Trends erkennen Mit dieser Routine entgeht Ihnen kein Trend

  • Serie
Einen Trend zu erkennen reicht nicht aus. Überlegen Sie auch, welche Auswirkungen er für Sie haben kann. Und beantworten Sie, wenn nötig, die Frage: Wie können wir aus den Zitronen Limonade machen?

Einen Trend zu erkennen reicht nicht aus. Überlegen Sie auch, welche Auswirkungen er für Sie haben kann. Und beantworten Sie, wenn nötig, die Frage: Wie können wir aus den Zitronen Limonade machen?© FloKu. / photocase.de

Wer Trends frühzeitig erkennt und was daraus macht, kann seiner Konkurrenz meilenweit voraus sein. Integrieren Sie diese sechs Schritte in ihre Arbeitsroutine - und verpassen Sie in Zukunft keine Chancen mehr.

Innovationen stellen bestehende Geschäftsmodelle und ganze Märkte in Frage und können sie sogar zerstören – Wirtschaftsexperten sprechen hier von Disruption. Verpassen Unternehmen solche Trends, hinken sie ihrer Konkurrenz weit hinterher – bekannte Beispiele sind Blackberry oder Nokia. Doch es geht auch anders: Wer eine Marktlücke entdeckt und schließt, hat Erfolg.

Robert B. Tucker, Innovations-Coach und Gründer der US-amerikanischen Consulting-Gruppe „The Innovation Resource“, stellt im Blog seines Unternehmens sechs Schritte vor, mit denen Sie keinen Trend und damit keine Gelegenheit mehr verpassen und auf rasante Umwälzungen vorbereitet sind.

Anzeige

1. Halten Sie jeden Tag die Augen offen

Laut Tucker sind Erfinder und Erneuerer Menschen, die sich für alles interessieren, die jede Information aufnehmen, gierig alles lesen, was sie in die Finger bekommen. Sie stellen Fragen – und sie stellen Vermutungen in Frage. Also: Wo auch immer Sie hingehen, halten Sie die Augen offen, beobachten Sie alles um sich herum. Verfolgen Sie, was bei Verbrauchern, in der Technologie, im Sozialen, im Globalen, in der Wirtschaft und in der Politik vor sich geht und erkennen Sie so aktuelle Entwicklungen.

2. Treffen Sie Voraussagen

Fragen Sie sich: Wie werden sich diese Trends in drei, fünf und zehn Jahren entwickelt haben?

Als Beispiel nennt Tucker künstliche Intelligenz. Heute heiße es, künstliche Intelligenz sei so weit wie das Internet Mitte der neunziger Jahre. Aber immer mehr Produkte werden mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Die Industrie erwartet, dass ihre Erträge von aktuell 8 Milliarden US-Dollar bis 2020 auf 47 Milliarden US-Dollar ansteigen werden. Das biete riesige Chancen für alle, die bereit sind, Voraussagen zu treffen und die Gelegenheit zu nutzen.

3. Sehen Sie das große Ganze

Tucker rät, sich im nächsten Schritt folgende Fragen zu stellen:

  • Auf wen wird der Trend Auswirkungen haben?
  • Wer wird davon profitieren?
  • Wer kommt dabei schlecht weg?

Sein Beispiel: fahrerlose Autos. Vor fünf Jahren gab es sie noch nicht, jetzt kann man schon ein paar Modelle kaufen. Welche Auswirkungen wird der Trend noch haben? Werden heute kleine Kinder überhaupt noch einen Führerschein brauchen? Wird die jüngere Generation überhaupt noch ein Auto kaufen oder kann man sich in Zukunft einfach eins mit dem Smartphone bestellen, wenn man irgendwohin muss? Wie sieht es mit Autoversicherungen aus? Wenn es immer weniger Autos und Unfälle gibt, werden sie dann nicht überflüssig? Wie werden die Straßen und Transportsysteme der Zukunft aussehen?

+++ Mehr von impulse regelmäßig ins Postfach? Hier für den Unternehmer-Newsletter anmelden +++

Stellen Sie sich vor, welche Auswirkungen ein Trend auf die gesamte Gesellschaft haben kann, dann sehen Sie, was er für das große Ganze bedeutet.

4. Machen Sie eine SWOT-Analyse

Wenn Sie einen Trend entdeckt haben, fragen Sie sich: Wie schnell wird der Trend denen schaden, die nicht richtig mit ihm umzugeben wissen? Mit einer SWOT-Analyse können Sie herausfinden, welche Stärken (S = Strengths), Schwächen (W = Weeknesses), Chancen (O = Opportunities) oder Risiken (T = Threats) der Trend in Ihrem Unternehmen hervorbringen könnte. Wie würde ein neuer Weg Ihr Unternehmen verändern? Wie Sie eine SWOT-Analyse machen, lesen Sie im Artikel „So finden Sie die Stärken und Schwächen Ihrer Firma“.

Beispiel 3D-Druck: Wenn Sie etwas produzieren, könnte laut Robert B. Tucker 3D-Druck eine lohnende Technologie sein. Mit einer SWOT-Analyse können Sie herausfinden, ob ihr Unternehmen davon profitieren könnte, auf diese Technologie umzustellen. In den USA habe die gesamte Hörgeräte-Industrie innerhalb von 500 Tagen auf additive Fertigung umgestellt. Keins der Unternehmen, die noch traditionelle Fertigungsmethoden nutzte, habe auf dem Markt bestehen können. Der Unternehmensberater zitiert die „Harvard Business Review“: Chefs sollten sich fragen, ob sie erst warten sollen, bis eine Technologie ausgereift ist, bevor sie investieren, oder ob das Risiko zu warten zu groß ist.

5. Suchen Sie nach anderen Innovatoren

In unserer vernetzten Welt kann es gut sein, dass auch andere eine relevante Entwicklung entdeckt haben. Ein Teil Ihrer SWOT-Analyse sollte daher eine einfache Google-Suche sein. Recherchieren Sie, wer den Trend noch erkannt hat und wer schon damit arbeitet. Vielleicht können Sie aus deren Erfahrungen profitieren und sich etwas abschauen!

6. Haben Sie den Mut, Chancen zu nutzen

Kehren Sie zum „O“ der SWOT-Analyse zurück: Welche Chancen (Opportunities) bringt der Trend mit sich? Nachdem Sie die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens gesammelt und die Risiken analysiert haben, die eine Neuerung mit sich bringen könnte, lassen Sie ihrer Kreativität freien Lauf. Stellen Sie sich und Ihren Mitarbeitern diese Fragen:

  • Wie können wir von dem Trend profitieren?
  • Wie können wir mit dieser Entwicklung einen Mehrwert für den Kunden schaffen?

Für den Fall, dass ein Trend negative Auswirkungen auf Ihr Unternehmen hat, hat Tuckert einen metaphorischen Rat: „Fragen Sie sich: Wie können wir aus den Zitronen Limonade machen?“

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *