Seinfeld-Strategie Die beste Strategie gegen Motivationslöcher

Sie haben einen Durchhänger? Dann sollten Sie die Seinfeld-Strategie ausprobieren: Sie hilft, die Motivation hochzuhalten.

Sie haben einen Durchhänger? Dann sollten Sie die Seinfeld-Strategie ausprobieren: Sie hilft, die Motivation hochzuhalten.© b-fruchten / photocase.de

Wie schafft man es, Ablenkungen zu widerstehen und Motivationslöcher zu überwinden? Vor dieser Frage stehen alle, die sich ehrgeizige Ziele setzen. Die Seinfeld-Strategie sorgt für Rückenwind - wenn Sie sie richtig anwenden.

Kennen Sie Jerry Seinfeld? Der Amerikaner ist einer der erfolgreichsten Komiker aller Zeiten; die gleichnamige Sitcom „Seinfeld“ machte ihn in den Neunzigerjahren zum Multimillionär. Wie hat der Mann das geschafft? Laut dem US-Onlinemagazin Lifehacker.com mit Hilfe der folgenden simplen Strategie: Er nahm sich vor, jeden Tag eine Stunde lang zu schreiben – und zu protokollieren, ob er diesen Vorsatz einhielt.

Seine Methode soll Seinfeld einem jungen Software-Entwickler folgendermaßen erklärt haben:

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  1. Einen Jahreskalender so aufhängen, dass man ihn unmöglich übersehen kann.
  2. Einen dicken roten Filzstift kaufen und ihn neben den Kalender legen.
  3. Jeden Tag, an dem er sein Ziel erreicht, im Kalender mit einem roten X markieren.

„Nach ein paar Tagen wirst du eine Kette haben“, zitiert Lifehacker.com Jerry Seinfeld. „Bleib einfach dran und die Kette wird jeden Tag länger werden. Du wirst diese Kette sehen, besonders wenn du ein paar Wochen durchgehalten hast. Deine einzige Aufgabe ist es dann, die Kette nicht abreißen zu lassen.“

Warum die Seinfeld-Strategie funktioniert

Ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat? Auf der Diskussionsplattform Reddit verneint Jerry Seinfeld, dass die Idee mit dem täglichen X im Kalender von ihm stamme. Dennoch ist die Methode nach wie vor als „Seinfeld-Strategie“ oder auch „Seinfeld-Kalender“ bekannt; das Motto „Don’t break the chain“ (sinngemäß: lass die Kette nicht brechen) hat sich zu einem geflügelten Wort entwickelt und wird in Produktivitäts-Blogs in aller Welt gefeiert.

Aus einem einfachen Grund: Es funktioniert. Der Anblick des Kalenders beschert ein gutes Gefühl, weil er vor Augen führt, was man schon geschafft hat. Und das Wissen: „Wenn ich jetzt aufhöre, muss ich wieder an Tag 1 anfangen“ motiviert dranzubleiben, Ablenkungen zu widerstehen und Motivationslöcher zu überwinden.

Für diese Ziele eignet sich der Seinfeld-Kalender

Die Methode ist für jeden hilfreich, der Gewohnheiten ändern und Ziele erreichen will. In Kalender entsteht die motivierende „Victory Chain“, wie die Kette an roten Xen auch genannt wird, allerdings nur bei täglichen Gewohnheiten – beispielsweise:

  • täglich etwas in den Social-Media-Kanälen des Unternehmens posten
  • täglich einen potenziellen Neukunden anrufen
  • jeden Abend Inbox Zero praktizieren

Oder wenn es bei einem Ziel darum geht, etwas NICHT zu tun, etwa:

  • nicht mehr als zehn Stunden täglich arbeiten
  • nicht rauchen
  • das Firmenhandy nach Feierabend nicht einschalten

In diesem Fall macht man ein Kreuz am Ende jedes Tages, an dem man seinen guten Vorsatz durchgehalten hat.

3 Tipps, die die Seinfeld-Strategie noch effektiver machen

Tipp 1: Regeln aufstellen

Wer seine Victory Chain viele Tage gehegt und gepflegt hat, möchte sie um keinen Preis abreißen lassen. Doch manchmal kommt trotz aller guter Vorsätze das Leben dazwischen. Überlegen Sie sich daher vorher, wie Sie mit Unterbrechungen umgehen, die sich nicht verhindern lassen. Was passiert etwa mit Ihrer Victory Chain, wenn Sie krank werden? Oder wenn Sie in den Urlaub fahren? Eine mögliche Lösung: Das X im Seinfeld-Kalender an solchen Tagen in Klammern setzen.

Bei jobbezogenen Zielen sollten Sie außerdem eine Regel für die Wochenenden aufstellen. Denn an Sonntagen dürften Sie beispielsweise Schwierigkeiten haben, potenzielle Neukunden telefonisch zu erreichen.

Tipp 2: Tägliches Minimum festlegen

Mit dem Rauchen aufhören? Das geht nur entweder ganz oder gar nicht. Aber „jeden Tag Sport machen“ – was heißt das eigentlich? Definieren Sie vorher, unter welchen Bedingungen Sie ein Kreuz machen dürfen, und legen Sie neben Ihrem eigentlichen Ziel auch ein Minimalziel fest. Zum Beispiel so: Ich nehme mir vor, jeden Tag eine halbe Stunde Sport zu machen. Und selbst an stressigen Tagen nehme ich mir fünf Minuten Zeit für Bewegung.

Der Vorteil dieser Strategie: Sie macht es unmöglich, sich selbst zu bemogeln („Zu Fuß in den dritten Stock gehen ist ja auch irgendwie Sport“). Und sie verhindert, dass Sie schnell an zu hoch gesteckten Zielen scheitern und die Kette abreißt. Lieber nur ein paar Liegestütze oder Sonnengrüße als gar nichts – und am nächsten Tag wieder voll einsteigen.

Tipp 3: Fokussieren

Je mehr Ziele Sie verfolgen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie sie alle erreichen. Konzentrieren Sie sich daher auf ein Ziel. Erst wenn die neue Verhaltensweise zur Gewohnheit geworden ist, nehmen Sie ein neues Ziel dazu. Ob Sie Ihren Seinfeld-Kalender für das erste Ziel weiterführen und der Kette beim Wachsen zusehen wollen, entscheiden Sie selbst!

Wenn die Victory Chain abreißt

Trotz aller guten Vorsätze kann es passieren: Der Tag ist vorbei und Sie können kein Kreuz in den Seinfeld-Kalender machen – weil Sie Ihr selbst gestecktes Ziel verfehlt haben. Die Kette ist gerissen. Wie verhindern Sie nun, in alte Gewohnheiten zurückzufallen?

In seinem Blog teilt der Motivationsexperte und Fitnessscoach Mark Maslow eine hilfreiche Regel für solche Situationen: „Lass deine Gewohnheit nicht zweimal in Folge ausfallen. Du willst vermeiden, dass die Ausnahme zur Regel wird – dann würdest du schleichend an Fahrt verlieren. Dieses Kliff umschiffst du, indem du dir bei der zweiten Gelegenheit einen Stups gibst und weitermachst.“

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1 Kommentar
  • Ingo Ullrich 5. August 2018 13:06

    hier sollte man Motivation anders deuten!
    Menschen mit Motivation sind für mich (explizit im Moment zu erwähnen) die Feuerwehren die weltweit uneigennützig versuchen alles in den Griff zu bekommen.

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