Wertschätzung 5 Wege, Mitarbeiter typgerecht zu motivieren
5 Sprachen der Mitarbeitermotivation

© Malte Mueller / Getty Images

Anerkennung ist ein wichtiger Einflussfaktor auf Motivation und Zufriedenheit im Job. Doch Wertschätzung muss für jeden Menschen anders verpackt werden, damit sie auch ankommt. Wie das geht.

Eines der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse ist es, von anderen gesehen zu werden. Das gilt im Job wie überall sonst. „Nichts aktiviert unsere Motivationssysteme so sehr wie der Wunsch nach zwischenmenschlicher Anerkennung“, sagt Ulrike Spaak, Führungskräftetrainerin aus Potsdam. „Und trotzdem zeigen Studienergebnisse: In vielen Firmen wird immer noch viel zu wenig Wertschätzung geschenkt.“ Eine vertane Chance.

Wie können Führungskräfte Wertschätzung zeigen, die ankommt?

Die Psychologen Gary Chapman und Paul White haben herausgefunden, dass Menschen sich gegenseitig auf ganz unterschiedliche Art ihre Anerkennung zeigen. Das Problem daran: Was die eine Person als Anerkennung und Wertschätzung versteht, hat bei einem anderen möglicherweise nicht dieselbe Wirkung. Das heißt: Trotz aller guten Absichten kommt die Wertschätzung beim Gegenüber überhaupt nicht an.

Chapman und White haben insgesamt fünf verschiedene Wertschätzungs-Typen entdeckt – die Psychologen beschreiben das Phänomen auch als „fünf unterschiedliche Sprachen“.

Der Rat der Psychologen: Führungskräfte sollten lernen, die verschiedenen Sprachen ihres Teams zu erkennen und auch typgerecht anzuwenden.

Wie finden Sie heraus, welche Sprache, welcher Mitarbeiter spricht?

„Um zu erkenne, wer welche Sprache spricht, braucht es Aufmerksamkeit. Denn meistens zeigt man anderen Menschen seine Wertschätzung in der Sprache, die man selbst gerne hören würde“, erklärt Ulrike Spaak.

Achten Sie also drauf: Hat Frau Müller immer eine Kleinigkeit für Sie zum Geburtstag? Dann freut Sie sich bestimmt auch über eine solche Aufmerksamkeit. Verteilt Herr Schmidt gern Komplimente? Dann würde er ein solches Lob wahrschein selbst gern einmal hören.

Die fünf Sprachen der Mitarbeitermotivation:

1. Lob – „Words of Affirmation“

Lob ist die erste Sprache der Anerkennung. Es geht dabei um ganz klassische Komplimente. Das klingt im ersten Moment simpel, fällt aber vielen Menschen gar nicht mal so leicht. „Unser Gehirn ist evolutionsbedingt darauf ausgelegt, als erstes Probleme und deren Lösung zu sehen. Das brauchten wir früher, um uns vor Gefahren zu schützen“, erklärt Spaak. Wir müssen uns daher anstrengen, den Fokus aufs Positive zu schieben.

Achten Sie bei der ersten Sprache darauf, Komplimente möglichst zeitnah zu verteilen. Und zudem ohne Einschränkung. „Wenn es Kritikpunkte gibt, bitte nicht zusammen mit dem Lob erwähnen. Sonst bleibt am Ende nur das Negative hängen“, sagt die Expertin.

„Wer sich mit Komplimenten schwer tut, kann sich vorab einige Formulierungen notieren“, rät die Führungskräftetrainerin. Wie beispielsweise:

  • „Ich bin richtig stolz, dass du zu unserem Team gehörst.“
  • „Das war ein sehr vorbildlicher Projekt-Abschluss. Das habe ich so noch nie erlebt.“
  • „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir dich eingestellt haben.“
  • „Wie immer: Fantastische Arbeit.“

Wer richtig wertschätzende Komplimente verteilen will, sollte laut Ulrike Spaak noch auf folgendes achten: „Oft loben wir, was die andere Person getan hat. Aber was noch viel stärker wirkt, ist die Wertschätzung des Seins – also wie jemand ist.“ Anstatt einem „Gut gemacht“ können man sagen:

  • „Wow, du bist so eloquent.
  • „Jetzt warst du richtig enthusiastisch und man hat deine Energie gespürt.“
  • „Toll, wie gelassen du auch in den stressigsten Situationen bist.“

Chapman und White betonen übrigens, dass es bei jeder Sprache auch Dialekte gibt. Während die eine Mitarbeiterin eine öffentliche Anerkennung vor versammelter Mannschaft total genießt, ist dem anderen Kollegen das vielleicht sogar peinlich.

