Pressearbeit
Mit diesen 3 Fehlern sabotieren Sie Ihre Pressearbeit

Sie wollen mit Ihrem Unternehmen in die Zeitung, eine Zeitschrift oder ein Online-Magazin? Dann sollten Sie diese drei typischen Fehler bei der Pressearbeit vermeiden.

21. März 2018, 06:00 Uhr, Ein Gastbeitrag von Marike Frick

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In die Zeitung kommt nur, wer typische Fehler bei der Pressearbeit vermeidet.
In die Zeitung kommt nur, wer typische Fehler bei der Pressearbeit vermeidet.

 Pressearbeit kann echt frustrierend sein: Da hat man ausführlich gegoogelt, um den perfekten Aufbau einer Pressemitteilung rauszukriegen, stundenlang an jedem Wort gefeilt, viel Geld für einen Journalisten-Verteiler hingelegt, die Pressemitteilung endlich verschickt – und nichts passiert. Das fühlt sich an, als rufe man in einen sehr, sehr dunklen Raum hinein. Und wie eine einzige große Verschwendung von Zeit und Geld.

Es wirft Zweifel auf: Bin ich nicht interessant genug? Ist mein Produkt Mist? Mag mich keiner? Sind alle Journalisten arrogant? Die Antwort ist viel weniger dramatisch: Vermutlich haben Sie einfach typische Fehler gemacht!

Fehler Nummer 1 bei der Pressearbeit: Sie klingen nach Marketing

Wahrscheinlich haben Sie bei Ihrer Google-Recherche herausgefunden, dass Sie das Neue an Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung herausstellen sollen.

Herausgekommen sind vielleicht solche Sätze:

„Die Küchenfliesen bestechen durch eine neuartige Kombination von Design und Qualität.“

„Das Reise-Angebot von entdeckeafrika.de umfasst erstmals auch Business-Safaris, bei denen Unternehmer in exotischer Umgebung neue Impulse erhalten.“

„Das Olivenöl wurde in einem einzigartigen Verfahren gewonnen und erfüllt Qualitäts-Standards, die über die Anforderungen einer Bio-Zertifizierung hinausgehen.“

Unsere Gastautorin
Marike Frick ist ausgebildete Journalistin und zeigt Unternehmern, wie sie ihre Pressearbeit selber machen können. Auf www.wasjournalistenwollen.de gibt sie unter anderem Tipps, wie man die Pressearbeit sinnvoll plant, auf ein Event aufmerksam macht oder die Kontaktdaten von Redakteuren findet. In ihrer kostenlosen Facebook-Gruppe "Pressearbeit selber machen können sich Unternehmer austauschen.

Wissen Sie, was ich denke, wenn ich als Journalistin solche Meldungen lese?

GAR NICHTS.

Sie rauschen komplett an mir vorbei. Ich lese schon nach dem ersten Satz nicht weiter. Vielleicht gähne ich noch kurz, aber viel mehr Emotionen werden Sie mir damit nicht entlocken. Schon die Wörter „einzigartig“ und „neuartig“ klingen für mich derart nach Marketing, dass ich jede Lust verliere, mich weiter mit Ihrem Produkt zu beschäftigen.

Seien wir doch mal ehrlich: Ist das wirklich sooo neuartig, dass Küchenfliesen Design und Qualität vereinen? Und warum sollte mein Leser ausgerechnet von Business-Safaris erfahren, wenn es doch hunderte ähnliche Angebote auf dem Tourismusmarkt gibt?

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Wenn Sie WIRKLICH mal was Bahnbrechendes entwickeln (die Pille, die vor Alzheimer schützt etwa), dann melden Sie sich gern mit den Worten „revolutionär“ und „neuartig“ bei mir. Bis dahin verzichten Sie bitte auf Begriffe, die so tun, als sei Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung total der Hammer und noch nie dagewesen.

Denn das ist fast immer überzogen – und ich verbuche es unter „Jubel-PR“.

Fehler Nummer 2 bei der Pressearbeit: Sie gucken ab

Klar, Sie wollen professionell wirken. Deshalb schauen Sie sich die Pressemitteilungen anderer an. Am besten die von größeren Unternehmen mit eigener PR-Abteilung – die müssen es schließlich besonders gut können!

Das Problem: Viele PR-Profis sind vor allem besonders gut darin, wichtig zu klingen. Und genau das sollten Sie nicht, wenn Sie sich als Unternehmer an eine Zeitung, Zeitschrift oder ein Online-Magazin wenden. Denn das wirkt schnell völlig überzogen und wichtigtuerisch.

Etwa, wenn Sie in der dritten Person über sich schreiben. Wenn Sie sich selbst zitieren („…sagt der Unternehmer Karlheinz Meier). Oder wenn Sie professionell wirkende Sätze wie „Wir bitten um Abdruck unserer Pressemitteilung“ einfügen (das ist vor allem albern, wenn Sie in Wahrheit ein Ein-Mann-Unternehmen sind).

Schauen Sie nicht so sehr, was andere machen. Große Unternehmen hauen oft eine Pressemitteilung nach der anderen raus und erzielen damit immer schlechtere Resultate. Die Schlauen haben längst eingesehen, dass es anders besser geht (wie genau, das erfahren Sie im zweiten Teil dieser Mini-Serie).

Fehler Nummer 3 bei der Pressearbeit: Sie erzählen keine Geschichten

Ich verrate Ihnen jetzt mal etwas, das vermutlich Ihre Pressearbeit revolutionieren wird: Das Interessanteste für den Journalisten sind SIE – was Sie erlebt haben und was Sie wissen.

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Denn schauen Sie mal in ein Magazin wie impulse (das ist sowieso die wichtigste Hausaufgabe: wirklich mal in die Publikation reinzuschauen, in die man hinein will!): Die Artikel, die Sie dort finden werden, handeln fast immer von Menschen.

Selbst bei eher trockenen Themen ist das der Fall. Nehmen wir mal an, ein Journalist soll zum Thema „ungewöhnliches Online-Marketing“ schreiben. Dann wird er Unternehmer suchen, die mit kreativen Online-Marketing-Aktionen Erfolg hatten. Der Redakteur wird sie fragen, wie sie auf ihre Idee kamen und was sie ihnen gebracht hat. Er wird das Thema also an konkreten Beispielen, an Menschen erzählen (Journalisten nennen das „Fälle“).

Solche „Geschichten“ müssen nicht immer hollywoodreif sein (Drama! Abenteuer! Verschwörung! Liebe!). Es reicht schon, wenn Sie erzählen, wie Ihnen etwas widerfahren ist und was Sie daraus gemacht haben. Schon das ist Storytelling.

Verzichten Sie deshalb lieber auf 08/15-Pressemitteilungen (die werden sowieso zu 99 Prozent nicht gelesen). Und bieten Sie stattdessen dem Journalisten etwas an, das Sie erlebt haben, das Sie bewegt oder verändert hat.

Wie genau das geht, erkläre ich Ihnen am 30. März im zweiten Teil meiner Mini-Serie „So geht Pressearbeit heute“.

TEIL 2: Wie Sie Pressearbeit machen, ganz ohne Pressemitteilungen zu versenden

  1. Finden Sie etwas, das Sie wirklich ungewöhnlich macht
  2. Finden Sie den richtigen Zeitpunkt, davon zu erzählen
  3. Suchen Sie einen Journalisten, den das interessiert
  4. Jubeln Sie nicht – erzählen Sie.
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