Mehr Achtsamkeit 5 Warnsignale, dass Sie zu hart zu sich sind
Achtung! Woran Sie erkennen, dass Ihr Alltag mehr Achtsamkeit vertragen könnte.

Achtung! Woran Sie erkennen, dass Ihr Alltag mehr Achtsamkeit vertragen könnte.© ChristianChan / iStock/Getty Images Plus / Getty Images

Wer sich permanent zu Höchstleistungen pusht, riskiert womöglich irgendwann einen Zusammenbruch. Woran Sie erkennen, dass Sie zu hart zu sich sind – und wie Sie gegensteuern können.

„Ich muss immer Vollgas geben, schließlich bin ich ein Vorbild für meine Mitarbeiter.“

„Qualität kommt von quälen.“

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„Da musst du dich jetzt durchbeißen!“

Viele Menschen, die ehrgeizige Ziele verfolgen, haben solche Sätze verinnerlicht. Ihr Anspruch an sich selbst ist hoch. Ihre Fähigkeit, sich in Aufgaben richtig reinzuhängen und extreme Leistungen abzurufen, ermöglicht ihnen zwar große Erfolge. Doch mitunter zahlen sie dafür einen hohen Preis – weil sie ihre Grenzen nicht kennen und die eigenen Bedürfnisse beiseiteschieben.

Finden Sie sich in den folgenden Warnsignalen wieder? Dann sind Sie womöglich zu hart zu sich.

1. Sie suchen den Fehler immer zuerst bei sich.

Rückschläge gehören zum Unternehmerleben dazu. Mitarbeiter kündigen. Kunden springen im letzten Moment ab. Vermeintlich großartige Ideen scheitern. Wie gehen Sie damit um? Neigen Sie zur Selbstzerfleischung und fragen sich tagelang, was Sie falsch gemacht haben? Oder gelingt es Ihnen, die Perspektive zu wechseln und die Gründe realistisch einzuordnen?

2. Sie würdigen Ihre Erfolge nicht.

Hat man ein hart erarbeitetes Ziel erreicht, neigen viele dazu, ihren eigenen Beitrag kleinzureden. Man war eben zur rechten Zeit am rechten Ort. Oder hat einfach Schwein gehabt. Und überhaupt: Anderen gelingt das doch auch mühelos.

Machen Sie sich immer bewusst, wie viel Zeit, Energie und Können Sie investiert haben, um die gesteckten Ziele zu erreichen? Oder fokussieren Sie sich darauf, was Sie alles nicht getan haben?

3. Sie gönnen sich keine Pausen.

Mittagspause? Dafür ist gerade keine Zeit! Wochenende? Wird überschätzt! Der Laden muss schließlich laufen. Ob aus übertriebenem Pflichtgefühl oder der Überzeugung, alles selbst machen zu müssen: Viele Unternehmer halten Pausen für überflüssig. Das ist auf Dauer nicht nur ungesund. Es schadet auch der Produktivität. Laut Lothar Seiwert, Autor und Zeitmanagement-Koryphäe, braucht jeder Mensch nach 90 Minuten oder höchstens zwei Stunden eine Pause, weil nach dieser Zeit die Leistung abfällt.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Arbeitszeit organisieren: Die 8 größten Zeitmanagement-Irrtümer“

4. Sie vergleichen sich mit anderen.

Wieso kann der sich schon wieder ein neues Auto leisten? Wie schafft sie das nur, ständig neue Kunden an Land zu ziehen? Ertappen Sie sich manchmal bei dem Gedanken, dass andere ihr Leben besser im Griff haben und Sie nicht mithalten können?

Wer sich dauernd mit anderen vergleicht, wird unglücklich, schmälert seine eigenen Leistungen und verschwendet Energie. Denn: Sie können nicht wissen, wie es hinter der vermeintlich strahlenden Fassade der anderen wirklich aussieht.

5. Sie hören nicht auf Ihren Körper.

Egal, ob der Kopf dröhnt oder der Rücken rebelliert: Sie schleppen sich zur Arbeit. Menschen, die zu hart zu sich sind, achten nicht auf die Warnsignale ihres Körpers. Womöglich haben sie auch verlernt, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Sollte ich diesen Termin lieber absagen? Brauche ich vielleicht erst einmal ein großes Glas Wasser? Oder gehöre ich ins Bett?

Wer es schafft, die eigenen Kapazitäten besser einzuschätzen, kommt gelassener durch den Tag. Dabei kann zum Beispiel eine Achtsamkeitsübung wie die Blitzlicht-Methode helfen.

Ein erster Schritt zu mehr Mitgefühl für sich selbst

Kann man lernen, weniger hart zu sich selbst zu sein? Die US-amerikanische Psychologin und Professorin Kristin Neff und Chris Germer, klinischer Psychotherapeut an der Harvard Medical School, haben dafür eine spezielle Trainingsmethode entwickelt. „Mindful Self-Compassion“ wird weltweit unterrichtet und soll unter anderem dabei helfen, weniger streng mit sich ins Gericht zu gehen.

Zentral für den mehrwöchigen Kurs in Selbstmitgefühl, der auf Meditationen und Achtsamkeitsübungen aufbaut, ist die Frage: „Wie würdest du dich einem Freund gegenüber verhalten, der in der gleichen Situation ist wie du gerade?“

Dieser Ansatz sorgt laut Neff für eine veränderte Beziehung zu sich selbst. Statt sich gnadenlos zu beurteilen und ohne Rücksicht auf Verluste zu mehr Leistung anzutreiben, kann man demnach lernen, in schwierigen Situationen freundlich und tröstend mit sich selbst umzugehen. Zu einem völlig überarbeiteten Freund würde man schließlich auch nicht sagen: „Bist du dir sicher, dass du jetzt schon Feierabend machen willst?“

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