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„Wir wussten nicht, wen es treffen wird“
Nina Konjer (44), Geschäftsführerin der Einzelhandelskette Der Stoff, musste acht Filialen schließen und 80 Beschäftigten kündigen, damit die Firma überlebt.

Mein Vater hat den Einzelhandel für Stoffe vor mehr als 50 Jahren gegründet – mit 40 Filialen von Flensburg bis Augsburg. Durch die Corona-Jahre sind wir zunächst sehr gut gekommen: Die Leute blieben daheim und hatten Zeit für das Hobby Nähen. Erst danach bekamen wir Probleme: Nähen war immer ein Saisongeschäft, aber dann gab es zwei Jahre in Folge nach dem Sommerloch keine Erholung. Wir dachten erst: Das stehen wir durch. Doch die Banken hatten Bedenken wegen der Zahlen. Auch Unternehmensberater brachten nicht die erhoffte Wende.
Im Juli 2025 mussten wir schließlich Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Als der Insolvenzantrag angenommen wurde, stellten wir uns vor die versammelte Mannschaft und informierten alle. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt schon, dass es Kündigungen geben wird, aber noch nicht, wen es treffen wird. Wir mussten acht Filialen schließen und insgesamt 80 Menschen entlassen. Das ist emotional für alle Beteiligten schwierig, aber am Ende musste ich an das Wohl der Firma denken.
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