Finden Sie also heraus, welche Art von Komplimenten bei wem am besten ankommt: Schriftlich, öffentlich, unter vier Augen, spontan oder strukturiert. Falls Sie sich unsicher sind: Sie können Ihre Teammitglieder auch fragen, was ihnen gut gefällt.

2. Ungeteilte Aufmerksamkeit – „Quality Time“

Die zweite Sprache ist die ungeteilte Aufmerksamkeit. Menschen, die diese Sprache sprechen, lesen Wertschätzung daran ab, wie viel Zeit Sie Ihnen widmen. „Es geht nicht darum Stunden miteinander zu verbringen, sondern dass man demjenigen tatsächliche Aufmerksamkeit schenkt“, erläutert die Expertin. Qualität geht hierbei also über Quantität. In einem Gespräch sollten Sie daher Störfaktoren wie Handy oder Outlook stummgeschalten.

„Zuhören, nachfragen, Anteil nehmen – wenn es mich tatsächlich interessiert, was jemand erzählt, dann ist das für einige Menschen die höchste Form der Wertschätzung“, sagt Spaak.

  • Gehen Sie regelmäßig durch Ihre Firma und hören Sie einfach nur zu.
  • Verbringen Sie die Mittagspause mit einem Kollegen, den Sie länger nicht gesprochen haben.
  • Vergeben Sie Termine, wenn Sie manche Teammitglieder sonst gar nicht einzeln treffen.

Fallt es Ihnen schwer, ein guter Zuhörer zu sein? Dann hilft Ihnen vielleicht diese Methode: Aktiv zuhören: So werden Chefs zu besseren Zuhörern

3. Hilfsbereitschaft und Unterstützung – „Acts of Service“

Hilfsbereitschaft ist die dritte Sprache der Wertschätzung. „Dabei geht es darum, zu erkennen: Dem anderen quillt gerade der Schreibtisch über und er macht keine Pausen mehr“, sagt Spaak. Und ihm dann ganz konkret Hilfe anzubieten.

Das bedeutet nicht, dass Sie als Führungskraft alle Aufgaben Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen sollen. Es geht vielmehr um das Zeichen, dass Sie da sind, wenn Ihre Unterstützung gebraucht wird. Wichtig dabei ist, tatsächlich die Hilfe zu leisten, die das Teammitglied braucht. Dazu sollten Sie ganz spezifische Fragen stellen:

  • „Ich sehe, dass du viel zu tun hast. Wie kann ich dir helfen?“
  • „Was brauchst du gerade? Kann ich dir jemanden an die Seite stellen?“
  • „Was würde deine Arbeit aktuell leichter oder besser machen?

Es können auch kleine Gesten sein, die Ihre Unterstützung symbolisieren. Besorgen Sie zum Beispiel ein paar Pizzen, wenn für ein wichtiges Projekt Überstunden anfallen. Auch das kann die Arbeit leichter machen.

4. Geschenke, die von Herzen kommen – „Tangible Gifts“

Sprache Nummer vier sind Geschenke. Denn viele Menschen lieben Symbole, die für etwas stehen. Nicht umsonst gibt es bei Sportturnieren Medaillen für die Gewinner.

Wichtig dabei: Es müssen keine teuren Geschenke sein, die Sie extra gekauft haben. Sie müssen nur von Herzen kommen.

  • Sie haben ein tolles Buch gelesen, dass zu einer Mitarbeiterin passen könnte? Schenken Sie es ihr mit einem persönlichen Gruß darin weiter.
  • Kocht ein Kollege für sein Leben gern, bringen Sie doch mal ein ausgefallenes Gewürz oder Öl mit. Sie könnten sagen: „Danke für dein Engagement in der letzten Zeit. Geh heute mal früher nach Hause und hab ein schönes Abendessen mit deiner Familie.“
  • Auch das zehnjährige Dienstjubiläum könnte ein Anlass zum Schenken sein. Dann darf es vielleicht auch etwas größer sein: Tickets für ein Konzert, ein Wellness-Gutschein oder Restaurantbesuch – werden Sie kreativ.

