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Kosten eines Onlineshops Die 7 wichtigsten Kosten beim Eröffnen eines Onlineshops
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Bevor andere die Kreditkarte zücken, müssen Webshop-Betreiber erst einmal selbst investieren: Die Kosten eines Onlineshops liegen schnell im fünfstelligen Bereich.

Bevor andere die Kreditkarte zücken, müssen Webshop-Betreiber erst einmal selbst investieren: Die Kosten eines Onlineshops liegen schnell im fünfstelligen Bereich. © Ivan Kruk / fotolia

50.000 Euro: Mit dieser Summe budgetieren Experten die Kosten, um einen Onlineshop zu eröffnen. Auf welche Posten sich die Summe aufteilt – und woran sich sparen lässt.

Onlineshop, Kostenpunkt 1: Workshop mit einem E-Commerce-Berater/Webdesigner

Flachdach, Keller, großer Wintergarten: Wer ein Haus baut, hat eine grobe Idee im Kopf – und bespricht die Umsetzung dann mit einem Architekten. „Ganz ähnlich sollte jeder vorgehen, der einen Onlineshop eröffnen will“, rät Stefanie Peters, Gründerin und CEO von enable2grow, einer Unternehmensberatung für digitales Wachstum. „Denn das ist ein weites Feld: Shop-Software, Warenwirtschaftssystem, Lager – Experten haben hier den Überblick, was sich für Ihren ganz speziellen Fall eignet. Eben wie ein Architekt, der die verschiedenen Gewerke kennt und beauftragt.“ Wichtig sei, sich zunächst zu überlegen, wie der Shop aussehen, welche Funktionalitäten und Filter er bieten soll. Und dann die E-Commerce-Agentur zu suchen, die zu einem passt. Oft hilft es, bei einem Webshop, der einem gut gefällt, ins Impressum zu schauen – die meisten verzeichnen dort die ausführende Agentur.

Ebenso wichtig wie überzeugende Referenzprodukte: Die Chemie sollte stimmen. „Im besten Fall arbeiten Sie mit einer Agentur über Jahre hinweg zusammen. Da sollte eine gewisse Sympathie und auch Vertrauen da sein“, so Peters. Um herauszufinden, ob der Berater ausreichend qualifiziert ist, hilft es, nicht nur auf Zertifikate zu achten – sondern auch auf Schlüsselworte im ersten Gespräch: „Berater müssen wissen, dass erfolgreiches Verkaufen über Webshops zuallererst eine Frage der Psychologie ist. Was will mein Kunde? Was macht ihm den Einkauf leicht? Welche Filter oder Kategorien braucht meine spezielle Zielgruppe? Diese Fragen zur Customer Journey und Usability muss ein Berater auf dem Zettel haben“, so Peters.

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Kosten: mindestens 5000 Euro für ein Wochenende.

Onlineshop, Kostenpunkt 2: Shop-Software

Kostenfreie Open-Source-Variante oder Full-Service-Paket für mehrere tausend Euro: Im Dickicht der Shop-Software können sich Laien schnell verirren. Wichtig zu wissen: Die Gratis-Variante bietet nur eine Basisversion, die immer an die Vorstellungen zum eigenen Webshop angepasst werden muss. Die Arbeitsstunde für einen Informatiker, der diese Anpassungen programmiert, kostet schnell 100 Euro. „Deshalb ist es am Ende häufig günstiger, eine kostenpflichtige Variante zu wählen: Sie enthält bereits Filterfunktionen und Kategorisierungs-Möglichkeiten. Und diese sehen meist auch eleganter aus als individuell angepasste auf Basis einer kostenfreien Open-Source-Variante“, so Expertin Peters.

Hinzu kommt: Die kostenpflichtigen Pakete beinhalten einen Kundensupport. „Einen Ansprechpartner zu haben, der Probleme löst, ist gerade beim Aufbau eines Webshops Gold wert“, ergänzt Peters. Bei der Auswahl des passenden Systems – die meistgenutzten sind OXID eSales, Magento und Shopware – hilft wieder der Berater.

Kosten: zwischen null Euro für die reine Open-Source-Version und etwa 20.000 Euro für Enterprise-Versionen mit Premium Support.

Onlineshop, Kostenpunkt 3: Design-Anpassungen

Drei Filterfunktionen hier, grau unterlegte Produktbilder dort, rote Buttons ganz rechts: Um das gestalterische Finetuning kommen Sie nicht herum, selbst wenn Sie ein umfangreiches Shop-System mit vielen integrierten Funktionen gewählt haben. Damit alles bis ins Detail so aussieht, wie Sie es sich vorgestellt haben, müssen Programmierer ran. „Auch hier gilt: Für die grundlegende, finale Anpassung sollten Sie wieder unbedingt einen Profi beauftragen“, rät Expertin Peters. „Einmal, weil er schneller und geübter ist als etwa ein Student aus Ihrer Familie. Zum anderen aber auch, weil er Ihnen weiterhelfen muss, sollte später irgendetwas nicht funktionieren.“

Kosten: pro Arbeitsstunde etwa 100 Euro.

