Rückschläge überwinden Schluss mit Selbstzerfleischung! Was Sie wirklich weiterbringt

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Als Unternehmer muss man ein Marathonläufer sein, der sein Ziel fest im Blick hat. Nur so schafft man es, Rückschläge zu überwinden - und vorwärts zu kommen.

Als Unternehmer muss man ein Marathonläufer sein, der sein Ziel fest im Blick hat. Nur so schafft man es, Rückschläge zu überwinden - und vorwärts zu kommen.© Maccaroni / Photocase.de

Wenn es schlecht lief, hat sich Sven Franzen früher tagelang selbst zerfleischt. Inzwischen hat er eine schlauere Strategie gefunden, um Rückschläge zu überwinden.

Ich gestehe: Ich bin ein verwöhntes Einzelkind. Es war für mich normal, immer das zu bekommen, was ich wollte. Und ich dachte, dass das auch im Geschäftsleben so weiterläuft.

Wenn ich zum Beispiel einen richtig guten Pitch abgeliefert habe und der Kunde uns am Ende doch nicht gebucht hat, habe ich mich furchtbar geärgert. Ich habe solche Absagen als persönliche Niederlage empfunden.

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Und dann ging die große Selbstzerfleischung los: Warum hat das nicht geklappt? War unser Produkt nicht gut genug? Habe ich nicht überzeugt? Habe ich in meiner Präsentation nicht den richtigen Ton getroffen?

Die Frage nach dem Warum bringt nichts

Nach zwölf Jahren als Chef einer Marketing-Agentur weiß ich: Diese Fragen bringen dich überhaupt nicht weiter. Du drehst dich im Kreis, statt voranzukommen.

Was mir dagegen geholfen hat: die Perspektive zu wechseln. Ich frage mich inzwischen, was ich wirklich als Niederlage begreifen muss. Und ob ein Rückschlag überhaupt von mir abhängt.

Nehmen wir das Beispiel mit dem vermeintlich vermasselten Pitch. Ich habe es mir angewöhnt, in so einem Fall genauer nachzufragen, warum sich ein Kunde gegen uns entschieden hat. Zwei Gründe höre ich immer wieder. Entweder: „Wir wollten lieber eine Agentur mit großem Namen und mehr Prestige“. Oder aber: „Wir haben Sie nicht gewählt, weil Sie zu teuer sind.“ Da sind wir wieder beim Stichwort fehlende Wertschätzung – darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. Auf jeden Fall ist klar: Beide Gründe haben nichts mit meiner persönlichen Leistung zu tun.

Ich weiß inzwischen, dass man es nicht jedem Recht machen kann. Nicht jeder Kunde passt zu jedem Unternehmen. Und manche Kunden habe es auch einfach nicht verdient, mit uns zu arbeiten.

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Ein anderes Beispiel: Vor einiger Zeit wollte ich in Immobilien investieren. Von den Banken hagelte es Kreditabsagen. Das war erst einmal frustrierend. Ich dachte: „Na toll, ich habe offenbar keine Bonität, die halten mich für finanzschwach. Warum sonst sollten die mir keinen Kredit geben?“ Solche Gedanken können dich in eine richtig destruktive Spirale hineinbringen.

Um dort herauszukommen, habe ich auf meine Strategie zurückgegriffen und bei den Banken nachgehakt. Ich wollte wissen, warum mir die Kredite verwehrt wurden. So habe ich erfahren: Die eine finanziert generell keine Selbstständigen, die andere gewährt Kredite erst ab einer gewissen Immobiliengröße.

Du musst lernen, mit Rückschlägen umzugehen – denn du wirst viele erleben

Letztendlich bin ich mit einer anderen Bank zusammengekommen und habe zwei Immobilien gekauft. Das hat mir wieder einmal gezeigt: Wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir vorgestellt hast, liegt das nicht unbedingt an dir als Person.

Diese Erkenntnis habe ich mir im Laufe der Jahre erarbeitet. Wer mit seinem Unternehmen noch am Anfang steht, muss lernen, mit Rückschlägen richtig umzugehen. Denn man wird viele erleben!

Gerade am Anfang als Gründer sammelt man so viele Absagen, man hört so oft das Wort „Nein!“. Das ist frustrierend. Aber man muss das aushalten – und aus den Erfahrungen lernen.

Wer Gefahr läuft, sich in Selbstzweifeln zu verlieren und im Kopf ewig um die „Warum nur läuft alles schief?“-Frage kreist, sollte sich diese Tipps zu Herzen nehmen:

  • Mach dir bewusst, dass du am Anfang mehr gibst, als du zurückbekommst. Deine Ausdauer wird sich irgendwann bezahlt machen.
  • Du darfst nicht einknicken.
  • Mach weiter! Als Unternehmer musst du ein Marathonläufer sein, der sein Ziel fest im Blick hat. Wechsel nicht ständig die Richtung. Wer an einem Tag Richtung Süden läuft und am anderen Richtung Norden, der kommt nicht vom Fleck. Besser ist es, das Gesicht in den Wind zu halten und beharrlich weiterzulaufen.

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