Geschenke sind übrigens auf keinen Fall Bonuszahlungen oder Gehaltserhöhungen. „Sondern kleine Gesten und Aufmerksamkeiten bei denen man merkt, da hat sich jemand Gedanken darüber gemacht, was dem anderen Freude bereiten würde“, sagt Spaak.

Ab einem bestimmten Wert müssen Geschenke an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versteuert werden. Lesen Sie dazu auch: Geschenke für Geschäftspartner: So bleibt Ihr Geschenk steuerfrei

5. Körperlicher Kontakt – „Physical Touch“

Eine herausfordernde Sprache im Arbeitskontext ist die Sprache Nummer fünf: der Körperkontakt. Sie erfordert etwas Fingerspitzengefühl, ist aber nicht weniger wichtig als die anderen Sprachen. Weil viele Menschen jedoch Sorge haben, dabei etwas falsch zu machen, fällt sie oft unter den Tisch.

„Die persönlichen Grenzen müssen natürlich unbedingt eingehalten werden. Das heißt aber nicht, dass es am Arbeitsplatz keinen Körperkontakt geben darf“, sagt Ulrike Spaak. Für viele Menschen seien kleine körperliche Gesten sogar sehr wichtig. Das kann zum Beispiel sein:

  • beim Händeschütteln zusätzlich die Hand auf die Schulter legen
  • ein High Five bei einem tollen Erfolg
  • ein aufmunterndes Schulterklopfen
  • in emotionalen Momenten kann auch eine Umarmung passend sein

„Auch ein längerer Blickkontakt oder ein freundliches Nicken sind körperliche Gesten“, erklärt die Expertin. Besonders in Pandemie-Zeiten müsse man sich überlegen, wie Körperkontakt gut ersetzt werden könne. Denn Menschen, deren primäre Wertschätzungs-Sprache der Körperkontakt ist, leiden besonders unter dem Kontakt-Entzug.

6. Vertrauen schenken – „Empowerment“

Chapman und White haben in ihrem Buch nur fünf Sprachen beschrieben. „In der letzten Zeit hat sich aber noch eine sechste Sprache durchgesetzt: Vertrauen schenken“, erklärt Ulrike Spaak. Für einige Menschen sei es die höchste Form der Wertschätzung, wenn jemand anderes Potenzial in ihnen erkennt. „Wenn ich als Führungskraft jemanden Einfluss nehmen lasse, dann signalisiere ich Vertrauen“, erklärt die Expertin.

Sie können Ihrem Team auf ganz unterschiedliche Art den Freiraum geben, Dinge zu gestalten. Das muss nicht immer gleich die Übernahme eines großen eigenen Projekts sein.

  • Fragen Sie die Auszubildende: „Was hältst du von dem neuen Produkt, das wir entwickelt haben?“
  • Übergeben Sie ein Budget für die Weihnachtsfeier und sagen Sie: „Du wirst damit schon etwas Tolles auf die Beine stellen. Da bin ich ganz sicher.“
  • Lassen Sie zu, dass Fehler passieren. „Ich weiß, das hast du noch nie gemacht. Sieh es als Lernfeld und wenn es schiefgeht, ist das auch voll okay.“

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8 Kommentare
  • Anke 29. Oktober 2021 17:47

    Mitarbeiter zu führen, ist eine hohe Kunst. Als Führungskraft muss man oft am und im Betrieb (mit-)arbeiten. Führungskräfte haben oft schon viele Arbeitsjahre hinter sich und oft keine positiven Erfahrungen mit eigenen ehemaligen Führungskräften gemacht und haben somit auch keine positiven Vorbilder. Also ist es gut sich klar zu machen, was gute Führung ausmacht. Wenn man ein paar Tipps von außen bekommt, kann man für sich entscheiden, welchen Nutzen man für sich und das Team daraus zieht oder eben nicht. Eine ehrlich gemeinte Anerkennung ist keine Manipulation.

  • Gerhard 29. Oktober 2021 08:30

    Jemand, der ausreichend empathisch ist und andere Menschen schätzt wird das alles intuitiv tun. Jemand, der es nicht ist, kann es sich auch nicht „antrainieren“. Abgesehen davon berücksichtigen auch Mitarbeiter den „Typ“ ihres Chefs wenn sie mit ihm kommun izieren und verstehen dann auch ein „nicht schlecht“ als Lob wenn das in seiner Sprache eins ist.