Spartipp: Berücksichtigen Sie beim Aufbau eines Onlineshops, dass sich dieser mit dem Wachstum Ihres Unternehmens leicht anpassen lässt. Das erspart Ihnen später im laufenden Betrieb eine Menge Kosten. Viele Aufgaben können sie dann selbst oder auch Ihr Neffe, der Informatik studiert, erledigen. „Ein Bild anpassen, neue Produktbeschreibungen einfügen – das ist kein riskantes Unterfangen, dafür kann man gut eine 450-Euro-Kraft einstellen“, so Peters.

Onlineshop, Kostenpunkt 4: Software für Warenwirtschaft und Versandhandel

Kundendaten verwalten, Versandbelege und Rechnungen erstellen, Lagerbestände übermitteln, Bestellvorschläge gestalten – und Retouren organisieren: Aufgaben wie diese erledigt eine kombinierte Warenwirtschafts- und Versandhandels-Software. Je mehr Funktionen das entsprechende Programm bietet – manche übernehmen sogar das Mahnwesen –, desto automatisierter laufen Prozesse ab. Und desto höher liegen die eingesparten Personalkosten: „Software-Anbieter versprechen um 30 Prozent verringerte Kosten – meine Erfahrung zeigt, dass das Einsparpotenzial noch deutlich höher liegt“, sagt Michael Keukert, der als E-Commerce-Experte kleine und mittelständische Unternehmen berät.

Er empfiehlt, eine Software zu wählen, die direkt für den E-Commerce entwickelt wurde – und nicht auf bestehenden Warenwirtschaftssystemen für den stationären Handel aufbaut. Zwei gängige Hersteller, die von vielen Onlinehändlern genutzt werden, sind JTL und pixi. „Der große Vorteil solcher Software liegt darin, dass bei automatisierter Versandabwicklung kaum Fehler passieren“, erklärt Keukert.

Kosten: ab ca. 100 Euro für die Einsteiger-Version bis zu 25.000 Euro für die Profi-Lösung inklusive Installation, Schulung und Inbetriebnahme durch Techniker des Herstellers.

Spartipp: Gute Software kann mitwachsen, etwa, indem sich bestimmte Funktionalitäten nachkaufen lassen. „10 oder 1000 Bestellungen pro Tag bedeuten einen Riesenunterschied in den Anforderungen an eine Software – deshalb sollten Sie am Anfang mit Ihrem Webshop-Architekten genau besprechen, welche Funktionen Sie unbedingt brauchen – und auf welche Sie zunächst verzichten können“, so Experte Keukert.

Onlineshop, Kostenpunkt 5: Lagerausstattung und Hardware

Die Käufer laden ihren Einkaufswagen virtuell voll – doch Lagerung und Versand sind nach wie vor reale Aufgaben. Neben der Miete für entsprechend große Räume fallen folgende Posten für die Einrichtung an: Packtisch (50 Euro pro Tisch), Lagerregale für Produkte (ab 50 Euro), Sackkarre (50 Euro), Hubwagen (ab 200 Euro), Regale für Versandutensilien (ab 50 Euro pro Stück). Dazu kommt Hardware, die den Versand automatisiert und erleichtert: ein Drucker für Picklisten, ein Drucker für die Lagerbeschriftung, ein mobiles Datenerfassungsgerät für das Ein-, Aus- und Umlagern der Waren, Barcode-Scanner. (Quelle: Tobias Kollewe/Michael Keukert: „Praxiswissen E-Commerce“)

Kosten: je nach Größe des Lagers schnell mehrere tausend Euro.

Spartipp: Bevor Sie ein eigenes Lager aufbauen, sollten Sie erst prüfen, ob Dienstleister die Aufgabe nicht günstiger erledigen könnten. „Alternativ können auch sogenannte Fulfillment-Anbieter beauftragt werden“, sagt der E-Commerce-Experte und Buchautor Yannik Süss. Sie übernehmen Lagerhaltung, Verpackung, Versand und Retouren. Die Preise variieren je nach Anbieter und Versandmenge. Ein Beispiel für einen Onlineshop für Kleidung, der bis 50 Pakete pro Monat verschickt: 14,90 Euro für die Lagerung einer Palette, 0,50 Euro für das Packen eines Pakets, 0,65 Euro pro Kleidungsstück. Welche Preise verschiedene Anbieter aufrufen, können Sie zum Beispiel auf warehousing1.com sehen.

