Krankenstandsanalyse Die 5 häufigsten Gründe, warum Mitarbeiter sich krankmelden

Migräne, Erkältung oder Überarbeitung? Oft tappen Chefs im Dunkeln, wenn Mitarbeiter sich krankmelden. Die häufigsten Erkrankungen, wegen denen Arbeitnehmer 2021 gefehlt haben.

Wenn's mal zwickt, helfen Pillen nicht immer - viele Erkrankungen zwingen Arbeitnehmer zu Bettruhe.

© Marie Maerz / photocase.de

Maske tragen, Abstand halten, Homeoffice: Die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie haben gewirkt und 2021 auch die Übertragung anderer Krankheiten verhindert. Laut der Krankenstandsanalyse der DAK verursachten Husten und andere Erkältungskrankheiten im vergangenen Jahr ein Drittel weniger Arbeitsausfall als noch 2019. Für die Studie wertete das Berliner IGES Institut die Daten von rund 2,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten aus.

Bestätigte Corona-Infektionen spielten 2021 mit rund 19 Fehltagen je 100 Versicherte übrigens nur eine geringe Rolle. Dagegen stieg die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen auf einen neuen Höchststand an.

Meldet ein Angestellter sich krank, haben Chefs grundsätzlich kein Recht darauf zu erfahren, woran er leidet – wie lange er voraussichtlich fehlen wird, dürfen sie dagegen schon erfragen. Laut der DAK-Studie fehlten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2021 wegen einer Krankschreibung im Schnitt 14,5 Tage. Die häufigsten Krankheitsgründe im Überblick:

1. Rückenschmerzen und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen

Größte Schwachstelle der Arbeitnehmer war wie schon in den Vorjahren der Rücken: Mit 23,2 Prozent gingen 2021 mehr als ein Fünftel aller Arbeitsausfälle auf Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden oder andere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurück.

Ob Mitarbeiter in ihrer Freizeit Sport treiben, um Rückenschmerzen vorzubeugen, ist Privatsache. Chefs können aber beispielsweise höhenverstellbare Schreibtische kaufen, an denen Mitarbeiter zwischendurch stehend arbeiten, um den Rücken zu entlasten, und ergonomische Bürostühle.

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2. Psychische Erkrankungen

19 Prozent aller Krankmeldungen gingen 2021 auf psychische Erkrankungen zurück. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein weiterer Anstieg um 1,4 Prozentpunkte. Alarmierend: Bei den psychischen Erkrankungen verzeichnet die Analyse mit 276 Fehltagen je 100 Versicherte einen neuen Höchststand. Allein Depressionen verursachten davon 108 Tage. Durch die Corona-Pandemie fühlten sich offenbar viele Menschen gestresst und angespannt. Zudem sei laut der Studie zu erkennen, dass die Pandemie bei vielen Menschen mit Depressionen dazu führte, dass die Erkrankung langwieriger wird.

3. Verletzungen und Vergiftungen

Auf Platz drei der häufigsten Krankheitsgründe landen typische Unfälle wie Knochenbrüche, Verrenkungen, Schnittwunden oder Gehirnerschütterungen sowie Vergiftungen durch Lebensmittel, Pflanzen oder Gase. Passieren solche Unfälle am Arbeitsplatz, müssen Arbeitgeber sie melden.

4. Atemwegserkrankungen

Die Zahl der Fehltage wegen Erkältungen, Husten oder der Grippe ist 2021 stark gesunken. Belegten Atemwegserkrankungen in den vergangenen Jahren noch regelmäßig den zweiten Platz, stehen sie nun mit rund 10 Prozent vom Anteil der Gesamtfehltage an vierter Stelle. Der einzelne Fall dauerte im Durchschnitt 7,1 Tage

Und doch schleppen sich immer wieder Mitarbeiter hustend oder mit Triefnase zur Arbeit – und tun dabei nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Kollegen keinen Gefallen. Erkältete Mitarbeiter stecken womöglich andere an und sorgen damit für einen noch höheren Krankenstand. Für dieses Phänomen gibt es sogar einen Begriff: Präsentismus.

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5. Unspezifische Symptome

Unspezifische Symptome hatten im vergangenen Jahr einen Anteil von 4,9 Prozent am Krankenstand. Darunter fallen zum Beispiel Schmerzen oder körperliche Beschwerden, für die noch keine Grunderkrankung gefunden werden konnte. Laut der Studie sind Krankschreibungen mit diesem Diagnosespektrum üblicherweise von eher kurzer Dauer, kommen dafür aber häufiger vor.

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