Inhalt: Darum geht's in diesem Beitrag
Konzentriert sitzt der Mitarbeiter Sebastian Pienta am Computer und blickt auf zwei Monitore vor sich. Er arbeitet gerade am Prototyp einer neuen Software für die automatisierte Erstellung von Werbegrafiken.
Dabei ist Pienta kein Programmierer. Noch vor einem Jahr war der gelernte Grafiker und Motion Designer bei seinem Arbeitgeber, der Marketingagentur Bundesweit.Digital in Hannover, als Head of Visual Experience Design tätig. Er leitete das sechsköpfige Kreativteam der Agentur, plante Designkonzepte und war als Motion Designer jahrelang der Spezialist für aufwendige Animationen und Imagevideos.
Doch weil solche Aufgaben in der Agentur künftig immer häufiger mit und von der KI erstellt werden, entschieden sich Sebastian Pienta und sein Chef und Unternehmensgründer Joshua Martinez Hartmann zu einem radikalen Schritt: Pienta ließ sich innerhalb der Firma umschulen – vom Grafikdesigner zum Softwareentwickler.
Der Agentur geht es wie vielen Arbeitgebern in Deutschland: Sie überlegen, wie sie mit Mitarbeitenden umgehen, wenn KI jetzt oder in absehbarer Zukunft deren Aufgaben ganz oder teilweise übernimmt. Laut einer aktuellen Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) gehen 80 Prozent der technischen Fachkräfte davon aus, dass sie ihre Kompetenzen in den kommenden drei Jahren grundlegend anpassen müssen; für fast 90 Prozent ist KI der Hauptauslöser dafür.
Angesichts dieser Entwicklung reicht es oft nicht mehr, Mitarbeitende nur zu einer Weiterbildung zu schicken. Sie müssen im Grunde ganz neue Fähigkeiten lernen, also umgeschult werden. Fachleute sprechen von Reskilling, bei Weiterbildung von Upskilling. Das Beispiel von Bundesweit.Digital und Pienta zeigt, wie ein Reskilling ablaufen kann und wann es sich überhaupt lohnt.
Wenn KI den eigenen Job bedroht
Agenturchef Joshua Martinez Hartmann steht technischen Neuerungen seit jeher offen gegenüber. Als vor ein paar Jahren ChatGPT auf den Markt kam, gab er den KI-Chatbot für alle Mitarbeitenden frei und richtete eine feste „KI-Stunde“ pro Arbeitswoche ein. „Ich wollte, dass meine Leute sich intensiv mit den neuen Möglichkeiten befassen und interne Prozesse radikal überdenken“, sagt er.
- impulse-Magazin
-
alle
-Inhalte
- digitales Unternehmer-Forum
- exklusive Mitglieder-Events
- und vieles mehr …
