Prioritäten umsetzen
Mal wieder verzettelt? Das kann an 7 typischen Fallen beim Priorisieren liegen

Prioritäten legen teils interessante Karrieren hin: Standen sie gerade noch auf einem Spitzenplatz der Agenda, verdrängt sie häufig das Tagesgeschäft. Das liegt oft an Umsetzungsfallen. So umgehst du sie.

28. Januar 2026, 07:52 Uhr, von Britta Hesener

Bunde Wäscheklammern auf gelbem Hintergrund. Links unsortiert, rechts sortiert.
Erstmal sortieren – aber wie? Beim Priorisieren von Aufgaben und Projekten lauern Fallen, die den Erfolg torpedieren.
© Andrii Zastrozhnov / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

Falle 1: Zu viele Prioritäten­ setzen

Stell dir vor, du sitzt im Auto, biegst rechts in eine Spielstraße ein, versuchst dabei, deinen Schuh zuzubinden und ein neues Ziel ins Navi zu tippen. Absurd – und doch verhalten sich viele Unternehmerinnen und Unternehmer ähnlich: Sie setzen zu viele Prioritäten, machen vieles gleichzeitig, statt sich zu fokussieren. Im Auto ist klar, was Vorrang hat: Blick auf die Straße, Hände ans Steuer. Im Unternehmen ist das selten so eindeutig. „Ich lasse in Workshops oft die Prioritäten aus einer Projektliste herausarbeiten. Am Ende stehen da zwölf Punkte mit Prio eins und zehn mit Prio zwei“, sagt Urs Frey, KMU-Berater und Autor des Buchs „Mit Strategie zum unternehmerischen Erfolg“. „Das hat nichts mit Priorisierung zu tun“, meint er. Seine Faustregel: höchstens vier Prioritäten. Zu viele entstehen häufig bei neuen Strategien. „Man möchte sofort alles richtig machen“, sagt er. Doch wer zu viel auf einmal wolle, riskiere, dass am Ende alles versandet.

Falle 2: Zu oft Ja ­sagen

„Priorisierung heißt auch, mutig zu sein“, sagt Gernot Mödritscher, Professor für strategische Unternehmensführung an der Universität Klagenfurt. „Man muss das Wort Nein lernen.“ Vor allem in schwierigen Zeiten sagen Unternehmen seiner Erfahrung nach zu jedem Auftrag Ja. „Man möchte für jeden Kunden da sein und hat nicht den Mut, sich auf ein bestimmtes Kundensegment, eine bestimmte Leistung oder ein bestimmtes Produkt zu fokussieren.“

Ein Beispiel: Restaurants, die eine Speise­karte mit 100 Gerichten anbieten. Das hat laut Mödritscher zwei problematische Auswirkungen. Die erste: Wer vom Wiener Schnitzel bis Pizza alles anbiete, müsse zu viele Zutaten vorrätig haben. „Das bindet Kapital und verursacht Kosten durch Schwund“, sagt er. Die zweite: Gehen Unternehmen auf alle Kundengruppen und -wünsche ein, verlieren sie Attraktivität. „Wenn man nicht für etwas bekannt ist, zum Beispiel für das beste Schnitzel, warum sollen Kunden genau in dem Restaurant essen?“


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