Social-Media-Engagement
„Ich habe 5000 Freunde – mehr geht nicht bei Facebook“

Vanessa Weber ist sehr aktiv bei Facebook. Ihr privates Social-Media-Engagement bringt auch ihre Firma voran, erzählt die Unternehmerin. Wie ihr Business dadurch profitiert - und auf welche Strategien sie setzt.

5. Februar 2018, 08:30 Uhr, von impulse-Bloggerin Vanessa Weber

Wenn Vanessa Weber einen neuen Beitrag bei Facebook postet, steht der Computer nicht mehr still: Ihr Netzwerk reagiert mit Likes, Herzen und Kommentaren.
Wenn Vanessa Weber einen neuen Beitrag bei Facebook postet, steht der Computer nicht mehr still: Ihr Netzwerk reagiert mit Likes, Herzen und Kommentaren.

Wer mein Profil auf Facebook aufruft, erfährt eine ganze Menge über mich: zum Beispiel, dass ich aktuell einen Fitnesstrainer suche, der bei Werkzeug Weber Aerobic und Qi Gong anbietet. Und wie sehr ich mich über das positive Feedback für eine Vorlesung gefreut habe, die ich halten durfte. Wer etwas weiter zurückscrollt, findet sogar Bilder von meinem letzten Urlaub. All das ist für jeden Facebook-Nutzer einsehbar – auch für die, die nicht mit mir befreundet sind. Denn ich poste in der Regel öffentlich.

Warum ich so viel Privates von mir preisgebe, werde ich manchmal gefragt. Meine Antwort ist klar: Facebook ist für mich nicht nur ein soziales Netzwerk, das mir Spaß macht. Ich nutze es auch strategisch, um meine Firma und mich als Unternehmerin voranzubringen.

Das bringt mir Facebook fürs Business

Ich bekomme neue Kontakte.

Nachdem ich gepostet hatte, dass ich einen Fitnesstrainer für meine Firma suche, bekam ich innerhalb kürzester Zeit zig Kontakte zugeschickt. Anfragen wie diese funktionieren bei mir meistens richtig gut: Große Netzwerker haben einfach große Netzwerke.

Ich gewinne neue Aufträge.

Neulich hat mich ein Unternehmer in der Region angesprochen: Er habe über Facebook mitbekommen, dass wir auch Betriebsreinrichtungen machen. Auf diese Weise sind schon öfter Aufträge zustande gekommen, auch schon mal ein richtig großer.

Ich mache Werbung in eigener Sache – und für das, was mir wichtig ist.

Vor kurzem bin ich in der Innenstadt zufällig unserer Bürgermeisterin begegnet. Sie sprach mich an und sagte: „Ich verfolge auf Facebook, was Sie alles machen und was Sie für die Region tun. Ihren Einsatz finde ich toll, machen Sie weiter so!“ Solche Erlebnisse zeigen mir, welche Chancen in einem Social-Media-Engagement stecken.

Ich nutze meine Reichweite, um Themen und Aktionen bekannt zu machen, die mir wichtig sind. Zum Beispiel poste ich regelmäßig über meine Baumpflanzaktionen mit den Kindern, die unter anderem die Aschaffenburger Wirtschaftsjunioren, aber auch wir als Sponsor gemeinsam mit Plant-for-the-Planet organisieren.

Ich stärke meine Arbeitgebermarke.

Um noch mal auf das Beispiel mit dem Fitness-Trainer zurückzukommen: Solche Beträge zahlen auch auf meine Arbeitgebermarke ein. Denn in sozialen Netzwerken unter Umständen auch Arbeitnehmer auf, die einen neuen Job suchen. Und so ein Post zeigt: „Wir als Unternehmen tun etwas für unsere Mitarbeiter.“

Meine Facebook-Strategie

Ich poste als Privatperson, nicht auf einer Facebook-Seite.

Mich kann man nicht „liken“. Mein Profil ist ein ganz normales Personenprofil.

Natürlich haben wir auch eine Facebook-Seite für Werkzeug Weber, aber da ist bei Weitem nicht so viel los wie auf meiner Profilseite. Ich hatte mir auch mal eine professionelle Seite für mich als Speakerin angelegt, aber die habe ich wieder stillgelegt. Auf meinem privaten Profil funktioniert die Interaktion einfach am besten.

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Ich überlege ganz genau, was ich poste.

