Inhalt: Darum geht's in diesem Beitrag
Was ist Reverse Prompting?
„Genau so sollte es immer klingen“, denkst du beim Durchlesen einer perfekten Produktbeschreibung oder Social-Media-Caption. Aber du weißt nicht, wie du Struktur, Stil und Ton selbst hinbekommst?
Die Lösung: Reverse Prompting.
Einen guten Prompt zu formulieren kostet Zeit. Zeit, die du im Arbeitsalltag vielleicht nicht hast. Reverse Prompting ist die Lösung. Statt jedes Mal aufs Neue mit der KI zu diskutieren, lässt du dir einmalig einen Masterprompt erstellen. Der führt dich immer zu ähnlich guten Ergebnissen.
Der Unterschied zum „normalen“ Prompting: Du lieferst der KI (etwa Gemini, ChatGPT oder Claude) als erstes die Antwort beziehungsweise ein fertiges Ergebnis, mit dem du in der Vergangenheit zufrieden warst. Es ist egal, ob du es seinerzeit mit KI erstellt oder selbst formuliert hast. Aus Stil, Tonalität und Aufbau soll die KI dann einen Prompt entwickeln, mit dem sich Texte schnell und einfach in vergleichbarer Qualität produzieren lassen.
Wann ist Reverse Prompting hilfreich?
Die Reverse-Prompting-Methode eignet sich vor allem für wiederkehrende Inhalte. Zum Beispiel:
• Produktbeschreibungen
• Website-Texte
• Social-Media-Captions
• Newsletter
• Präsentationen
• Alt-Texte für Bilder
Auch für die Bildgenerierung kannst du Reverse Prompting nutzen. Statt eines Textes lässt du Stil, Licht, Farbwelt, Perspektive und Komposition eines bestehenden Bildes analysieren und daraus einen wiederverwendbaren Prompt entwickeln. So kannst du Produktdarstellungen für deinen Shop oder deine Social-Media-Kanäle reproduzieren.
Wie geht Reverse Prompting? Eine Schritt für Schritt Anleitung
Reverse Prompting erklärt am Beispiel einer Produktbeschreibung, beispielsweise für deinen Online-Shop:
Schritt 1: Rolle und Aufgabe definieren
Je klarer Rolle, Aufgabe und Vorgehen definiert sind, desto präziser arbeitet die KI.
Tippe folgenden Prompt:
## Rolle
Du bist Expertin/Experte für Reverse Prompting.
## Aufgabe
Entwickle auf Basis der folgenden Produktbeschreibung einen Prompt.
Ziel ist es, einen neuen Prompt zu entwickeln, den ich künftig nutzen will, um weitere Produktbeschreibungen **im gleichen Stil** zu generieren.
## Vorgehen
### Analyse
Extrahiere und beschreibe **Stil, Ton und sprachliche Eigenheiten** des Textes.
1. Analysiere den **strukturellen Aufbau**:
– Einstieg
– Dramaturgie
– Reihenfolge der Inhalte
2. Trenne klar zwischen:
– **Festem Stil & Aufbau**
(Tonalität, Emotionalität, Ansprache, Syntax, Dramaturgie, Gendern)
– **Variablen inhaltlichen Informationen**
### Prompt-Entwicklung
Entwickle anschließend einen Prompt, der:
– den **Stil und Aufbau verbindlich festlegt**
– **keine Annahmen trifft** und **nichts ergänzt**
– sich **in der Länge am Beispieltext orientiert**
– auch **in einem neuen Chat ohne Kontext** funktioniert
## Rückfragen
Bevor du den finalen Prompt lieferst, stelle mir Rückfragen, **wenn etwas unklar ist**.
—
**Hast du alles verstanden?**
Wissenswertes zum Promptaufbau
Die # und * sind Ordnungshilfen im Prompt.# trennt Abschnitte und strukturiert den Prompt (z. B. Rolle, Aufgabe, Vorgehen).** markiert Stellen, die besonders wichtig sind.
Du kannst den Prompt einfach im Ganzen kopieren und nutzen – die Zeichen sorgen nur dafür, dass die KI deine Anweisung sauber versteht.
Schritt 2: Basistext einfügen
Dann kopierst du den Text in den Chat, auf dessen Basis du den Prompt erstellen willst – in diesem Beispiel die Produktbeschreibung. Du kannst auch mehrere unterschiedliche Beispiele einfügen. Je mehr, desto besser – wichtig ist, dass sie stilistisch wirklich zusammenpassen, sodass die KI ein klares Muster erkennet.
Schritt 3: Rückfragen beantworten
Beantworte mögliche Rückfragen der KI, etwa zum Ausspielort, zur Länge des Textes oder zur Zielgruppe. So arbeitest du den Prompt immer weiter aus.
Schritt 4: Master-Prompt testen
Die KI generiert den Masterprompt. Achtung: Er kann lang sein. Lass dich davon nicht abschrecken.
Um zu prüfen, ob er die gewünschten Ergebnisse liefert, öffne – am besten in einem neuen Tab – ein neues Chatfenster. Gib dort nur den finalen Prompt ein und folge exakt den Anweisungen, die du selbst formuliert hast.
Nutze bewusst ein anderes Produkt als das in deinem Beispieltext. Lassen sich Stil, Ton und Aufbau zuverlässig reproduzieren?
Wichtig: Fallen dir Abweichungen auf, kehre in die ursprüngliche Unterhaltung zurück und schärfe deinen Masterprompt gezielt nach. Erkläre, dass du ihn getestet hat und welche Punkte noch besser werden müssen. Oft reichen kleine Anpassungen, um stabile Ergebnisse zu erzielen.
Schritt 5: Speichern & Durchstarten
Du bist zufrieden mit den Ergebnissen? Dann ist dein Masterprompt fertig. Du solltest ihn abspeichern, um ihn immer wieder nutzen zu können.
Tipp: Wenn du regelmäßig mit KI arbeitest, kannst du daraus einen Custom-GPT entwickeln. Was das ist und wie das geht, erfährst du hier.
