Inhalt: Darum geht's in diesem Beitrag
- Diese 13 Dos and Dont’s solltest du kennen:
- Do: Übe die Krise
- Do: Kenne deine Emotionen
- Do: Hinterfrage die Krise
- Do: Kläre die Ursachen
- Do: Sorge für Transparenz
- Do: Zeige in der Krise Präsenz
- Do: Verschaffe dir ein Lagebild
- Do: Plane deine Entscheidungen
- Don’t: Zieh nicht alles an dich
- Don’t: Gib keine Kommandos
- Don’t: Wimmele schlechte Nachrichten nicht ab
- Don’t: Verbreite keinen Zweckoptimismus
- Don’t: Spiele Gefühle nicht herunter
Diese 13 Dos and Dont’s solltest du kennen:
Do: Übe die Krise
„Krise kann man lernen – Krise muss man aber auch erst lernen“, sagt Führungskräftecoach Rudolf Lütke Schwienhorst. Der Mitautor des Buches „Führung in Krisensituationen“ rät Unternehmen, sich auf entsprechende Situationen vorzubereiten.
Es gebe Firmen, die jedes Jahr Szenarien durchspielen: Was machen wir, wenn uns Hacker angreifen, die Chefin verunglückt oder unser Hauptlieferant plötzlich insolvent ist? Sie klären vorab: Wer entscheidet was in welcher Situation? Wie beschaffen wir Informationen? Wo stimmen wir uns ab? „Wer Prozesse, Strukturen und die Kultur auf Krisen vorbereitet hat, kommt besser durch“, sagt er.
Chefinnen und Chefs sollten schon vor der Krise Schwachstellen in ihrem Unternehmen identifizieren. Das rät auch Miriam Muethel, Inhaberin des Lehrstuhls für Organizational Behavior an der WHU – Otto Beisheim School of Management: „Bei der Krisenführung muss man immer in Zyklen denken.“ Das heißt: Probleme schon im Vorfeld antizipieren, die akute Krise managen – und danach konsequent Dinge ändern.
Do: Kenne deine Emotionen
Wer das Team durch eine Krise führen will, muss sich selbst gut kennen: Wie reagiere ich unter Druck? Erstarre ich, flüchte ich oder will ich sofort handeln? Nur wer seine Reaktionen kennt, kann gegensteuern: „Wenn ich weiß, dass ich dazu neige zu erstarren, brauche ich einen Co-Piloten“, sagt Muethel. In der Luftfahrt gebe es in Krisen Kommandos, bei denen der Co-Pilot den Piloten managt, in dem Wissen, dass er überfordert sein könnte. Wer eher der Wegrenn-Typ sei, brauche jemanden, der ihn erde. Impulsive sollten sich bewusst machen: Wenn ich vorschnell handele, riskiere ich zusätzlichen Schaden.
Do: Hinterfrage die Krise
Kennst du das? Die Wetter-App meldet Regen – und draußen scheint die Sonne. In solchen Momenten spannst du vermutlich nicht hektisch den Regenschirm auf. Ähnlich ist es oft mit Krisen: „Wenn alle Krise schreien, heißt das nicht, dass ich auch in einer stecke“, sagt Rudolf Lütke Schwienhorst. Deswegen solle man sich immer zuerst fragen: Bin ich wirklich in einer Krise? Wer das nicht tue, überlasse dem „schnellen Denken“ das Ruder.
Damit bezieht sich der Coach auf den US-Psychologen Daniel Kahneman und dessen Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“. Bei Gefahr springt das schnelle Denken an und hat unsere Vorfahren ohne großes Abwägen rennen oder in den Kampfmodus wechseln lassen, „wenn der Nachbar mit der Keule vor der Tür stand“. Das Problem daran: Heutige Krisen brauchen ein langsames Denken. Schnelles Denken verleitet zu voreiligen Schlüssen und Fehleinschätzungen. Wer in der Krise einen Schritt zurücktritt, kann dagegen in Ruhe seine Optionen abwägen.
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