Onlineshop, Kostenpunkt 6: Fotograf und Texter

„Roter Schal, 100 % Kaschmir, weich und anschmiegsam“ – so kurz, so ungut. „Viele Onlinehändler unterschätzen, wie wichtig professionelle Beschreibungen und Produktbilder sind“, hat Expertin Peters beobachtet. Dabei sind sie im E-Commerce entscheidend – schließlich können potenzielle Käufer die Ware nicht anfassen. „Deshalb müssen Bilder und Texte eine Geschichte erzählen, Emotionen hervorrufen – und darüber eine Begehrlichkeit wecken“, so Peters weiter. Natürlich könnten Händler das auch selbst übernehmen – mit einer entsprechenden Kamera und Begabung. „Man sollte sich aber klar machen, dass Fotografieren und Texten extrem viel Zeit kosten – und die Qualität meist in keinem Verhältnis zu der steht, die Profis liefern. Hinzu kommt: In diesem Bereich bekommt man gute Leute für vergleichsweise wenig Honorar“, sagt Peters.

Kosten: abhängig von der Zahl der Produkte. Tagessatz von Fotografen und Textern: ab ca. 500 Euro.

Onlineshop, Kostenpunkt 7: Rechtsberatung

Wer betreibt den Shop? Wie lauten die Geschäftsbedingungen? Was passiert mit den Kundendaten? Nutzt der Webshop Cookies, Google Analytics oder andere Tools zum Analysieren der Webseite? Wie heißt der Datenschutzbeauftragte der Firma? Diese und mehr Informationen stehen im Impressum, in den AGBs und in der Datenschutzerklärung, die jeder Webshop haben muss! Insbesondere seit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sind so viele gesetzliche Regeln zu beachten, dass Unternehmer schnell in rechtliche Fallen treten können. Und diese Fehler nutzen Konkurrenten gern aus, um über Abmahnungen Druck zu erzeugen. „Um sicherzugehen, dass alles rechtssicher ist, sollten Onlinehändler ihren Webshop auf jeden Fall prüfen lassen – und dafür von Anfang an genug Budget und Zeit einplanen“, sagt Beraterin Peters.

Kosten: zwischen 2500 bis 5000 Euro bei Kanzleien, die auf Internetrecht spezialisiert sind. Für eventuelle Fehler, die später zu Abmahnungen führen, haftet dann der Anwalt.

 

 

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4 Kommentare
  • Ellen 19. Juni 2019 14:37

    …und dann hat der arme Mensch einen wunderschönen Onlineshop und keiner kommt vorbei und das Geld ist alle. Es müssen auf jeden Fall immer von Anfang an Kosten für das Marketing & in der Regel auch SEO mit eingeplant werden!

  • Tom 19. Juni 2019 14:33

    Wow,

    dann hat der Kleinunternehmer alle Eure Punkte befolgt, sich evtl. noch mit den 50.000 Euro verschuldet und dann kauft trotzdem keiner…

    Warum?
    Weil die Marketingmaßnahmen für min. 6 Monate nicht Budgetiert wurden.
    Für SEO, Adwords und andere Marktplätze sollte mindestens noch einmal der gleiche Betrag eingeplant werden, ansonsten fällt man als Shopbetreiber ganz doll auf die Nase…

    Viele Grüße
    Tom

  • Sonja Ulrike Klug 18. Juni 2019 10:17

    Was Ihre Honorare für Fotografen und Texter angeht, so muss ich energisch protestieren: Hier bekommt man tolle Qualität für wenig Geld?!?!? Welche Illusion ist das denn? Ein guter Fotograf hat genau wie ein guter Texter einen Tagessatz von etwa 1000 Eur und einen Stundensatz zwischen 90 und 125 EUR – und das ist auch voll gerechtfertigt!!! Denn wieso soll Texten und Fotografieren „billiger“ sein als z.B. Webdesign-Programmierung oder -beratung? Leisten Texter und Fotografen „minderwertigere“ Arbeiten? Haben sie keine Betriebskosten und Steuern zu zahlen?

    Es wird leider immer wieder vergessen, dass Texte und Bilder das absolute A und O in den Augen der Kunden sind: Sie kommen und kaufen, weil sie von Texten und Bildern animiert werden – oder eben nicht. Sie kommen nicht und kaufen nicht, weil im Hintergrund eine „tolle“ Software läuft oder sich ein Webdesigner nette Technik-Spielereien ausgedacht hat! Diese Dinge sieht der Kunde nicht oder sie interessieren nur sekundär.
    Austauschbare einfallslose Webtexte und ausgelutschte Bilder – das ist einer der Hauptgründe, warum die Conversion Rates im Durchschnitt bei 3 % liegen.

  • luemic 8. September 2016 21:40

    Hallo,

    ich würde die Punkte etwas anders sortieren, nämlich:

    1,2,3,7,6,4,5.

    1,2 und 3 sind essentiell, allerdings 6 und 7 auch. Auf Wawi und Lager kann vielleicht erst mal verzichtet werden, wenn man schauen will, ob die Idee funktioniert. Funktioniert sie, ist man ohne rechtssicher zu sein mehr oder weniger verloren, könnte aber (bis zu nem gewissen Grad) auch ohne WaWi und (groß angelegtem) Lager operieren.

    Viele Grüße

    Michael

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