Mitarbeiter das „Du“ so anbieten, dass es wertschätzend rüberkommt?

Dafür ist eine Betriebsfeier grundsätzlich okay, aber man muss natürlich klar bei Verstand sein. Wenn man sagt: „Wir arbeiten jetzt schon so lange gut zusammen, wollen wir uns nicht duzen?“, dann ist dagegen überhaupt nichts einzuwenden. Das „Du“ muss also begründet sein.

Kann der Mitarbeiter das Angebot auch ablehnen oder wäre das ein Affront?

Es würde vor allem sehr viel Kraft kosten, wenn sich gleichzeitig alle anderen duzen. Aber wenn jemand das partout nicht will, sollten und müssen dies die Anderen respektieren.

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14 Kommentare
  • Matthias 30. Juni 2022 15:13

    Wie machen das andere Länder, die sich nur dutzen, z.B. die Skandinavier?
    Ich dutze mich als Chef seit 30 Jahren mit all meinen Mitarbeitern und schaffe es auch Kündigungen wertschätzend mit „Du“ auszusprechen.
    Für meine jungen Mitarbeiter wäre ein „Sie“ wahrscheinlich ein Kündigungsgrund. Es fühlt sich für sie komisch an, gesietzt zu werden.
    Das Ganze ist wahrscheinlich ein Generationenthema. Wer jetzt 20 oder 30 Jahre alt ist, für den ist es normal „Du“ zu sagen.

  • Thomas Brunschede 28. Juni 2022 15:24

    Ich empfinde die generelle Befürwortung des „Sie“ offen gestanden als etwas aus der Zeit gefallen. Natürlich gibt es Branchen und Bereiche, in denen das angemessen ist. Aber die Argumentation „Respekt durch Distanz“ finde ich schwierig.

    Wer sich Respekt über das “Sie” und die damit einhergehende Distanz verschaffen muss, hat ein ganz anderes Problem… Wer im Jahr 2022 noch immer Command & Control leben möchte, soll gerne zum Sie greifen. Ich halte das für einen Anachronismus…

  • Gabriele Skarda 19. Juni 2022 17:57

    Nach 40 Jahren selbständiges Unternehmertum kann ich de Autor und einigen Kommentatoren nur beipflichten! Wir nutzen in der deutschen Sprache das respektvolle „Sie“ und das vertraute „Du“ und darum tendiere ich in allen Angelegenheiten die mit Business zu tun haben (Mitarbeiter, Kunden, Seminar-Teilnehmer usw.) zum respektvollen „Sie“, was sich im Rückblick als absolut richtig gezeigt hat.

  • Thomas Brunschede 15. Juni 2022 15:15

    Aus welchem Jahr(hundert) stammt dieser Artikel? In dieser undifferenzierten Form kaum brauchbar…

  • Holger 14. Juni 2022 12:57

    Hier werden ziemlich veraltete Ansichten vermittelt und dabei weit weg vom aktuellen Zeitgeist argumentiert. Für mich wäre ein Sie in der eigenen Firma – auch hierarchieübergreifend – absolut nicht vorzustellen. Ganz im Gegenteil, ich empfände das als so befremdlich und distanziert, dass es für mich ein Grund wäre, schon als Bewerber einn entsprechenden Job abzulehnen.

  • Petra Schreiber 14. Juni 2022 12:17

    Ich stimme dem Autor voll und ganz zu. Auch wenn es sich für einige hinterweltlich anhört so muss ich aus eigener Erfahrung als Führungskraft, Karriereberaterin und Trainerin von Business-Knigge Schulungen, sagen, dass das „Sie“ sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter durch eine gewisse Distanz schützt. Viele junge Menschen glauben und sagen es auch, mit dem „Du“ sind wir alle gleich, auch auf gleicher Ebene, und das ist schlichtweg falsch. In Deutschland können wir mit dem DU immer noch nicht trennen zwischen Privat und Business, und genau das muß aber im Geschäftsleben passieren. Mit dem Du fallen oft Hemmungen und es rutschen Dinge raus, die man besser nicht gesagt hätte. Davor schützt beide Seiten das Sie, denn es erfordert doch mehr Respekt und besseren Umgangston. Das ist eigentlich Schade, aber auch hier zitiere ich wieder die „jungen Teilnehmer“ aus meinen Coachings oder Seminaren mit dem Spruch „beim DU herrscht weniger Respekt“ und das ist natürlich ein No-Go und solange das noch nicht gelernt ist, dass jeder Mensch gleich viel Respekt verdient, ist man mit dem Sie auf der sicheren Seite. Übrigens gibt es immer große Augen, wenn ich darauf erwidere, dass ich also Freunden (weil duzen) weniger Respekt und Achtung zolle

  • Holger Wahl 14. Juni 2022 11:37

    Es gibt sicherlich auch starke regionale Unterschiede, aber diese Bevorzugung des „Sie“ aus den genannten Gründen halte ich aus meiner Erfahrung her für überholt.

    Die Frage der Distanz ist nach meiner Erfahrung sehr ambivalent: natürlich schafft das „Sie“ eine Distanz, aber eben nicht nur eine persönliche, sondern leider auch eine, die die Zusammenarbeit erschwert, wo Flexibilität, Vertrauen und Nähe erforderlich sind, um Projekte oder Tätigkeiten konstruktiv gemeinsam umsetzen zu können.