  • katzentraum 28. Oktober 2021 17:39

    @gabi Halfar Leider ist das was Sie da schreiben, typisch deutsch. Genau aus diesem Grund wird hier kaum gelobt. Man ist so misstrauisch und beäugt Freundlichekeit und nettes Wort ausserhalb normaler Kontexte, also nicht Anlassbezogen, sofort als „Schleimerei“ oder schlimmer noch, wie sie erwähnen: Manipulation! Hierzulande gibt es keine Kultur sich professionell in den „soft skills“ zu verbessern. Immer noch sind die Ausgaben für Coaches die in diese Richtung tätig werden, unterrepräsentiert in den Firmen. Nur große Firmen, die Kontakt in die USA haben, leisten sich das manchmal. Dabei ist das so wichtig! Viele Leute verlassen ihren Arbeitsplatz nicht wegen dem Gehalt. Meist spielt das Arbeitsklima die übergeordnete Rolle, der Pflege wird aber kaum beachtung geschenkt, das soll “ von selbst kommen“ und wie sie schreiben, aus dem Bauch heraus passieren. Tatsächlich ist das rasend unprofessionell und völlig Fehleranfällig im beruflichen Kontext. Denn wenn man das in die Persönlichkeit verschiebt und dafür keine Handlungsanweisung hat, bleibt das total beliebig , findet statt, oder nicht und von der Qualität ganz zu schweigen! Die Tipps hier haben mit Dressur nichts zu tun. Sie sind eine Handlungsanleitung mit seinem Lob auch beim anderen „sicher“ anzukommen und sich nicht zu vergaloppieren und am Ende zu wunderen, warum nichts von dem , was gut gemeint war, beim anderen auch gut ankommt! Das gilt für alle Kommunikation, aber eben im Besonderen im beruflichen Umfeld. Wenn das zunächst etwas hilflos stacksig daher kommt, egal, man muss alles was neu ist oft ersteinmal üben..und gerade in dem Bereich, herrscht totales Chaos und „Empfindungsneurotik“.

  • eradot 28. Oktober 2021 16:19

    @ Gabi Halfar
    Es stimmt schon, dass die intrinsiche Motivation schon bei der Auswahl der Mitarbeiter und Zusammenstellung eines Teams ausschlaggebend sein sollte. Hier entscheidet sich schon, wer den Wunsch hat, seine Fähigkeiten einzubringen und ein Ziel zu erreichen. Andererseits kann ein hervorragendes Team auch von einer unqualifizierten Führungskraft demotiviert werden. Nicht jeder ist so robust, dass er/sie ständige Kränkungen einfach hinnimmt. Wenn wir den obigen Artikel umformulieren und die 6 Motivationskiller definieren (Ständige Kritik und Herabsetzung. Den MA ignorieren, nicht zuhören und als Störung betrachten. Verweigerung von Hilfe und Unterstützung. Kleinlichkeit. Sich den Mitarbeiter vom Leibe halten und ständiges Mißtrauen), dann können Sie wahrscheinlich zustimmen. Dann geht es nicht darum, den MA zu motivieren im Sinne von Beeinflussung im Hinblick auf mehr Leistung sondern den MA in seiner Selbstverwirklichung gewähren zu lassen.

  • Chris Hog 28. Oktober 2021 15:55

    Also ich finde Geld sollte eine eigene Sprache sein, denn das ist z.B die ich spreche.
    Von den aufgezählten Punkten würde mich kein einziger wirklich motivieren, vorallem wenn ich viel zu tun habe.
    Zusätzliches Geld oder eine Gehaltserhöhung hingegen erhöhen meine Motivation jedoch direkt und dauerhaft.
    In der Arbeitswelt ist das für mich die einzig wahre Wertschätzung, alles Andere sind nur Worte, man arbeitet ja schließlich weil man muss, wenn dabei dann mehr Geld fließt, dann nehme ich das Lob auch wirklich ab wirklich etwas gut gemacht zu haben.