In Bierlaune peinliche Fotos schießen und auf Facebook hochladen? Das würde ich nie tun. Ich habe immer einen Filter im Kopf: Poste nichts, was du nicht auch über dich in der Zeitung lesen wollen würdest. Ein guter Schutz: mit der eigenen Mutter, dem Steuerprüfer und lokalen Journalisten befreundet sein. Wenn die es nicht wissen dürfen, gehört die Info nicht auf Facebook!

Ganz selten kann es aber auch mir mal passieren, dass ich hinterher nicht ganz glücklich bin mit einem Beitrag. Im letzten Urlaub hatte ich zum Beispiel ein Foto von mir gepostet. Es ist zwar ein Porträt, man sieht nur den Kopf und die Schultern. Aber man sieht, dass ich einen Bikini trage.

Da habe ich im Nachhinein überlegt: Passt das zu mir als Geschäftsfrau? Wenn Kunden oder Lieferanten das sehen – denken die an das Foto, wenn ich denen das nächste Mal im Businessoutfit gegenübersitze? Ich habe die Sichtbarkeit für das Bild daraufhin eingeschränkt: Nun dürfen es nur noch Freunde auf Facebook sehen.

Ich pflege mein Netzwerk auch auf Facebook.

Willkürlich Fremde zu Facebook-Freunden machen, das ist nicht mein Stil. Ich kann mit jedem Namen in meiner Freundesliste was anfangen: Entweder kenne ich die Menschen persönlich, ich hatte bereits mit ihnen zu tun oder sie gehören einem meiner zahlreichen Netzwerke an.

Dennoch habe ich 5000 Freunde – mehr geht nicht bei Facebook. Daher muss ich mir ganz genau überlegen, wie ich mit Anfragen umgehe. Zum Glück kann man private Profile mittlerweile abonnieren. Auf diese Weise können auch die Leute meine Posts verfolgen, mit denen ich mich leider nicht mehr verbinden kann. Das macht eigentlich keinen Unterscheid, da ich so gut wie alles öffentlich poste und jeder Abonnent die Posts auch sehen kann.

Dazu noch ein kleiner Tipp: Wer anderen erlauben will, die eigenen Posts zu abonnieren, muss die Funktion erst in den Einstellungen aktivieren.

Ich poste regelmäßig.

Ich versuche, mindestens einmal pro Woche auf Facebook etwas von mir hören zu lassen. Wenn ich auf einer spannenden Veranstaltung bin, denke ich inzwischen automatisch daran, meinen Facebook-Freunden davon zu berichten.

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Da mir das Spaß macht, sehe ich es nicht als Arbeit an. Das halte ich übrigens für ganz wichtig: Ich persönlich fühle mich auf Facebook wohl. Aber wer das Netzwerk nicht mag, sollte sich nicht dazu zwingen, dort aktiv zu sein. Vielleicht ist für andere ja auch eher Twitter das Richtige, mit seiner schnellen, gewitzten Interaktion? Oder einer der bildlastigeren Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Pinterest? Sicher weiß jeder selbst am besten, was zu ihm passt.

Ich sorge dafür, dass meine Beiträge von vielen gelesen werden.

Wenn ich will, dass ein Beitrag möglichst viele meiner Freunde und Abonnenten erreicht, veröffentliche ich ihn morgens vor 7 Uhr. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich so die meisten Reaktionen bekomme. Außerdem poste ich fast nie ohne Bild; denn ich weiß, dass solche Postings öfter ausgespielt werden. Außerdem fallen sie mehr auf. Wenn ich kein passendes Bild habe, poste ich den Text auf einem Hintergrund. Dafür gibt es bei Facebook inzwischen sogar eine eigene Funktion; damit geht es ganz einfach.

Außerdem reagiere ich natürlich auf Kommentare: Ich klicke „Gefällt mir“, antworte auf Fragen. Das ist übrigens gleichzeitig ein kleiner Tipp, um einen Beitrag zu befeuern: Wenn man selber kommentiert, wird er mehr gesehen, da er in der Timeline wieder nach oben rutscht. Immer wieder stelle ich auch selbst Fragen oder markiere andere in meinen Beiträgen, um sie einzubeziehen.

Ich würde aber nie etwas erfinden, um viele Likes zu bekommen. Das, was man über mich auf Facebook lesen kann, das bin ich!

Manchmal habe ich aber auch eine komplett handyfreie Zeit – und das finde ich mindestens genauso wichtig.

Wie geht ihr mit Facebook um? Habt ihr weitere Tipps? Nervt euch Facebook vielleicht sogar mittlerweile? Ich freue mich wie immer über eure Kommentare!

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