Jobzufriedenheit So vergraulen Sie Ihre Mitarbeiter

Wo geht's raus hier? Jeder zweite Angestellte ist mit seinem Job unzufrieden und will deshalb den Arbeitgeber wechseln.

Wo geht's raus hier? Jeder zweite Angestellte ist mit seinem Job unzufrieden und will deshalb den Arbeitgeber wechseln. © .marqs / photocase.de

Jeder zweite Arbeitnehmer würde gerne kurzfristig seinen Job wechseln. Wenn Sie als Chef diese fünf Dinge tun, können Sie sicher sein, dass Ihre Mitarbeiter zu den Wechselwilligen zählen.

50 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland würden gerne innerhalb der nächsten zwölf Monate ihren Job wechseln – das hat eine repräsentative Umfrage der Manpower Group zur Jobzufriedenheit 2018 ergeben. In der Umfrage wurde auch abgefragt, welches die Hauptmotivation der Wechselwilligen ist. Chefs, die diese fünf Dinge tun, müssen damit rechnen, dass ihre Mitarbeiter schon bald das Weite suchen.

1. Sie bezahlen Ihre Mitarbeiter schlecht

Schlechte Bezahlung ist die Hauptmotivation für einen Jobwechsel. 22 Prozent der Wechselwilligen nannten als Grund, den Arbeitgeber zu wechseln, dass sie eine Position mit besserer Bezahlung suchten. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, bevor Sie das nächste Mal die Frage nach einer Gehaltserhöhung grundlos abschmettern.

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2. Sie erkennen Leistung nicht an

15 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich nicht ausreichend wertgeschätzt. Sie sagen: „Ich habe das Gefühl, dass meine Leistungen nicht anerkannt werden“ und wollen deshalb den Job wechseln.

Wertschätzung und Lob sind wichtig für die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Wertschätzung drückt sich zwar auch in einem guten Gehalt aus, aber es gibt auch andere Formen, wie Sie die Leistungen Ihrer Mitarbeiter wertschätzen können – ohne Geld in die Hand zu nehmen.

3. Sie setzen sich nicht für ein gutes Arbeitsklima ein

Ein schlechtes Arbeitsklima ist für 12 Prozent der Wechselwilligen der Hauptgrund, warum sie ihre Stelle wechseln wollen. Wenn das Betriebsklima schlecht ist, dann ist daran häufig der Chef und sein Führungsstil schuld. Lesen Sie in unserer Checkliste für ein besseres Betriebsklima, wie Sie das Arbeitsklima verbessern können.

4. Sie lassen Ihre Mitarbeiter lange arbeiten und verweigern sich flexiblen Arbeitszeitmodellen

11 Prozent der unzufriedenen Mitarbeiter wollen ihren Job wechseln, weil sie zu lange arbeiten müssen oder ihre Arbeitszeiten zu unflexibel sind.

Acht-Stunden-Tage und reichlich Überstunden sind in vielen Unternehmen Alltag. Sinnvoll ist das nicht, wie zahlreiche Forschungen zeigen. Zu lange Arbeitszeiten sind unproduktiv, die Formel „Mehr Arbeitszeit = mehr Output“ geht nicht auf. Zudem machen lange Arbeitszeiten krank. Dieser Zusammenhang ist in vielen Studien nachgewiesen. Was noch gegen lange Arbeitszeiten spricht, lesen Sie in unserem Artikel „6 Gründe, warum Ihre Mitarbeiter kürzer arbeiten sollten“.

Neben Überstunden sorgt auch Unflexibilität für unzufriedene und gestresste Mitarbeiter. Mit flexiblen Arbeitszeiten lassen sich Privatleben und Arbeit besser vereinbaren und der Arbeitsweg wird stressfreier. Manchmal hilft es schon, wenn Angestellte zehn Minuten später anfangen dürfen, wenn das mit dem Busfahrplan besser passt. Sie müssen die Arbeitszeiten auch nicht gleich komplett freigeben, sondern können auch Gleitzeit mit einer Kernarbeitszeit einführen.

5. Sie sind nicht familienfreundlich

Dass sie Familie und Beruf nicht gut miteinander vereinbaren können, ist für 9 Prozent der wechselwilligen Arbeitnehmer der Hauptgrund für eine Kündigung. Sowohl für Frauen als auch für Männer wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger. Und für Unternehmen zahlt sich Familienfreundlichkeit sogar finanziell aus. Mit diesen 13 Tipps, wie ihr Betrieb familienfreundlicher wird, können Sie viel zur Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter beitragen und gut eingearbeitete Mitarbeiter halten.

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1 Kommentar
  • Franziska 30. Juli 2018 09:29

    Der Artikel liest sich wie der klassische Ponyhof-Artikel. Freibier für alle. Wo bleibt die nötige Selbstreflexion der Arbeitnehmer?

    1. Nur wer überdurchschnittlich leistet, kann überdurchschnittlich verdienen. Mehr verlangen, ohne mehr zu leisten, klappt in der Marktwirtschaft (langfristig) nicht.

    2. Wer als Arbeitgeber oben mehr rein schüttet (Gehalt), erhält unten nicht automatisch mehr raus (Leistung).

    3. Das wirkliche Lob kommt nicht vom Chef, sondern von den Kunden. Wenn die aber nicht loben, sollte der Mitarbeiter besser bei sich selbst als beim Chef nach den Fehlern suchen.

    4. Das gute Arbeitsklima machen die vielen (Mitarbeiter), nicht die wenigen (Chefs). Auch hier steht der Chef in zweiter Reihe der Verantwortung und die Mitarbeiter in der ersten.

    5. Kein anderes Land in Europa ist so exzessiv familienfreundlich wie Deutschland. Wo sonst gibt es bezahlte Elternzeit, Rechtsanspruch auf den Kita-Platz, Frühverrentung, damit sich Oma und Opa in Vollzeit um die Helikopter-Kinder kümmern können? Sollen Arbeitgeber als nächstes die Eltern bis zum 18. Geburtstag der Kinder bei voller Bezahlung von der Arbeit freistellen?

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