  • Susanne 28. Oktober 2021 10:02

    Jeder Mensch hat ein tiefes Bedürfnis nach Wertschätzung. Dieser Wunsch macht nicht vor dem Arbeitsplatz Halt. Doch gerade hier herrscht oft ein Mangel an Menschlichkeit. Wertschätzung schließt auch ein, gut mit sich selbst umzugehen. Als Betriebsrat z.B. ist man es gewohnt, für andere da zu sein. Da bleibt oft wenig Zeit für die eigenen Bedürfnisse. Um auch in Zukunft trotz hoher Anforderungen erfolgreich zu arbeiten und gesund zu bleiben, ist es wichtig sich zu fragen: Wie wertschätzend gehe ich mit mir selber um? Was ist mir in meiner Arbeit als Betriebsrat und in meinem Leben wichtig? Warum mache ich all das? Welche Werte habe ich in meinem Leben? Fürsorge für andere bedarf der Fürsorge für einen selbst. Wir müssen uns also auch um unser eigenes Wohlergehen kümmern. Nur wer sich selbst zu führen versteht, kann auch andere führen. Nur wer sich selbst annimmt und versteht, kann andere verstehen.

  • P. Steiner 26. Oktober 2021 16:02

    Sehr guter Kommentar! Ganz meine Erfahrung!
    Solche Tips werden, wenn überhaupt, oft nur auswendig gelernt und runtergebetet. aber nicht im Unternehmen GELEBT.
    Viele Unternehmen sind tolle Beispiele dafür …wie man es nicht macht. Es wäre den Angestellten und damit auch dem Unternehmen schon viel geholfen, wenn man wenigstens mal mit der DEmotivierung aufhören würde. Dann könnte die natürliche, intrinsische Motivation genug wirken.
    Statt dessen wird durch den typischen frustrierenden, psychisch krank machenden Wahnsinn und die grassierende Dummheit die eigene Motivation getötet. Die ganzen vermeidbaren Probleme (wenn man mal auf seine Angestellten hören würde) die man auslöffeln muss, die unnötige Ineffizienz die den viel zu wenigen Angestellten unnötige Arbeit aufbürdet die nur noch mit Überstunden zu kompensieren sind, die nicht vorhandene Weitsicht, das ignorieren von Zusammenhängen, nicht vorhandene Ressourcenplanung (Wie viel Manpower steht eigentlich zur Verfügung? Und sind nicht eh schon 150% davon verplant?), das ignorieren unangenehmer Wahrheiten, viel zu spät panisch reagieren statt früh und entspannt proaktiv agieren, u.v.m.
    Als Ausgleich wird dann versucht, mit Oberflächlichkeiten externe Motivation zu erzeugen. Was nicht klappen kann.

    Liebe Unternehmer und Führungskräfte, Ihr könnt eurem Unternehmen einen spürbaren Schub verpassen, ohne aktiv etwas zu tun. Ihr müsst nur einiges NICHT tun. Im Weg stehen, trotz fehlender Kompetenz alles besser wissen, Steine in den Weg legen, wiedersprüchliche Dinge fordern, Deadlines auswürfeln, Investitionen verweigern usw. usf. Am besten einfach raushalten, und von Verhinderern und Saboteuren zu Weichenstellern und Unterstützern werden. Sorgt einfach für eine Umgebung in der die Leute nicht ausgebremst und frustriert werden sondern ihren Job machen KÖNNEN UND DÜRFEN. Dann braucht man die auch kaum motivieren. Außer vielleicht dass man sie nicht wie Leibeigene, sondern wie Angestellte oder sogar wie Menschen behandelt. Das motiviert schon ausreichend!

  • Gabi Halfar g.halfar@transmitter.ruhr 25. Oktober 2021 08:41

    Ich finde es immer sehr interessant, wie „wissenschaftlich“ versucht wird Manipulation von Menschen als „Motivationsstrategien“ zu verkaufen… Ich habe da eine klare Haltung: echte Motivation muss/kommt nur von „innen“. Führungskräfte können/müssen dafür Sorge tragen, dass Mitarbeitende ihre vorhandene Motivation leben können. Und Führungskräfte müssen dafür Sorge tragen, dass deren Motivation NICHT „kaputt gemacht wird“. Alles andere ist Dressur, ob durch Lob, kleine Geschenke oder wie auch immer. Damit keine Missverständnisse entstehen: das ist für mich völlig ok. Es ist ok, Menschen zu dressieren, das geschieht zu recht in ganz vielen Bereichen. Bitte das nur nicht als Motivationsförderung verkaufen. Führungskräfte sind eher Gärtner denn Mechaniker. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass die „Pflanzen“ wachsen können. Aber „wachsen wollen“ müssen die „Pflanzen“ schon selber.

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