    „Sie“ wird in der heutigen Arbeitswelt immer mehr zum „Abstandshalter“, aber nicht im positiven Sinn, sondern eher als „Schutzschild“ des Vorgesetzten, als Mittel, das fehlende persönliche Autorität / Integrität ersetzt. Natürlich gibt es Bereiche, wo ein formellerer Umgang sinnvoll ist, z.B. die Kundenberatung bei Banken oder Versicherungen. In produzierenden Unternehmen, Consulting etc. halte ich das Festhalten am Sie jedoch für absolut kontraproduktiv. Vor allem dann, wenn man als Arbeitgeber auch für neue Mitarbeiter attraktiv sein will: die Zeiten ändern sich.

    Ich bin mit den meisten meiner Kunden und Lieferanten per Du. Nicht gleich zu Beginn einer Geschäftsbeziehung, aber nach einigen Tagen oder Wochen, wenn man miteinander arbeitet, ergibt sich das von selbst.

    „Du“ ist nicht einfach nur Verbrüderung, wie man das früher oft gesehen hat, es ist auch eine Vertrauensebene. Im positiven Sinn. Was sich nicht geändert hat, das sind die Regeln des Anstands, was das Anbieten des Du betrifft: der Chef dem Untergebenen, der Ältere dem Jüngeren, und so weiter. Einfach mit Du anreden, ohne zu fragen, das hat nichts mit Vertrauen zu tun, das ist einfach schlechte Erziehung.

  • Bernd Wagemanns 14. Juni 2022 11:01

    Ich vermute, dass hier der Versuch gestartet wurde das letzte Jahrhundert zu beschreiben und Reaktionen hervorzurufen.
    Alles andere würde mich nur enorm irritieren und sollte vom Autor einmal in Bezug auf moderne und erfolgreiche Verhaltens- und Führungstheorien überprüft werden.

    ==> guter Einstieg für Führungsseminare

  • Oliver Schumacher 14. Juni 2022 10:32

    Ich finde sowohl im Text als auch in den Kommentaren Aspekte, die mich zum Nachdenken anregen oder auch innerlich zustimmen lassen. Ich neige auch als schon über 50ger eher zum Du. Selbstverständlich nicht gegenüber Kunden. Wenn ich in entsprechenden Restaurants von ca. 20jährigen als Gast/ Kunde ganz selbstverständlich geduzt werde, reagiere ich mit: „Hatten wir uns gegenseitig schon das Du angeboten? Ich meine nicht.“ Das empfinde ich als respektlos, auch wenn ich dann höre: „Das ist bei uns so Vorgabe vom Haus.“ Bei älteren Köbesen, z.B. im kölschen Brauhaus empfinde ich das Du als angenehm, vertraut und schafft für mich eine angenehme Atmosphäre. In meinem Berufsleben haben wir uns bisher immer deduzt. Auch mit den Chefs. Es hat geklappt. Ein vielschichtiges Thema.

  • Michael Thron 14. Juni 2022 10:14

    Was sind wichtige Eigenschaften die ein Unternehmen heute braucht um in 5 oder 10 Jahren noch Wettbewerbsfähig zu sein und sich auf die Zukunft auszurichten. Da fallen mir ganz viele Dinge ein von Agilität bis Digital, Innovation und Geschwindigkeit und eben auch das Thema „Leadership“. In einer Zeit in der ganz viele Unternehmen und Konzerne genau um die Themen Agilität, Geschwindigkeit und Innovationskraft ringen, habe ich bei dem Artikel von Herrn Jahn das Gefühl, dass dieser im Jahr 1998 geschrieben wurde und jetzt nochmal veröffentlicht wurde. Leider kein Impuls sondern ein Festhalten an einen veralteten Führungsbild – und das hat wenig mit Du oder Sie zu tun

  • Dennis Wendt 14. Juni 2022 09:43

    Ich kann diese Ansichten nicht teilen, man sollte mit der Zeit gehen. Heutzutage wird vermehrt in Teams gearbeit, eine Hierarchie wie in den 60ern schadet eher der Produktivität. Zu denken, dass die Menschen sich nur wegen dem DU anders verhalten und den Respekt verlieren, sagt mehr über den Autor aus als über die „Duzer“.
    Spätestens die Aussage, dass sich das DU aus Marketinggründen immer mehr durchsetzt, ist weltfremd in meinen Augen. Einer der wichtigen Gründe für das DU in Unternehmen ist die Internationalisierung der Unternehmen, den Englänger, den Franzosen, den Amerikaner, etc. spreche ich immer mit Vornamen an.

  • Atze aus Berlin 14. Juni 2022 08:05

    Ich kann dem oben gesagten nur zustimmen. Nach 60 Berufs- und Studienjahre habe ich es immer wieder bestägt bekommen, dass Distanz gut tut. Hierbei erinnere ich mich an eine Begebenheit während meiner Seefahrtszeit als junger Technischer Offizier. Ich hatte einen Heizer auf Wache, Atze aus Berlin. Es war ein guter Mann und irgendwann habe ich ihn das „DU“ angeboten. Atze meinte nur, „Ne, Meister, heute duzen und morgen tritts mich wieder in den Arsch. Lass es man so“. Wir sind gute Freunde geblieben.

  • Karin Lohner 14. Juni 2022 07:50

    Das ganze stimmt nur, wenn wir das „Du“ als Machtmittel benutzen. Intuitiv würden sich alle Menschen duzen, so wie das Kinder auch tun von Natur aus. Nicht die Intuition sondern die Konditionierung bestimmen die künstliche Distanz. „Du“ ist kein „Kuschelelement“ sondern der Ausdruck von Gleichwertigkeit und der Respekt derselben. Schade, dass es noch immer solche manipulativen Ansichten zum wertschätzenden und respektvollen Miteinander gibt.

  • Benno Heider 14. Juni 2022 07:33

    Ansichten aus dem vorherigen Jahrhundert. So gewinnt man heute keine Mitarbeiter für die gemeinsame Idee!

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