Als ich 1997 mein Unternehmen in Berlin gründete, startete ich mit einer gewissen Leichtigkeit und dem Gefühl: Die Welt ist groß, bunt und schön. In dieser Euphorie und Naivität habe ich jedoch einen Fehler gemacht, der existenziell wurde.
Meine Idee war, ein Businesscenter zu eröffnen, in dem Unternehmen und Existenzgründer Büro- und Konferenzräume buchen können. Ich hatte einen Businessplan erstellt und ein Darlehen bei meiner Bank aufgenommen. Das Geschäft lief gut an. Was ich aber nicht einkalkuliert hatte: Kunden, die nicht pünktlich oder gar nicht zahlen.
Während ich permanent dem Geld hinterherlief, fielen weiter Miete, Kreditraten und Personalkosten an. Die Folge waren zunehmende Liquiditätsengpässe. Nach drei Jahren hatte ich ein sechsstelliges Defizit. Mir wurde ganz schlecht, als ich das sah. Und das Schlimmste ist: Ich hätte es verhindern können.
Angst, Kunden zu vergrätzen
Mein Fehler war, dass ich am Anfang keine Mietsicherheiten verlangte. Ich traute mich nicht, konsequent aufzutreten. Ich mahnte offene Rechnungen zaghaft an und gewährte großzügig Zahlungsaufschübe – aus Angst, die Kunden zu vergrätzen. Ich bin stark im Vertrieb, aber beim Kaufmännischen habe ich lange die Augen verschlossen. Schließlich half mir die Bank mit langfristigen Darlehensverträgen aus der Misere.
Was ich daraus gelernt habe: Wenn du ein Geschäft betreibst, musst du konsequent handeln – gerade gegenüber säumigen Kunden. Die Betriebskosten dürfen dir nicht entgleiten. Deshalb sind klare Prozesse, Bonitätsprüfungen und konsequentes Forderungsmanagement fester Bestandteil unseres Geschäftsmodells.

